Betreibungsregister: So behalten Verschuldete eine weisse Weste
Aktualisiert

BetreibungsregisterSo behalten Verschuldete eine weisse Weste

Menschen in Finanznöten können sich nun kinderleicht einen sauberen Betreibungsregisterauszug beschaffen. Eine Weisung des Bundes hilft dabei.

von
kwo
Wer verschuldet ist, kann sich mit einem leichten Trick einen sauberen Betreibungsregisterauszug beschaffen.

Wer verschuldet ist, kann sich mit einem leichten Trick einen sauberen Betreibungsregisterauszug beschaffen.

Wer seine Schulden nicht bezahlt, dem drohen erhebliche Nachteile. Vor allem dann, wenn es zu einer Betreibung kommt. Der Grund: Ein Eintrag im Betreibungsregister kann zum Beispiel die Stellen- oder die Wohnungssuche nahezu verunmöglichen. Auch Kreditanträge werden meist abschlägig beurteilt.

Doch es gibt einen Trick, um auch als Verschuldeter ohne Weiteres zu einem leeren Betreibungsauszug zu kommen. Beim Betreibungs- und Konkursamt Glarus bekommt man auch als Auswärtiger ohne Weiteres einen leeren Betreibungsregisterauszug, schreibt der «Beobachter». Ob man im Kanton wohnt oder nicht, spielt also keine Rolle.

Vorgaben aus Bern

Bei diesem Vorgehen stützt sich Glarus auf eine Weisung des Bundesamts für Justiz (BJ) in Bern. «Es gibt keine gesetzliche Regel, nach der die Ausgabe eines Betreibungsregisterauszugs davon abhängig wäre, dass der Schuldner im Betreibungskreis wohnt», zitiert der «Beobachter» Professor Rodrigo Rodriguez vom BJ.

Die Weisung des BJ stösst vielerorts auf Unverständnis. Das Betreibungs- und Konkursamt Chur beispielsweise argumentiert: «Wir haben Zugriff auf die Daten der Einwohnerkontrolle. Warum sollen wir dieses einfache Hilfsmittel nicht mehr nutzen, um festzustellen, ob die Angaben richtig sind?» Aus diesem Grund halte man sich nicht an die Weisung aus Bern und prüfe weiterhin, ob ein Schuldner tatsächlich in der Region wohnt. Ähnlich sei es auch in St. Gallen, Basel, Biel, Uster und Zürich.

Politik will aktiv werden

Der Trick zum Erhalt eines sauberen Betreibungsregisterauszugs funktioniert also bei Weitem nicht überall. Und bald könnte es ganz vorbei sein damit. CVP-Nationalrat Martin Cadinas forderte den Bundesrat Ende 2012 auf, sämtliche Betreibungsregister elektronisch zu verbinden. Die einzelnen Ämter wären dann in der Lage, eine landesweit gültige Betreibungsauskunft zu erteilen. Das BJ prüft derzeit sein Anliegen.

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