Aktualisiert 08.04.2020 10:22

Lösung mit Migros und Coop

So bekämpft die Post jetzt das Päckli-Chaos

Die Post präsentiert Massnahmen, um die Flut an Online-Bestellungen zu bewältigen. Kleine Päckchen werden nun vermehrt über den Briefversand verschickt.

von
dob
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Die Post hat mit Händlern und Logistik-Partnern Massnahmen beschlossen, um die Päckli-Flut zu bekämpfen.

Die Post hat mit Händlern und Logistik-Partnern Massnahmen beschlossen, um die Päckli-Flut zu bekämpfen.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Zuvor hatte die Post die Päckli bis zu Ostern kontingentiert. Dies gilt noch bis Ostern. Danach greifen die neuen Massnahmen. Die Post versteht die Kontingente als «temporäre Notmassnahme», um die Paketzentren zu entlasten.

Zuvor hatte die Post die Päckli bis zu Ostern kontingentiert. Dies gilt noch bis Ostern. Danach greifen die neuen Massnahmen. Die Post versteht die Kontingente als «temporäre Notmassnahme», um die Paketzentren zu entlasten.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Von den Kontigenten betroffen sind Onlinehändler Zalando ...

Von den Kontigenten betroffen sind Onlinehändler Zalando ...

Keystone/Christian Beutler

Seit dem Corona-Lockdown kaufen die Schweizer Kunden wie wild im Internet ein. Die dadurch entstehende Päckli-Flut bringt die Post an den Anschlag. Jetzt hat sich das Unternehmen im Auftrag des Bundes mit Logistik-Vertretern, Sozialpartnern und

Händlern wie Migros, Coop oder Brack auf eine Strategie geeinigt, um das Päckli-Chaos in den Griff zu bekommen. Das schreibt die Post am Mittwoch in einer Mitteilung.

Wie die Post 20 Minuten mitteilt, lösen die neuen Massnahmen die zuvor beschlossene Päckli-Kontingentierung ab. Diese habe nur als temporäre Notmassnahme gedient, um die Paketzentren zu entlasten. Folgende Lösungen haben die Partner nun beschlossen:

• Die Verarbeitung von kleinen Paketen erfolgt künftig verstärkt über die Logistikkette des Briefversandes.

• Mehrere Schweizer Paketdienstleister und Logistiker stellen einen Teil ihrer Sortier- und Transportkapazitäten der Post zur Verfügung.

• Click&Collect: Dieses System sieht vor, dass die online bestellten Waren vermehrt in den offenen Verkaufsstellen der Händler und den Postfilialen abgeholt werden können.

• Die Händler übernehmen für die Post individuell einen Teil der Vorsortierung.

• Alle Parteien arbeiten eng zusammen, um eine optimale Steuerung der Päckli-Mengen sicherstellen zu können.

Laut Post will man mit diesen Massnahmen die Grundversorgung in der Schweiz auch in dieser Krise sicherzustellen, schreibt die Post weiter. «Die Massnahmen dienen dazu, den Warenfluss im Onlinehandel auf möglichst hohem Niveau zu garantieren und die Gesundheit der Mitarbeitenden nicht zu gefährden.»

Jetztige Kapazitäten reichen nicht

Für Roland Brack ist klar: «Das gesamte Nonfood-Marktvolumen auf einen Schlag im Onlinehandel und per Zustellung abzuwickeln, ist mit den vorgegebenen Versandkapazitäten nicht möglich», wird der Gründer des Onlinehändlers Brack in der Mitteilung zitiert. Es sei deshalb dringend nötig, stationäre Ladenformate in die Landesversorgung miteinzubeziehen, wenn sie die Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) bezüglich Social Distancing gewährleisten können.

Für Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen haben die Massnahmen vor allem ein Ziel: «Die Menschen in der Schweiz sollen weiterhin die benötigte Ware bestellen können. Wir wollen auch in den kommenden Wochen für all jene da sein, die zu Hause bleiben.»

Weitere Massnahmen dürften kommen

Allerdings könnten die jetzt beschlossenen Massnahmen nicht ausreichen. Denn die Päckli-Flut dürfte weiter ansteigen. Daher erwartet die Post, dass weitere Schritte in den nächsten Wochen notwendig werden.

Zu Engpässen ist es während der Corona-Krise vor allem in den Paketzentren der Post gekommen. Wegen den Hygiene-Vorschriften des BAG ist die Zahl der Mitarbeitenden beschränkt. Entsprechen kann nur eine gewisse Päckli-Menge sortiert werden.

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