Aktualisiert 24.03.2019 11:48

SP droht mit Initiative

So bekam der SBB-Chef sein Millionensalär

Die Cheflöhne mehrerer Unternehmen geben einmal mehr zu reden. Die SP droht nun eine Volksinitiative an.

von
roy
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Andreas Meyers Maximallohn wurde nicht gekürzt: Der SBB-CEO an der Bilanzmedienkonferenz. (19. März 2019)

Andreas Meyers Maximallohn wurde nicht gekürzt: Der SBB-CEO an der Bilanzmedienkonferenz. (19. März 2019)

Keystone/Peter Klaunzer
Zu reden gab auch der Lohn von Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam. Er verdiente im vergangenen Jahr 30 Prozent mehr.

Zu reden gab auch der Lohn von Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam. Er verdiente im vergangenen Jahr 30 Prozent mehr.

Keystone/Ennio Leanza
Das gab das Unternehmen am Freitag bekannt.

Das gab das Unternehmen am Freitag bekannt.

Keystone/Ennio Leanza

Die SBB beharrten darauf, dass ihr Chef Andreas Meyer für das Jahr 2020 einen Vergütungsrahmen von knapp über einer Million Franken erhält. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, wurde dabei die Regierung unter Druck gesetzt. Man habe damit gedroht, dass Meyer das Unternehmen verlassen könnte, sollte er den beantragten Lohndeckel nicht erhalten. Mit Erfolg. Und dies, obwohl SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga vorsah, Meyers Maximallohn um 4 Prozent zu kürzen.

Auch in der Privatwirtschaft sorgten die – deutlich höheren – Millionenlöhne der Chefs für Gesprächsstoff. Am Freitag wurde bekannt, dass Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam trotz stark sinkenden Aktienkurses 12,7 Millionen Franken oder 30 Prozent mehr Lohn erhält.

Neue 1:12-Initiative?

Nun droht die SP eine Volksinitiative an, um die Gehälter der Topmanager zu deckeln, schreibt die «SonntagsZeitung». «Eine Neuauflage der 1:12-Initiative ist nicht ausgeschlossen», sagt der Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth.

Vor gut fünf Jahren war ein Volksbegehren der Jungsozialisten abgelehnt worden, das forderte, dass niemand mehr als zwölfmal so viel verdienen darf wie die schlechtestbezahlten Mitarbeiter im selben Unternehmen. Wermuth sagt, Gespräche mit Vertretern von SP und Grünen über eine Neuauflage seien am Laufen. «Auch die AHV, das Frauenstimmrecht und der UNO-Beitritt benötigten mehrere Anläufe.»

Bonus-Malus-System gefordert

Das Unverständnis über die hohen Löhne ist auch auf der bürgerlichen Seite gross. Der Schaffhauser Ständerat Thomas Minder, Vater der 2013 angenommenen Abzockerinitiative, fordert die grossen öffentlichen Anleger wie die Pensionskasse des Bundes und den AHV-Fonds auf, aktiver zu werden und offensiver ihre Rechte als Aktionäre auszuüben.

Löhne wie jene von Thiam und UBS-Chef Sergio Ermotti müssten sie ablehnen und das auch öffentlich machen. Vor dem Hintergrund, dass der UBS in Frankreich eine 5-Milliarden-Busse droht, fordert Minder «ein echtes Bonus-Malus-System und eine Haftung, die wehtut, wenn im Nachhinein grosse Verluste entstehen.»

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