Aktualisiert 24.04.2020 11:48

Erste Lockerungen

So bereiten sich die Geschäfte auf die Öffnung vor

Am Montag dürfen gewisse Geschäfte den Betrieb wieder aufnehmen. Dazu wurden Schutzkonzepte erarbeitet, dennoch gibt es Bedenken und offene Fragen.

von
Michel Eggimann
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Am Montag dürfen erste Geschäfte wieder öffnen, darunter sind auch Coiffeure.

Am Montag dürfen erste Geschäfte wieder öffnen, darunter sind auch Coiffeure.

KEYSTONE
Für die Öffnungen hat der Schweizerische Gewerbeverband eine Exit-Strategie für die verschiedenen Branchen verabschiedet und mit ihnen Konzepte entwickelt.

Für die Öffnungen hat der Schweizerische Gewerbeverband eine Exit-Strategie für die verschiedenen Branchen verabschiedet und mit ihnen Konzepte entwickelt.

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Der Verband Coiffure Suisse schreibt seinen Mitgliedern mehrere Massnahmen vor. So müssten die Angestellten Einweghandschuhe sowie Masken tragen und einen wegwerfbaren Umhang benutzen. Auch die Kunden müssten Masken tragen. «Wie wir mit Handschuhen richtig Haare schneiden sollen, wissen wir noch nicht», lässt sich eine Coiffeuse zitieren.

Der Verband Coiffure Suisse schreibt seinen Mitgliedern mehrere Massnahmen vor. So müssten die Angestellten Einweghandschuhe sowie Masken tragen und einen wegwerfbaren Umhang benutzen. Auch die Kunden müssten Masken tragen. «Wie wir mit Handschuhen richtig Haare schneiden sollen, wissen wir noch nicht», lässt sich eine Coiffeuse zitieren.

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Darum gehts

  • Zahnarztpraxen verzichten bei Behandlungen auf gewisse Geräte.
  • Für die Öffnungen der Geschäfte am Montag gibt es spezifische Schutzkonzepte.
  • Die Baumärkte und Gartencenter erwarten einen grossen Ansturm.
  • Angestellte in verschiedenen Branchen haben Sorgen bezüglich des Schutzmaterials.

Zahnarztpraxen gehören zu den Ersten, die ihre Arbeit am 27. April wieder aufnehmen dürfen. Der Terminkalender sei prall gefüllt, sagt eine junge Zahnärztin aus Zürich zum «Tages-Anzeiger» (Bezahl-Artikel). Die Praxis sei mit Schutzbrillen, Handschuhen und Atemschutzmasken des Typs FFP2 ausgerüstet. Einige kleine Anpassungen bei den Behandlungen sind wegen dem Coronavirus nötig. Die Zahnärztin verzichtet auf das Ultraschallgerät und die Munddusche, sie würden mögliche Erreger in der Luft verteilen.

Neben Zahnarztpraxen dürfen auch ambulant medizinische Einrichtungen, Tierarztpraxen sowie personenbezogene Dienstleistungen wieder öffnen, das hat der Bundesrat beschlossen. Dazu gehören etwa Massage- oder Tattoo-Studios sowie Coiffeure. Zudem ist ab Montag der Einkauf im Gartencenter, im Baumarkt, im Blumenladen und in der Gärtnerei wieder möglich.

Ansturm wird erwartet

Für die Öffnungen hat der Schweizerische Gewerbeverband eine Exit-Strategie für die verschiedenen Branchen verabschiedet und mit ihnen Konzepte entwickelt. Eine allgemeine Maskenpflicht gibt es nicht. Für bestimmte Behandlungen sind aber Masken vorgeschrieben.

Die Baumärkte und Gartencenter erwarten bei der Wiedereröffnung einen Ansturm der Kunden. Beim Verband Jardin Suisse heisst es, einige Mitglieder seien deswegen verunsichert. Einer davon ist Erwin Meier-Honegger vom Gartencenter Meier in Dürnten. Er lege besonders Leuten der Risikogruppen nahe, zu Hause zu bleiben. Grundsätzlich rechnen die Baumärkte mit Wartezeiten vor den Läden, denn sie dürfen nur eine gewisse Anzahl Kunden hineinlassen. Damit der 2-Meter-Abstand eingehalten werde, setzte die Branche auf Einbahnwegführung, Abstandsmarkierungen und Lautsprecherdurchsagen.

Verkaufen dürfen die Bau- und Gartenmärkte nur Pflanzen und Baumaterial, wie den Erläuterungen zur Verordnung zu entnehmen ist. Daniel Schärer, Geschäftsführer beim Branchenverband 2rad Schweiz, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, der Verkauf von Fahrzeugen, Spielzeug, Hobbygeräten und Ähnlichem sei untersagt.

Schutzkonzepte

Der Bundesrat kündigte am 16. April an, dass der Bund ein grobes Konzept für die Schutzmassnahmen für die Öffnung der Geschäfte zur Verfügung stellen wird. Das soll den Branchen als Basis dienen für die detaillierten Schutzkonzepte. Der Bund veröffentlichte sein Konzept aber erst am Mittwoch. Wie watson berichtet, hatten bis dahin die meisten Branchen ihre Konzepte bereits erstellt und nur die wenigsten wussten überhaupt vom Konzept des Bundes. Einzelne Branchen schliessen nicht aus, dass es nun noch zu Anpassungen kommt.

Sorgen bei den Angestellten

Für Coiffeure, Ärzte oder Tätowierer ist es dagegen unmöglich, den vorgeschriebenen Abstand einhalten zu können. Deswegen seien die Schutzkonzepte dort umso genauer. Tätowierer müssten während der Arbeit Schutzmasken des Typs FFP2 tragen, bei Kunden reichen handelsübliche Schutzmasken. Bei Physiotherapeuten gibt es laut «Tages-Anzeiger» dagegen für Patienten ausserhalb der Risikogruppen keine Maskenpflicht, die Therapeuten selbst würden aber Masken tragen.

Der Verband Coiffure Suisse schreibt seinen Mitgliedern mehrere Massnahmen vor. So müssten die Angestellten Einweghandschuhe sowie Masken tragen und einen wegwerfbaren Umhang benutzen. Auch die Kunden müssten Masken tragen. Die Salons sollen zunächst - wegen des Sicherheitsabstandes - auf maximal der Hälfte ihrer Plätze bedienen, mit einem Teil der Belegschaft und höchstens einem Lernenden. «Wie wir mit Handschuhen richtig Haare schneiden sollen, wissen wir noch nicht», lässt sich eine Coiffeuse zitieren. Komme ein Kunde ohne Maske, müsse er eine bei ihr kaufen. Probleme gebe es auch bei der Beschaffung von Desinfektionsmitteln, so die Frau. Ähnliche Sorgen gebe es auch bei den Zahnärzten, heisst es bei der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft. Die Beschaffung des nötigen Schutzmaterials sei für die Mitglieder eine grosse Herausforderung.

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13 Kommentare
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Ziggy

25.04.2020, 09:16

Wie sollen bitte Haare geschnitten werden können wenn der Kunde eine Maske trägt???? Die ist ja im Weg!!

S.V

24.04.2020, 12:51

Hallo... man schreibt hier, dass bei Coiffeur Suisse alles, was vorgeschrieben ist. Ich bin schon die ganze Woche paar mal am Tag am schauen, und es steht seit gestern immer noch das gleiche, das im Verlaufe vom Tag näher informiert wird. Oder wo habt ihr das gelesen? Wäre schön wenn man langsam Gewissheit hat.

L.F.

24.04.2020, 12:45

Die Geschäfte öffnen,aber die Schutzsachen müssen sie selber besorgen 2 Meter Abstand!!! Wie bitte bei Coiffeuren...und genau diese Kleingescäfte wo Distanz unmöglich ist. Gesundheit oder Wirtschaft,das ist der Konflikt. Geschäfte,welche nah am Kunden arbeiten gehören niemals in die erste Öffnungsphase. Gefährlich.