So bereitet sich die Post auf die Päckliflut am Black Friday vor

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Post im Weihnachtsstress«Für die Angestellten wird es eine harte Zeit»

In wenigen Tagen beginnt die Hauptsaison für die Post mit Black Friday und Weihnachten. Logistik-Leiter Johannes Cramer sagt, wie die Post den Ansturm bewältigen will.

von
Fabian Pöschl
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Die Post hat ins Paketzentrum Härkingen eingeladen und ihren Plan für den Black Friday vorgestellt.

Die Post hat ins Paketzentrum Härkingen eingeladen und ihren Plan für den Black Friday vorgestellt.

20min/Matthias Spicher
Johannes Cramer, Mitglied der Konzernleitung Post und Leiter Logistik-Services, erwartet dann 60 Prozent mehr Pakete pro Tag als normalerweise.

Johannes Cramer, Mitglied der Konzernleitung Post und Leiter Logistik-Services, erwartet dann 60 Prozent mehr Pakete pro Tag als normalerweise.

20min/Matthias Spicher
Die zusätzlichen Angestellten brauchts unter anderem auch für die längeren Betriebszeiten der Sortierzentren.

Die zusätzlichen Angestellten brauchts unter anderem auch für die längeren Betriebszeiten der Sortierzentren.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Bald sind Black Friday und Weihnachten.

  • Die Post erwartet dann täglich etwa eine Million Pakete.

  • Deswegen stellt sie Extra-Personal ein und lässt die Förderbänder länger laufen. 

In wenigen Tagen ist Black Friday. Für die Post beginnt dann die Päckli-Hauptsaison des Jahres bis nach Weihnachten. Sie rechnet damit, dass sie in dieser Zeit durchschnittlich fast eine Million Pakete pro Tag in die Schweizer Haushalt bringt.

Das sind 60 Prozent mehr als normal, wie Johannes Cramer, Mitglied der Konzernleitung Post und Leiter Logistik-Services, bei einem Medienanlass am Mittwoch im Paketzentrum Härkingen (SO) sagte.

Die Post wolle trotz des zu erwartenden Ansturms ihr Lieferversprechen einhalten, dass sie mindestens 95 Prozent der Päckli rechtzeitig ausliefert. Cramer zeigt sich überzeugt: «Wir schaffen das.» Für die Angestellten werde es aber eine harte Zeit.

500 Extra-Temporäre

Deshalb finde derzeit die Vorbereitung auf die grosse Saison statt, etwa mit der Einarbeitung von temporären Angestellten in den Paketzentren. «Wir haben 500 Extra-Temporäre für die strengen Tage bis Mitte Januar», sagt Cramer. Zudem habe die Post ihren Personalbestand schon vorher im Vergleich zum Vorjahr um 230 Logistik-Vollzeitstellen erhöht (siehe Video unten).

20 Minuten/Fabian Pöschl/Matthias Spicher

Die zusätzlichen Angestellten brauchts auch für die längeren Betriebszeiten der Sortierzentren. Die Post will die Förderbänder in den grossen Zentren in Härkingen, Frauenfeld und Daillens nun 22 statt 18 Stunden am Tag laufen lassen. Länger sei nicht möglich, weil die tägliche Wartung der Bänder zwei Stunden dauere, so Cramer.

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Ausserdem mietet die Post rund 350 zusätzliche Fahrzeuge für bis zu 700 Extra-Zustelltouren pro Tag und bringt Päckli nun auch am Samstag in die Haushalte. Zudem eröffnete sie in diesem Jahr zwei neue, kleinere Paketzentren in Buchs und Rümlang, bald soll ein weiteres in Pratteln folgen. Sie sollen mit den übrigen sechs regionalen Paketzentren die drei grossen Zentren entlasten.

Damit sei die Post vorbereitet auf den Päckli-Sturm, so Cramer. Nur bei massiven Krankheitsausfällen, einem extremen Wintereinbruch mit viel Schnee, der den Transport auf Schiene und Strasse behindere, oder bei längeren Stromausfällen drohe ein Chaos.

Milliardeninvestition

In Zukunft wolle die Post weiter in die Infrastruktur investieren. Denn wegen des Onlinehandel-Booms erwartet sie mittelfristig weitere Päckli-Rekorde wie in den zehn Jahren zuvor. Zudem werde Expresslieferung immer wichtiger für die Kundschaft, weshalb die Post noch schneller arbeiten müsse. So beträgt der Prio-Anteil laut Cramer bereits zwei Drittel aller Päckli. Bis 2030 rechnet er damit, dass der Anteil auf 70 bis 75 Prozent steigt.

Deshalb plane die Post bis 2030 voraussichtlich vier weitere Paketzentren und 1500 zusätzliche neue Arbeitsplätze. Die Kosten für die Investitionen sollen insgesamt rund 1,5 Milliarden Franken betragen. Bis dann will die Post ausserdem nicht mehr mit fossilen Fahrzeugen fahren, um den CO2-Verbrauch zu senken.

Umso mehr ist die Post dann auf Strom für ihre Elektroroller angewiesen. Doch auch beim Strom will sie sparen (siehe Box).

Massnahmen bei Strommangel 

Die Post verbrauche etwa gleich viel Strom wie alle Haushalte der Stadt Bern, sagt Stefan Luginbühl, Leiter Annahme, Transport und Sortierung sowie Mitglied der hausinternen Energiemangellage-Taskforce. Sie spare jetzt etwa Strom, indem sie die Heizung in den Räumen um zwei Grad herunterdrehe, die Lichter bei Logos reduziere und die Angestellten sensibilisiere, etwa Treppe statt Lift oder nur noch einen Monitor am Arbeitsplatz. Bei einem Stromausfall ginge nichts mehr in den Paketzentren, so Luginbühl. Er hoffe, dass der Bund dann Lockerungen in der Grundversorgung zulasse, sodass die Post gewisse Dienstleistungen priorisieren könne. So wäre ein mögliches Szenario der Post, bei Strommangel weniger gut besuchte Poststellen kürzer zu öffnen und einzelne Paketzentren für einen oder mehrere Tage ausser Betrieb zu nehmen.

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