Public Viewing: So bibberten die Fans dem Sieg entgegen
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Public ViewingSo bibberten die Fans dem Sieg entgegen

Die Fans strötmen nach und nach in die Public Viewings der Schweiz, so auch in Zürichs grösste Arena. Alle waren heiss aufs Spiel gegen Honduras - und zuversichtlich.

von
num

An der Zürcher Europaallee steht das grösste Outdoor-Public-Viewing der Schweiz. 5000 Fans haben darin Platz. Schon drei Stunden vor Anpiff strömen die ersten Fans dahin, um sich einen Platz zu sichern. Wie Patrick Stäuble (26) und seine Kollegen Adrian D'Ambros (27) und Simon Remensberger (26). Sie kamen beim Spiel gegen Frankreich nicht mehr in die Arena - heute soll es dafür klappen.

Reissen sich die Spieler heute an den eigenen Haaren aus dem Sumpf? Für Stäuble (26) ist klar: «Die Schweiz gewinnt. Nach der Blamage gegen Frankreich zeigt die Nati heute Charakter.» Dennoch wolle er einen vermeintlich schwachen Gegner wie Honduras nie unterschätzen.

Adrian D'Ambros schliesst sich ihm an. «Die Nati gewinnt durch Willenskraft, weil sie das Ziel vor Augen haben.» Die Klatsche gegen Frankreich sei gerade zur rechten Zeit gekommen, hätte die Spieler auf den Boden zurückgeholt. «Jetzt haben sie die Chance, sich als Team zu beweisen und zu zeigen, was sie draufhaben.»

Macht die verletzte Ehre den Unterschied?

Patrick Ewert (30) glaubt an einen ganz besonderen Umstand, der der Schweiz zum Sieg verhelfen könnte. «Wir haben so viele Spieler mit Wurzeln im Balkan. Und der Match gegen Frankreich hat besonders sie in ihrem Stolz verletzt. Und genau das könnte heute den Unterschied ausmachen.» Ausserdem habe die Nati in der Qualifikation gute Leistungen gezeigt - ihm reiche das, um an einen Sieg zu glauben.

Er und sein Kollege Raphael Suhner (30) sitzen bereits seit dem späten Nachmittag vor der Arena, um sich einen Platz zu ergattern. Sie wollen später einen Stehplatz, denn: «Nur da sind die wahren Fans.»

Die Langstrasse wird zur Feier- oder Frustmeile

Ein Unentschieden gegen Honduras würde reichen - wenn Frankreich Schützenhilfe liefert und Ecuador nach Hause schickt. Doch egal, wie der Match ausgeht: Die Langstrasse kann sich auf eine lange Nacht einstellen. Fan Simon Remensberger sagt: «Ich habe morgen frei und nach dem Match geht's an die Langstrasse feiern - oder im schlimmsten Fall genehmigen wir uns halt ein Frustbier.»

Für die Fans ist aber klar: Heute müssen sich Shaqiri und Co. gewaltig zusammenreissen. Ihre bisherigen Leistungen kamen bei den Fussballbegeisterten nicht gut an. Patrick Stäuble sagt: «Die ganze Mannschaft war nervös, vor allem Djourou hat sich viele Fehler geleistet.» Shaqiri könnte heute den Unterschied machen. «Vielleicht hilft ihm jetzt der Druck, der auf ihm lastet.»

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