Cup-Final: So blamierten sich die vermummten FCZ-Hools

Aktualisiert

Cup-FinalSo blamierten sich die vermummten FCZ-Hools

Prügelnde Fans sind nicht die Bilder, die man von einem Cup-Final sehen will. Aber sie können ein wichtiges Signal sein.

Überschäumende Freude über den Cup-Sieg ihres FC Zürich gegen den FC Lugano wollte bei den FCZ-Anhängern nicht aufkommen. Zu frisch waren die Wunden nur vier Tage nach dem Abstieg in die Challenge League. Die FCZ-Fans in der Südkurve brachten am Sonntag ihre Enttäuschung auf verschiedene Art und Weise zum Ausdruck.

• Da war einerseits das wenig missverständliche Transparent: «Günned de Final, gönd hei und schämed eu wiiter!» Diese Empfehlung hätten wohl viele der 21'500 im Letzigrund unterschrieben.

• Da war die Verweigerung, eine Mannschaft stimmlich zu unterstützen, die vier Tage zuvor nach einer von A bis Z miserablen Saison in die Challenge League abgestiegen war. Nachvollziehbar auch das.

• Da waren die unzähligen Böller, die aus der Kurve kamen. Die waren für alle anderen im Stadion – und sicher auch für viele in der Kurve – vor allem eines: lästig und ziemlich kindisch.

• Und dann war da der Versuch einiger Vermummter, nach dem Schlusspfiff aus dem Sektor auszubrechen. Wohin wollten sie? Wieder in den Spielertunnel wie am Mittwoch? Kaum. Zu den rund 120 Metern entfernt stehenden Lugano-Fans im Norden – quer durch die gut besetzte Osttribüne? Dumm, aber möglich.

Das Eingreifen der alten Garde

Jedenfalls kamen sie nicht weit. Couragierte Fans auf der Osttribüne – dort sitzen heute viele, die früher in der Kurve standen – stellten sich den Vermummten in den Weg, wiesen sie zuerst verbal zurecht und spedierten sie dann handgreiflich und postwendend zurück über den Zaun in die Südkurve. Und da von dort auch keine Unterstützung für die Hitzköpfe kam, verschwanden die Vermummten ziemlich verlegen wieder in der Masse. Weder die anwesenden Stewards noch die Delta-Sicherheitskräfte rührten dabei einen Finger.

Natürlich war die Keilerei nicht das, was man sich an einem Cup-Final wünscht. Aber es war ein wichtiges Signal: Selbstregulierung kann funktionieren. Auch dank der alten Garde im Osten.

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