Aktualisiert 10.12.2014 10:18

13 FoltertechnikenSo brutal folterte die CIA ihre Gefangenen

Erweiterte Verhörtechniken heissen die Foltermethoden, welche die CIA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 anwenden durfte. Was darunter zu verstehen ist.

von
kmo
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In seinem neuen Bericht beschreibt der Geheimdienstausschuss des US-Senats genau, wie die CIA Terrorverdächtige grausamen Folterverhören unterzog. Der Bericht ist hoch umstritten. Bild: Szene aus dem Spielfilm «Zero Dark Thirty».

In seinem neuen Bericht beschreibt der Geheimdienstausschuss des US-Senats genau, wie die CIA Terrorverdächtige grausamen Folterverhören unterzog. Der Bericht ist hoch umstritten. Bild: Szene aus dem Spielfilm «Zero Dark Thirty».

Filmbild Zero Dark Thirty
US-Aussenminister John Kerry ist sehr besorgt, dass die Veröffentlichung des Folterberichts im Dezember 2014 Amerikaner auf der ganzen Welt bedroht. Der Bericht enthält die Schlussfolgerungen einer Untersuchung des Internierungs- und Verhörprogramms der CIA unter dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush.

US-Aussenminister John Kerry ist sehr besorgt, dass die Veröffentlichung des Folterberichts im Dezember 2014 Amerikaner auf der ganzen Welt bedroht. Der Bericht enthält die Schlussfolgerungen einer Untersuchung des Internierungs- und Verhörprogramms der CIA unter dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush.

Keystone/Jose Luis Magana
Dieser Meinung ist auch Mike Rogers, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus. «Sehr wahrscheinlich werden Menschen mit dem Leben dafür büssen, wenn dieser Bericht veröffentlicht wird», sagte er.

Dieser Meinung ist auch Mike Rogers, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus. «Sehr wahrscheinlich werden Menschen mit dem Leben dafür büssen, wenn dieser Bericht veröffentlicht wird», sagte er.

Keystone/AP/Manuel Balce Ceneta

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York wollten die Ermittler möglichst schnell möglichst viele Informationen über die Terroristen. Zu diesem Zweck erlaubte die US-Regierung unter George W. Bush sogenannte erweiterte Verhörtechniken. Diese stehen im Zentrum des CIA-Folterberichts. Diesen 13 Methoden waren die Gefangenen ausgesetzt:

1. Schläge in den Unterleib

Verlauf: Der Vernehmungsbeamte steht knapp 30 Zentimeter vor dem Bauch des Inhaftierten und schlägt mit dem Handrücken zu. Die Peiniger sind angewiesen, die Hand bei den Schlägen in den Unterleib ausgestreckt und die Finger zusammen zu halten. Ziel ist es, Angst und Hoffnungslosigkeit auslösen, die Gefangenen zu erniedrigen und zu beleidigen.

Anwendung: Die CIA nutzte diese Technik vor 2004 mit Genehmigung des US-Justizministeriums.

2. Aufmerksamkeit erzwingen

Verlauf: Der Befrager greift den Gefangenen mit beiden Händen am Kragen und zieht ihn zu sich heran.

Anwendung: Diese Technik wurde etwa bei dem Al-Kaida-Mitglied Abu Subajdah angewendet.

3. Einsperren in enge Boxen

Verlauf: Der Vernehmer sperrt den Häftling für bis zu 18 Stunden in eine Box, in der ein Erwachsener in der Regel stehen kann. Oder in eine Box, die gerade einmal gross genug ist, um eingerollt darin auszuharren. Hierin verbrachten Häftlinge bis zu zwei Stunden. Der zugewiesene Beamte hat zudem die Möglichkeit, ein «harmloses» Insekt in die kleinere der Boxen zu stecken.

Anwendung: Diese Technik wurde etwa bei Subajdah angewendet, weil dieser Käfer gehasst habe.

4. Nahrungsmanipulation

Verlauf: Der Gefangene muss von fester Nahrung auf flüssige umsteigen.

Anwendung: Subajdah wurde im August 2002 in eine Diät mit Flüssignahrung versetzt, die aus einem Nahrungsergänzungsmittel und Wasser bestand.

5. Haltegriff ums Gesicht

Verlauf: Der Vernehmungsbeamte hält den Kopf des Gefangenen so, dass er nicht bewegt werden kann. Er legt jeweils eine Hand auf beide Seiten des Gesichts und hält die Fingerspitzen in Sichtweite weg von den Augen des Häftlings.

6. Der Schlag ins Gesicht

Verlauf: Mit gespreizten Fingern wird dem Häftling mitten ins Gesicht zwischen Kinn und Ohrläppchen geschlagen. Damit soll der Gefangene «von der irrtümlichen Vorstellung befreit werden, dass er nicht körperlich verletzt würde».

7. Nacktheit

Verlauf: Der Häftling muss lange Zeit nackt stehen. Diese Technik wird kombiniert mit anderen Methoden genutzt.

8. Druckbelastungen

Verlauf: Der Häftling soll mit Hilfe von ausgedehntem Muskelgebrauch Unbehagen fühlen. Eine Position besteht darin, mit nach vorn ausgestreckten Beinen zu sitzen, während die Hände über dem Kopf gehalten werden. Eine andere darin, auf dem Boden zu knien und sich dabei in einem 45-Grad-Winkel zurückzulehnen.

9. Tagelanger Schlafentzug

Verlauf: Der Häftling wird bis zu 180 Stunden lang wach gehalten, meist, indem er eine aufrechte oder unangenehme Stellung einnehmen muss. Manchmal werden dabei seine Hände über dem Kopf festgebunden. Wegen dieser Technik hatten mindestens fünf Opfer laut dem Folterbericht «verstörende Halluzinationen» – in zwei Fällen setzte die CIA die Praxis trotzdem fort.

Anwendung: Ein Inhaftierter, Arsala Khan, halluzinierte im Oktober 2003 nach 56 Stunden Schlafentzug im Stehen. Danach kam der Auslandsgeheimdienst zu dem Schluss, dass der Mann offenbar nicht in geplante Aktivitäten gegen die USA verwickelt ist. Statt ihn freizulassen, wurde Khan in militärische Einrichtungen gebracht, wo er für vier weitere Jahre inhaftiert war.

10. Vor der Wand stehen

Verlauf: Dabei muss das Opfer mit ausgestreckten Armen und dem Gesicht zur Wand aufrecht stehen, so dass es mit den Fingern die Mauer berührt. Diese Position muss er unbefristet lang halten.

Anwendung: Auch Subajdah war dieser Methode ausgesetzt.

11. Walling

Verlauf: Die Vernehmungsbeamten schleudern den Häftling gegen eine Wand.

Anwendung: Laut Senatsbericht war dies eine der unzähligen Techniken, die bei Subajdah angewendet wurden. Auch der Al-Kaida-Anführer Chalid Scheich Mohammed war am 22. März 2003 «intensiven» Befragungen und Walling ausgesetzt. Als das nichts brachte, nutzten die Vernehmenden eine noch härtere Methode, das Waterboarding.

12. Waterboarding

Verlauf: Bei dieser wohl berüchtigsten CIA-Technik wird der Häftling an einem Tisch oder einer Bank festgeschnallt. Danach wird Wasser über sein Gesicht gegossen, was ihm das Gefühl gibt, zu ertrinken. Laut dem Senatsbericht sorgte die Methode für Erbrechen, unmittelbare Aufnahme der Flüssigkeit und unfreiwillige Krampfzustände in Beinen, Brust oder Armen.

Anwendung: Abu Subajdah wurde «vollkommen unempfänglich, mit Blasen, die aus seinem offenen, vollen Mund hochkamen». Er sei «hysterisch» und unfähig zum Kommunizieren gewesen. Chalid Scheich Mohammed wurde zwischen dem Nachmittag des 12. März 2003 und dem darauffolgenden Morgen insgesamt 65-mal der Prozedur des Waterboardings ausgesetzt.

13. Eisbäder

Verlauf: Der nackte Häftling wird auf einer Plane festgehalten. Die Plane wird darauf an seinen Enden hochgezogen, so dass sich eine Art Badewanne bildet. Dann wird eiskaltes Wasser über den Gefangenen gekippt. (kmo/sda)

Der Folterbericht

CIA-Internierungs- und Verhörprogramms, 2. durch das Programm erhaltene Informationen sowie die Information durch die CIA und 3. die Internierungs- und Verhörmethoden im Detail.

systematisch angelogen hatte.

Kurzbericht ist rund 480 Seiten stark und wurde nur von den Demokraten im Team bewilligt. Laut «Atlantic» wollen die Republikaner eigene Schlussfolgerungen ziehen.

Die Veröffentlichung dieses Kurzberichts wurde mehrmals verschoben.

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