Kombüse: So clever sind Schiffsküchen gebaut
Aktualisiert

KombüseSo clever sind Schiffsküchen gebaut

Kochen auf dem Schiff bedeutet oft, mit wenig Platz auskommen zu müssen. Davon können Landratten lernen.

von
Daniela Gschweng
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Auf modernen Schiffen gibt es allerlei Luxus, grosse Zimmer, bequeme Betten und ein vielfältiges Unterhaltungsangebot.

Auf modernen Schiffen gibt es allerlei Luxus, grosse Zimmer, bequeme Betten und ein vielfältiges Unterhaltungsangebot.

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Aber eine Gruppe hat es auf Kreuzfahrt- und anderen Schiffen nicht leicht: die Köche.

Aber eine Gruppe hat es auf Kreuzfahrt- und anderen Schiffen nicht leicht: die Köche.

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In einer Schiffsküche zu kochen, ist eine Herausforderung. Während grosse Kreuzfahrtschiffe natürlich auch grössere Küchen haben, ist der Platz in kleineren Booten extrem beschränkt.

In einer Schiffsküche zu kochen, ist eine Herausforderung. Während grosse Kreuzfahrtschiffe natürlich auch grössere Küchen haben, ist der Platz in kleineren Booten extrem beschränkt.

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Ein paar wenige Schränke, ein Zwei-Platten-Herd und ein winziger Kühlschrank. Wenn der Koch Pech hat, hat er noch nicht einmal fliessendes Wasser. Wer jemals auf einer Segel- oder Motorjacht mehr als einen Nachmittag verbracht hat und nicht gerade auf einer Luxusjacht zu Gast war, weiss, wie winzig Schiffsküchen sein können. Der Koch oder die Köchin können sich darin kaum umdrehen.

Trotzdem lässt sich darin oft besser kochen als in der geräumigen Einbauküche zu Hause. «Wie kann das gehen?», fragt man sich. Und findet ein Wunder an Raumnutzung. Ecken, die ungenutzt bleiben, obwohl sich dort wenigstens noch ein Salzfass unterbringen liesse, gibt es nicht. Wo immer es geht, findet sich noch ein Schrank oder ein Regal – sei es noch so klein.

Platz ist kostbar und verrutschen darf nichts

Wer genau hinschaut, dem fällt noch mehr auf. Eine Schiffsküche, auf Seemannsdeutsch Kombüse, ist voller intelligenter Details. Proportionen zum Beispiel: In einer clever eingerichteten Kombüse passt einfach eins zum anderen. Das Waschbecken ist nicht grösser als der grösste Topf und das Schneidebrett lässt sich genau auf der Spüle ablegen, was Arbeitsfläche schafft. Die Thermoskanne passt genau ins Schrankfach und so weiter.

Typisch für eine Kombüse sind Haken, an denen Tassen und andere Kochgeräte aufgehängt werden, und Oberschränke, die die Scharniere an der Oberkante haben. Was auch an Land charmant aussieht, spart Platz und dient an Bord der Sicherheit. Dinge, die bei Seegang verrutschen, umfallen oder im Weg sein können, werden so gesichert. Arbeitsflächen und Regalbretter haben Anschläge, damit nichts herunterfällt. Flaschen, Dosen und Geschirr lassen sich so dicht an dicht packen. Und falls doch einmal etwas ausläuft, schwappt die Flüssigkeit nicht in die ganze Küche.

Weniger ist mehr

Ursprünglich war die Kombüse nur ein Bretterverschlag, in dem das auf Schiffen gefährliche Feuer gehütet wurde. Der Koch bereitete dort aus einer begrenzten Vorratsauswahl Essen für die Crew zu. Um sich zu überlegen, wie er Töpfe, Pfannen, Geschirr und Küchengeräte am besten unterbrachte, hatte er in der Regel viel Zeit. Dafür musste er mit dem auskommen, was da war, sei es Brennstoff oder Lebensmittel.

Energie ist auch heute noch knapp, wenn kein Motor läuft. Der Kombüsenkühlschrank ist deshalb meist klaustrophobisch klein und bietet nur Platz für Vorräte, die unbedingt gekühlt werden müssen. Keine Chance haben da der Spezialsenf oder halbvertrocknetes Gemüse, von dem man sich längst trennen sollte. Dafür ist das Kühlgerät meist rappelvoll, dadurch benötigt es weniger Energie.

Diszipliniert kochen

Und da gibt es noch die Magie der Winzigkeit: Eine kleine Kombüse erzieht auch den schlimmsten Küchenchaoten zum disziplinierten Koch. Alles, was er braucht, muss möglichst mit einem Griff erreichbar sein. Nach Benutzung wird es schon aus Platzmangel sofort wieder verstaut. Liegengebliebene Geschirrberge gibt es nicht, selten verwendete Küchengeräte finden erst gar nicht an Bord, rein dekorative «Aufstellerli» müssen woanders hin. Da können Landratten mit Platzproblemen noch etwas lernen.

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