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Öl, Wasser, SonneSo deckt die Schweiz ihren Energieverbrauch

Wie wichtig ist Erdöl für die Schweizer Energieversorgung? Und welchen Anteil am Verbrauch decken erneuerbare Quellen? Diese Grafiken geben Antwort.

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pam/ekr

Die Schweiz gilt als Wasserschloss Europas. Obwohl sie flächenmässig nur knapp vier Promille der Fläche einnimmt, befinden sich hierzulande sechs Prozent der Süsswasservorräte Europas. Dieser Umstand zeigt sich auch in der Schweizer Stromproduktion: Mehr als die Hälfte des Elektrizitätsverbrauchs wird durch die Wasserkraft gedeckt. Den Rest des Strombedarfs liefern grösstenteils die fünf Atomkraftwerke.

Betrachtet man nicht nur den Strom-, sondern den gesamten Energiebedarf in der Schweiz, zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Dort dominieren klar die fossilen Quellen. Mehr als die Hälfte des Bedarfs wird durch Erdöl abgedeckt – besonders in Form von Benzin und Diesel. Davon wird ein Drittel für das Heizen verwendet. Laut einer Auswertung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften sind für die Erdölimporte 13 Milliarden Franken jährlich nötig.

35'000 Projekte warten auf Förderung

Neben den fossilen Energien nehmen sich die Anteile der erneuerbaren bescheiden aus: 2,1 Prozent des Verbrauchs deckt die Sonnen- und Windenergie, obwohl beide Technologien in den letzten Jahren deutlich günstiger und zudem mit Subventionen gefördert wurden. «Trotzdem haben die Anreize etwas bewirkt. Die Wachstumsraten sind beachtlich, und es stehen noch mehr als 35'000 Projekte in der Warteschleife», sagt Rolf Wüstenhagen, Professor für Erneuerbare Energien an der Universität St. Gallen.

Der Wille, in die Erneuerbaren zu investieren, sei also da. «Würde man all die heute blockierten Solar-, Wind- und Wasser-Projekte realisieren, könnten diese bereits rund die Hälfte des Atomstroms kompensieren.»

Der Blick auf die erneuerbaren Energien zeigt wiederum: Wasserkraft ist auch dort die treibende Kraft für die erneuerbare Energieproduktion in der Schweiz, sie stellt mit 60,5 Prozent die restlichen Energiequellen in den Schatten. Dahinter folgt die Energiegewinnung aus Holz und Biogas. Am anderen Ende des Spektrums der Erneuerbaren rangiert die Windkraft: Sie vermag gerade einmal 0,2 Prozent des Verbrauchs zu decken.

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