«Seductive Social Media»: So dreist versucht ein «Playboy»-Betrüger, Nacktfotos zu erschleichen
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«Seductive Social Media»So dreist versucht ein «Playboy»-Betrüger, Nacktfotos zu erschleichen

Ein Betrüger gibt sich als «Playboy»-Redaktor aus und fordert Frauen auf, ihm Nacktbilder zu schicken. Dazu gaukelt er ihnen einen offiziellen 3000-Euro-Vertrag vor.

von
Daniel Krähenbühl
Céline Krapf
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Ein Betrüger gaukelte Karo (29) vor, ein offizieller «Playboy»-Redaktor zu sein. 

Ein Betrüger gaukelte Karo (29) vor, ein offizieller «Playboy»-Redaktor zu sein.

Instagram
Damit wollte er sie dazu bringen, ihm Nacktfotos zu schicken.

Damit wollte er sie dazu bringen, ihm Nacktfotos zu schicken.

privat
Zudem sollte sie ihm ein weiteres Foto zur «Identifikation» schicken. 

Zudem sollte sie ihm ein weiteres Foto zur «Identifikation» schicken.

Privat

«Aktuell recherchiere ich auf Social Media nach Userinnen, die für eine von uns geplante Kampagne für die übernächste Printausgabe infrage kommen könnten. Hier bin ich auf deinen Instagram-Account gestossen. Die Kampagne heisst ‹Seductive Social Media›, mit der wir gerne attraktive Frauen als Collage abdrucken wollen.» Mit diesen Worten richtet sich ein Unbekannter unter dem Namen eines tatsächlich existierenden «Playboy»-Redaktors an Karo (29), die gern Bilder aus ihrem Leben auf Instagram teilt.

Dabei fordert er sie auf, ihm Nacktbilder oder zumindest Oben-ohne-Fotos zukommen zu lassen. Als finanzieller Anreiz stellt er ihr einen Vertrag und eine Gage in Höhe von 3000 Euro in Aussicht. Zudem sollten die Bilder im «Playboy»-Magazin abgedruckt werden.

«Das Angebot kam mir suspekt vor»

«Das Angebot war verlockend, 3000 Euro sind viel Geld», sagt Karo. Wie sie sagt, komme es häufig vor, dass sie aufgrund ihrer Social-Media-Tätigkeit Anfragen für Werbungen oder Fotoshootings erhalte. «Da sein Mail auf den ersten Blick sehr professionell aussah, die Links zur offiziellen Website von ‹Playboy› verwiesen und er schrieb, mein Gesicht müsste nicht unbedingt auf den Nacktbildern drauf sein, dachte ich zunächst, das Angebot ist echt», sagt Karo. «Jedoch kam es mir suspekt vor, dass ich ihm ohne einen Vertrag Bilder schicken sollte, auf denen meine Brüste zu sehen sind.»

Ihr Verdacht bestätigte sich, als sie sich telefonisch bei der deutschen «Playboy»-Vertretung in München meldete. «Man sagte mir, dass Anfragen von ‹Playboy› nie per Mail verschickt werden – das Angebot war also ein totaler Fake.» Nun sei ihr wichtig, andere Frauen über den Betrug zu informieren, sagt Karo. «Ich kann mir vorstellen, dass einige Frauen auf die Masche hereinfallen und dem Typen Nacktbilder von sich zuschicken – in der Hoffnung, im ‹Playboy› gross rauszukommen.» Daher ihr Aufruf: «Mädels, passt auf – diese Gauner werden immer besser.»

«Playboy» droht mit Anzeige

Beim «Playboy»-Verlag in Deutschland weiss man um die verschiedenen Betrugsmaschen mit dem Brand «Playboy», sagt Sprecherin Katharina Mross. «Bedauerlicherweise müssen wir feststellen, dass es immer wieder Trittbrettfahrer, Wichtigtuer und Betrüger gibt, die versuchen, von der Strahlkraft und der Stärke der Marke zu profitieren.» In einem ähnlichen Fall, der nur wenige Wochen zurückliegt, habe man umgehend Strafanzeige gegen eine der Redaktion unbekannte Person gestellt, die vorgab, im Auftrag von «Playboy» zu handeln.

«Grundsätzlich bringen wir jeden strafrechtlich relevanten Fall, von dem wir Kenntnis erlangen, zur Anzeige – und behalten uns darüber hinaus ausdrücklich auch zivilrechtliche Schritte vor», sagt Mross. «Wir werden den Fall der betroffenen Leserin und jeden anderen Fall selbstverständlich weiterverfolgen.»

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