Lidl und Aldi: So drücken Discounter die Preise der Konkurrenz
Aktualisiert

Lidl und AldiSo drücken Discounter die Preise der Konkurrenz

Die Anzahl Aktionen hat bei Migros, Coop und Denner seit dem Markteintritt von Lidl und Aldi deutlich zugenommen. Das zeigt eine neue Studie.

von
Dorothea Vollenweider
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Seit zehn Jahren ist der deutsche Discounter Lidl auf dem Schweizer Markt aktiv.

Seit zehn Jahren ist der deutsche Discounter Lidl auf dem Schweizer Markt aktiv.

Keystone/Gaetan Bally
Aldi eröffnete die erste Schweizer Filiale 2005.

Aldi eröffnete die erste Schweizer Filiale 2005.

Keystone/Laurent Gillieron
Eine neue Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Zusammenarbeit mit Lidl Schweiz zeigt, dass sich seither etwas getan hat. Der erhoffte Preissturz fand zwar nicht statt ...

Eine neue Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Zusammenarbeit mit Lidl Schweiz zeigt, dass sich seither etwas getan hat. Der erhoffte Preissturz fand zwar nicht statt ...

Keystone/Christian Beutler

Der Aufruhr war gross, als im Jahr 2005 der deutsche Discounter Aldi seine erste Filiale in der Schweiz eröffnete. Vier Jahre später drang mit Lidl der zweite deutsche Discounter in den Schweizer Markt. Der Konsument erhoffte sich von der neuen Konkurrenz einen Preissturz. Doch sind die Preise tatsächlich gesunken?

Eine neue Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Zusammenarbeit mit Lidl Schweiz zeigt, dass sich seit 2009 tatsächlich etwas getan hat. Zwar fand kein Preissturz statt, doch die Schweizer Detailhändler scheinen eine andere Strategie gefunden zu haben, um mit dem zunehmenden Preisdruck umzugehen. Sie haben die Anzahl Aktionen seit dem Jahr 2009 deutlich erhöht.

Mehr Aktionen, tiefere Aktionspreise

Die Studie der ZHAW hat Produkte untersucht, die häufig gekauft wie auch häufig beworben werden. Dabei konnte festgestellt werden, dass Aktionen deutlich zugenommen haben. Zudem sind die Aktionspreise bei einigen Produkten gesunken.

So hat sich die Anzahl Aktionen für Coca-Cola bei Migros, Coop, Denner und Lidl laut der Studie seit 2010 mehr als verdreifacht. Die Aktionspreise sanken seit 2009 zudem um 10 Prozent. Bei den Windeln sind die Aktionspreise seit 2009 um 22 Prozent gesunken, bei den Waschmitteln um 20 Prozent und bei den Nudeln um 14 Prozent. Zahnpasta wurde seit 2009 doppelt so häufig in Aktion angeboten. Der Aktionspreis sank seither um 6 Prozent.

Ausnahme Milchkaffee und Schokolade

Es gab aber auch Alltagsprodukte, deren Aktionspreise sich seit dem Markteintritt von Lidl im Jahr 2009 nicht verändert haben: So sind die Anzahl Aktionen für Milch und Eiskaffee zwar deutlich gestiegen, doch die Aktionspreise blieben laut der Studie etwa gleich. Beim Cervelat wurden die Promotion fast verdoppelt, die Aktionspreis blieben aber etwa gleich. Die Aktionspreise für Schokolade sind seit 2010 gar gestiegen.

Laut der Studie hat sich auch etwas in den Köpfen der Konsumenten verändert. So glauben über die Hälfte der Befragten (57,6 Prozent), dass sich das Preis-Leistungs-Verhältnis in den vergangenen Jahren verbessert hat. Über 70 Prozent davon führen dies auch auf den Markteintritt des Discounters Lidl zurück. Befragt wurden 1017 Schweizer zwischen 25 und 69 Jahren im Januar und Februar 2019.

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