Sicherheitsdirektor entsetzt: «So eine Gewalteskalation hat Thun noch nie erlebt»
Aktualisiert

Sicherheitsdirektor entsetzt«So eine Gewalteskalation hat Thun noch nie erlebt»

Die Stadt Thun zeigt sich schockiert über das Gewaltpotenzial der GC-Fans und verspricht Konsequenzen. Die Fussballsclubs wollen die Kapo bei den Ermittlungen unterstützen.

von
cho
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Nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Thun kam es am Bahnhof zu heftigen Ausschreitungen.

Nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Thun kam es am Bahnhof zu heftigen Ausschreitungen.

Kapo Bern
Fussball-Anhänger lieferten sich eine Strassenschlacht mit der Polizei.

Fussball-Anhänger lieferten sich eine Strassenschlacht mit der Polizei.

Leser-Reporter
Es flogen Fahrräder, Steine und Tische durch die Gegend.

Es flogen Fahrräder, Steine und Tische durch die Gegend.

Leser-Reporter

Die Wut gegen die GC-Fans, die sich am Samstag nach dem Match in Thun wüste Scharmützel mit der Polizei lieferten, ist gross. «Menschen mit einer solchen Gesinnung und Haltung will der FC Thun nicht als Besucher von Fussballspielen», teilt der Oberländer Fussballclub am Tag danach mit. Er spricht von «gewaltbereiten Fussballanhängern, die die Gesellschaftskultur zu zerstören versuchten.»

Auch der Grasshopper Club Zürich findet harte Worte für das Verhalten seiner Fans: «Der GC verurteilt die Vorfälle von Gewalt auf Äusserste und findet es inakzeptabel, dass es nach dem Spiel ausserhalb des Stadions dazu gekommen ist», so der Club auf Anfrage von 20 Minuten. Beide Clubs wollen der Polizei bei den Ermittlungen so weit sie können unter die Arme greifen. GC-Sprecherin Fabienne Wildbolz: «Sobald alle Auswertungen und polizeilichen Abklärungen vorliegen, wird der Grasshopper Club Zürich sämtliche notwendigen und durchsetzbaren Konsequenzen gegenüber der Täterschaft ziehen.»

Mehrere Verletzte bei Ausschreitungen in Thun

Nach dem Spiel des FC Thun gegen die Grasshoppers kam es am Bahnhof Thun zu wüsten Ausschreitungen. Leser haben die Szenen festgehalten. (Video: Leser-Reporter)

Video: Leser-Reporter

«Reines Glück»

Von Konsequenzen spricht auch Peter Siegenthaler, Thuner Vizestadtpräsident und Vorsteher der Direktion Sicherheit und Soziales. Er zeigt sich schockiert über den Vorfall am Samstagabend: «So eine Gewalteskalation haben wir noch nie erlebt.» Besonders schockiere ihn die Gewaltbereitschaft der Fans, die Steine, Velos und sogar Stühle auf Polizisten geworfen hätten. Fünf Polizisten wurden verletzt. «Es ist reines Glück, dass keine Unbeteiligten zu Schaden gekommen sind», so der SP-Mann.

Erst am Freitag habe er sich für die Rapportssitzung mit der Kapo Bern getroffen. Dort habe er in Sachen Fussball noch eine halbwegs gute Bilanz ziehen können – obschon bereits Ende September Fans des FC Thun und YB-Anhänger beim Bahnhof aneinandergeraten waren. Kurz zuvor hatte es einen Verletzten bei Auseinandersetzungen zwischen Thun- und Sion-Fans gegeben.

Unliebsames Versprechen

Aber jetzt sehe die Sache anders aus. Siegenthaler verspricht Konsequenzen. Wie diese genau aussehen, könne er zwar noch nicht sagen: «Aber sie sollen eine adäquate Antwort sein. Ein Alkoholverbot im Stadion reicht dafür sicherlich nicht aus.» Der Sicherheitsdirektor will sich in den nächsten Tagen nun mit den Verantwortlichen beraten.

Ausserdem will er den Fall in der jährlichen Konferenz der Schweizer Sicherheitsdirektoren thematisieren, denn für Siegenthaler ist klar, wer die Schuldigen am Samstag waren: «Es waren die Fans, die Stadionverbot haben, aber dennoch mit dem Extrazug angereist sind.» Die seien nur gekommen, um in der Stadt Stunk zu suchen. Er hofft auf eine Handhabe, damit solche Menschen ihr Team nicht mehr an Auswärtsspiele begleiten dürfen.

Fussball-Fans randalieren in Thun

Nach dem Fussballspiel zwischen Thun und GC kam es zu Ausschreitungen am Bahnhof in der Nähe des Stadions.

Video: Leserreporter

(cho/20 Minuten)

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