Innovativ: So einen Veloweg gibt es nur in Holland

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InnovativSo einen Veloweg gibt es nur in Holland

Die Velo-Nation Holland sorgt gleich mit zwei eindrücklichen Projekten für Aufsehen: mit einem bunt leuchtenden Pfad und einem Veloweg, der Solarstrom produziert.

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cho/fee

Die Niederländer sind ein Volk von Velofahrern. Kaum verwunderlich also, macht das Land dieser Tage gleich mit zwei Velo-Innovationen von sich reden: In Eindhoven etwa können Zweiradfahrer neu ein regelrechtes Wintermärchen erleben. Denn dort wurde gestern ein einzigartiger Veloweg zu Ehren des niederländischen Künstlers Vincent van Gogh eröffnet.

Das Besondere: Der kilometerlange Pfad ist mit Tausenden glühenden Mosaiksteinchen gepflastert. Diese laden sich tagsüber mit Sonnenenergie auf und leuchten dann während der dunklen Stunden in bunten Farben. Je stärker die Sonne tagsüber strahlt, desto heller strahlen die daumengrossen Flecken in der Nacht. Die Steinchen glühen in verschiedenen Blau- und Gelbtönen und sind in bogen- und wellenartigen Mustern angelegt – ganz nach dem Vorbild von van Goghs weltberühmten Werk «Sternennacht».

Schonend für Mensch und Natur

Das Ganze sei jedoch nicht nur schön für das Auge, betonte der Designer Daan Roosegaaarde gegenüber dem Magazin «Dezeen»: «Das Licht ist für die umliegende Natur und das menschliche Auge viel angenehmer als etwa Strassenlaternen.» An besonders kurvenreichen Stellen ist der Pfad zusätzlich mit LED-Lichtern beleuchtet, damit Velofahrer auch nach einem Tag ohne viel Sonnenschein sicher unterwegs sind.

Der romantische Weg zieht sich durch die Provinz Noord Brabant, wo van Gogh 1853 geboren wurde. Die Eröffnung des Velowegs markiert zugleich den Startschuss für das Van-Gogh-Jahr 2015.

Veloweg erzeugt Solarenergie

Ein nicht weniger innovatives Projekt ist die soeben eingeweihte SolaRoad nördlich von Amsterdam. 70 Meter lang und gepflastert mit Beton-Modulen, in die Solarpanele unter rutschfestem Hartglas eingearbeitet sind – es ist der erste Veloweg, der selber sauberen Strom produziert.

In den vergangenen 16 Tagen seien auf der Strecke bereits 140 Kilowattstunden Strom erzeugt worden, sagte SolaRoad-Sprecherin Jannemieke van Dieren. Dies entspreche 140 Waschgängen eines Geschirrspülers.

Grosse Pläne

Der von den Solarzellen erzeugte Strom wird derzeit noch ins nationale Stromnetz eingespeist, soll aber in Zukunft auch für die Strassenbeleuchtung genutzt werden. Eines Tages sollen die Batterien von Elektro-Velos – oder auch Elektro-Autos – kontaktlos aufgeladen werden können, wie der an der Entwicklung des Projekts beteiligte Physiker Sten de Wit der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Die SolaRoad wird laut de Wit zunächst zwei Jahre lang auf einer Strecke getestet, die täglich rund 2000 Velofahrer nutzen. Ziel ist es, in fünf Jahren Projekte dieser Art in grossem Stil anbieten zu können – nicht nur für Velos, sondern auch für Autos. In den Niederlanden gebe es immerhin 140'000 Kilometer Autostrassen und 25'000 Kilometer Velowege, sagte de Wit.

Die Kosten für das Pilotprojekt belaufen sich den Angaben zufolge bislang auf drei Millionen Euro. Der Grossteil entfiel dabei auf Forschungsausgaben. (cho/fee/sda)

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