Aktualisiert 26.02.2010 17:41

WintersturmSo einfach kann Bewässern sein

Ein Wintersturm fegt zurzeit über die Schweiz. Mit Spitzen über 100 km/h ist er vor allem in hohen Lagen aktiv. Lokal kann es aber kräftige Böen geben - und schöne Bilder.

von
meg

Ein aussergewöhnliches Naturschauspiel hat ein Leser-Reporter von 20 Minuten Online heute um 12.45 Uhr beobachtet. Am Zugersee peitschte der Wind das Wasser mit grosser Kraft gegen das Ufer und bewässerte so einen Baum auf spektakuläre Weise. Der Leser, der den Schnappschuss festhielt, meldet: «So etwas haben wir noch nie erlebt.» Es habe ausserordentlich stark gestürmt. Mittlerweile habe sich der Wind aber beruhigt.

Gemäss MeteoNews blies der Südwestwind im Mittelland mit 70 bis 90 km/h. Allerdings kann es lokal zu deutlich stärkeren Windstössen kommen. «Am Flughafen hatten wir eine Windböe mit 105 km/h», sagt Roger Perret von MeteoNews. Eine solche Böe könnte durchaus auch über Zug hinweggefegt sein.

Spitzengeschwindigkeiten sind vor allem in hohen Lagen zu erwarten. Auf den Bergen herrscht stürmischer von Südwest auf Nordwest drehender Wind. Auf dem Les Diablerets etwa wurden 148 km/h gemessen.

Perret sagt: «Einen solchen Wintersturm gibt es rund fünfmal im Jahr. Das ist nichts Aussergewöhnliches.» Für den Leser-Reporter aber schon: Er hat im richtigen Moment abgedrückt.

Stürmische USA

Kräftig wütet ein Wintersturm im Nordosten der USA. Er hat zu Stromausfällen bei Hunderttausenden Menschen geführt. Es kam durch Regen und Schnee auch zu erheblichen Behinderungen im Strassen- und Flugverkehr. Tausende von Flügen wurden abgesagt. Die Schüler in New York hatten wegen Neuschnees einen Tag schulfrei.

An der Küste von New Hampshire fachte der Wind einen Brand in einem Hotel an, was nach Behördenangaben dazu führte, dass ein ganzer Häuserblock mit Geschäften zerstört wurde. Mitarbeiter der Elektrizitätswerke in der Region versuchten, die durch den Sturm unterbrochenen Stromleitungen wiederherzustellen. (meg/dapd)

Stichwort Windstärke

Windstärken sind in einer zwölfstufigen Skala festgelegt, die auf den britischen Admiral Sir Francis Beaufort zurückgeht und seit 1853 allgemein gültig ist. Daher lautet die Masseinheit dieser Skala auch Beaufort, kurz bft.

Windstärke 0: Windstille; keine Luftbewegung, Rauch steigt gerade empor; spiegelglatte See

Windstärke 1: Leiser Zug; Rauch treibt leicht ab, Fahnen unbewegt; leichte Kräuselwellen

Windstärke 2: Leichte Brise; Blätter rascheln, Wind im Gesicht spürbar; kleine kurze Wellen, Oberfläche glasig

Windstärke 3: Schwache Brise; Blätter und dünne Zweige bewegen sich; Anfänge der Schaumbildung auf See

Windstärke 4: Mässige Brise; Zweige bewegen sich, hebt loses Papier und Staub vom Boden; kleine, länger werdende Wellen, Schaumköpfe

Windstärke 5: Frische Brise; Wind deutlich hörbar, grössere Zweige und kleine Bäume bewegen sich; mässig lange Wellen, überall Schaumköpfe

Windstärke 6: Starker Wind; dicke Äste bewegen sich, Bäume schwanken; Bildung grosser Wellen (2,5 bis 4 Meter) beginnt, grössere Schaumflächen

Windstärke 7: Steifer Wind; Widerstand beim Gehen gegen den Wind; See türmt sich, Schaumstreifen in Wellenrichtung

Windstärke 8: Stürmischer Wind; bewegt grosse Bäume, bricht Zweige, erheblicher Widerstand beim Gehen; hohe Wellenberge (über sieben Meter), überall Schaumstreifen

Windstärke 9: Sturm; weht Ziegel von Dächern, Äste brechen; hohe Wellen mit verwehter Gischt, Brecher beginnen sich zu bilden

Windstärke 10: Schwerer Sturm; entwurzelt Bäume, beschädigt Häuser, selten im Landesinneren; sehr hohe Wellen, Gischt verweht, schwere Brecher

Windstärke 11: Orkanartiger Sturm; heftige Böen, schwere Sturmschäden, selten im Landesinneren; brüllende See, Wasser wird waagerecht geweht, aussergewöhnlich hohe Wellenberge

Windstärke 12: Orkan; Schwere Sturmschäden und Verwüstungen, selten im Landesinneren; Luft mit Schaum und Gischt gefüllt, keine Fernsicht mehr

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