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WienSo entgingen 17 Jugendliche in der Terror-Nacht haarscharf dem Tod

Der Wiener Attentäter hat es gemäss neusten Erkenntnissen auch auf Kirchen abgesehen. Weil eine Gruppe Jugendlicher geistesgegenwärtig reagiert hatte, konnte Schlimmeres verhindert werden.

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Die österreichische Regierung hat entschieden, radikale Moscheen zu schliessen. Im Bild: Bewaffnete Polizisten patrouillieren durch Wien.

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6. November
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«Sie war eine liebende Lebenspartnerin, Tochter, Schwester, Enkelin, Nichte, Tante, Cousine» - die Schwester der getöteten 44-jährigen Österreicherin drückt ihre Trauer in einem öffentlichen Brief aus.

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Polizisten patrouillieren auch am Tag nach dem Terroranschlag durch Wien. Mittlerweile ist bekannt, dass auch ein Schweizer beim Angriff leicht verletzt wurde.

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Darum gehts

  • 17 Jugendliche hatten sich in der Wiener Terrornacht in einer Kirche versammelt.

  • Als sie die Schüsse hörten, verschlossen sie die Tür und löschten das Licht.

  • Sie blieben vom Attentäter unentdeckt.

Die neuesten Enthüllungen hinsichtlich der Terrornacht von Wien machen fassungslos. Wie am Freitag bekannt wurde, marschierte der IS-Attentäter zu Fuss in die Wiener Innenstadt – und wollte sich wohl auch Zutritt zu einer Kirche verschaffen. Michael Prüller, Sprecher der Erzdiözese Wien, führt im «Heute»-Gespräch aus: «An jenem Abend fand eine Gebetsstunde einer katholischen Jugendgruppe statt. 17 junge Erwachsene hatten sich dafür in der Ruprechtskirche versammelt.»

Ist es möglich, dass der Attentäter im Vorfeld von dieser Zusammenkunft wusste? «Nachdem im Vorfeld kaum jemand von diesem Treffen, das auch nicht regelmässig gibt, wusste, halte ich es für sehr, sehr unwahrscheinlich, dass der Täter Kenntnis davon hatte», so Prüller.

Sechs Stunden im Versteck

«Die Jugendlichen haben wie im Lehrbuch gehandelt», schildert Pressesprecher Michael Prüller. «Als sie Schüsse hörten, drehten sie sofort das Licht ab und versperrten die Eingangstüre.» Die Teenager, die mittlerweile von der Ermittlungsgruppe «2. November» einvernommen wurden, versteckten sich dann am Chor – für über sechs Stunden. «Erst, als die Polizei gegen 2.30 Uhr kam, verliessen die jungen Leute die Kirche wieder», so Prüller. Die Ohrenzeugen des Terrors hätten auf die Situation gefasst reagiert.

Der Terrorist wurde – wie berichtet – nur neun Minuten nach dem ersten Notruf vor der Ruprechtskirche – dem ältesten Gotteshaus der Stadt – von einem Cobra-Cop erschossen. Vor dem Hintergrund der neuesten Ermittlungserkenntnisse hat Innenminister Karl Nehammer (VP) umgehend die Bewachung der Kirchen und Synagogen in Österreich verstärkt.

Bist du oder jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Onlineberatung für Frauen (BIF)

Onlineberatung für Männer

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Tel. 147

(coi/woz)

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