Kilimandscharo-Besteigung: Wir beantworten die wichtigsten Fragen

Auf dem Uhuru Peak des Kilimandscharo – mit der richtigen Vorbereitung erhöht man die Chancen auf einen Gipfelerfolg.

Auf dem Uhuru Peak des Kilimandscharo – mit der richtigen Vorbereitung erhöht man die Chancen auf einen Gipfelerfolg.

Nico Schaerer
Publiziert

Höchster Berg AfrikasSo erfüllst du deinen Traum einer Kilimandscharo-Besteigung

Den Gipfel erreicht, wer richtig plant und sich gut vorbereitet. Wir zeigen, worauf es bei der Besteigung des Kilimandscharos ankommt.

von
Martin Hoch

Seit einem Jahr ist der Gipfel des Kilimandscharos für Schweizerinnen und Schweizer noch etwas näher gerückt – dank den Direktflügen von Edelweiss Air von Zürich nach Kilimandscharo. Ein weiterer Grund, weshalb wir uns vorgenommen haben, das Dach von Afrika zu erklimmen. Mit einer Höhe von 5895 m ü. M. ist der Kibo der höchste Berg des Kilimandscharo-Massivs. Wer seinen Gipfel, den Uhuru-Peak, erklimmen möchte, benötigt eine seriöse Vorbereitung.

Der Lohn des Gipfeltags: Der Sonnenaufgang auf dem höchsten Berg Afrikas.

Der Lohn des Gipfeltags: Der Sonnenaufgang auf dem höchsten Berg Afrikas.

Nico Schaerer

1 – Wer kann den Kilimandscharo besteigen?

Eine hohe Wandertechnik setzt der Berg auf den gängigen Routen nicht voraus. Nur an wenigen Stellen muss man die Hände zu Hilfe nehmen. Wer in den Schweizer Bergen T2-Wanderungen (also mit rot-weisser Signalisation) schafft, wird auch am Kilimandscharo technisch gut unterwegs sein. Einzig die Umbwe-Route fordert dich technisch etwas mehr heraus – aber auch bei dieser Route benötigt es keine Klettererfahrung.

Meist geht man auf bestens gepflegten Wegen.

Meist geht man auf bestens gepflegten Wegen.

Nico Schaerer

2 – Wie fit muss ich für den Kilimandscharo sein?

Grundsätzlich gilt wie bei jeder Bergtour: Bringt man eine solide Fitness mit, macht eine Bergwanderung mehr Spass. Tatsächlich trifft man unterwegs zum Gipfel Menschen mit den unterschiedlichsten Fitness-Levels – nicht alle tragen am Gipfeltag ein Lächeln auf dem Gesicht.

Unterwegs legt man regelmässig Pausen zur Erholung ein.

Unterwegs legt man regelmässig Pausen zur Erholung ein.

Nico Schaerer

Wir raten: Starte mindestens drei Monate vor dem Trekking mit wöchentlichem Ausdauersport und nutze deine Freitage für Wanderungen in den Alpen. Als Faustregel: Wer hier in der Schweiz ohne Qualen 1200 Höhenmeter hoch und wieder runter wandert, ist bereit für den Kilimandscharo.

Informationen zum Kilimandscharo-Trekking

3 – Welche Ausrüstung benötige ich für ein Kilimandscharo-Trekking?

Niemand möchte auf dem Gipfel frieren oder unterwegs einen Hungerast erleiden. Eine Ausrüstung, auf die du dich verlassen kannst, trägt zu einem erfolgreichen Trekking bei. Eine Packliste erhältst du vor Abreise vom Reiseanbieter. Einige Ausrüstungsgegenstände, die wir unterwegs als speziell wertvoll empfanden, zeigen wir euch hier in der Diashow.

Suunto 9 Peak Pro Robuste und ultradünne GPS-Multisportuhr – während des Kilimandscharo-Trekkings ein Plus sind die Höhenangabe und die Möglichkeit zur Blutsauerstoffmessung. Fr. 648,95 bei Digitec.

Suunto 9 Peak Pro Robuste und ultradünne GPS-Multisportuhr – während des Kilimandscharo-Trekkings ein Plus sind die Höhenangabe und die Möglichkeit zur Blutsauerstoffmessung. Fr. 648,95 bei Digitec.

Nico Schaerer
Hanwag Yukon Robuster Wanderschuh aus Leder, wiederbesohlbar – wichtig für ein Kilimandscharo-Trekking ist, dass der Wanderschuh bequem und gut eingelaufen ist. Fr. 339.– bei Baechli Bergsport.

Hanwag Yukon Robuster Wanderschuh aus Leder, wiederbesohlbar – wichtig für ein Kilimandscharo-Trekking ist, dass der Wanderschuh bequem und gut eingelaufen ist. Fr. 339.– bei Baechli Bergsport.

zvg
Black Diamond Distance Carbon Z Trekking Poles Ultraleichte und platzsparende Trekkingstöcke aus 100 Prozent Carbonfaser – beim Kilimandscharo speziell am Gipfeltag und beim Abstieg eine willkommene Hilfe. Fr. 210.– bei Black Diamond.

Black Diamond Distance Carbon Z Trekking Poles Ultraleichte und platzsparende Trekkingstöcke aus 100 Prozent Carbonfaser – beim Kilimandscharo speziell am Gipfeltag und beim Abstieg eine willkommene Hilfe. Fr. 210.– bei Black Diamond.

Nico Schaerer

4 – Welche Routen führen auf den Kilimandscharo?

Sechs gängige Routen führen hoch zum Uhuru Peak, dem höchsten Gipfel des Kilimandscharo. Ausser bei der Marangu-Route wird in Zelten übernachtet. Hier eine kurze Übersicht:

  1. Marangu-Route, fünf bis sechs Tage, technisch die einfachste Route und die einzige, bei der man in Hütten übernachtet.

  2. Rongai-Route, fünf bis sieben Tage, technisch leicht, die Kilimandscharo-Überschreitung von Nord nach Süd. Eine gute Wahl in der Regensaison, da beim Aufstieg im Norden trockener.

  3. Lemosho-Route, sieben bis acht Tage, die längste und landschaftlich abwechslungsreichste Route.

  4. Machame-Route, sechs bis sieben Tage, abwechslungsreich und aktuell die meistbegangene Route.

  5. Umbwe-Route, fünf bis sechs Tage, die anstrengendste und schwierigste Route mit wenig Möglichkeiten zur Akklimatisation.

  6. Nord-Route, sieben bis acht Tage, Wanderung auf der Nordseite, wenig abwechslungsreich, dafür auch wenige Touristen.

Während eines Kilimandscharo-Trekkings durchquert man vom Dschungel bis zu den Gletschern die unterschiedlichsten Vegetationsstufen.

Während eines Kilimandscharo-Trekkings durchquert man vom Dschungel bis zu den Gletschern die unterschiedlichsten Vegetationsstufen.

Nico Schaerer

Wir haben uns für die Lemosho-Route entschieden, was sich hinsichtlich schöner Landschaften und optimaler Bedingungen für die Akklimatisation als eine gute Wahl herausgestellt hat.

Würdest du das Trekking wagen?

5 – Wie stark ist die Höhe für den Körper spürbar?

Wie gut man die dünne Höhenluft wegsteckt, ist individuell und hat wenig mit der eigenen Fitness zu tun. Drei Dinge, die helfen, sind:

  1. Wahl der Route – je mehr Tage man sich zur Akklimatisation Zeit lässt, desto höher sind die Chancen auf einen Gipfelerfolg.

  2. Wer die Zeit und Möglichkeit hat, verbringt bereits die Woche vor dem Trekking in einer Schweizer Berghütte oder besteigt zur Akklimatisation in Tansania den nahe gelegenen Mount Meru (4566 m ü. M.).

  3. Während des Trekkings viel Wasser trinken. Drei bis fünf Liter am Tag helfen dem Körper, mit der Höhe zurechtzukommen.

Das Base-Camp befindet sich auf 4’673 m ü. M. – hier schlafen die meisten wegen der Höhe nicht mehr besonders gut.

Das Base-Camp befindet sich auf 4’673 m ü. M. – hier schlafen die meisten wegen der Höhe nicht mehr besonders gut.

Nico Schaerer

Zusätzlich wird man unterwegs von den Guides regelmässig ermahnt, nicht zu schnell zu gehen. Reagiert der Körper dennoch stark auf die Höhe, entscheidet man zusammen mit den Guides, ob die Wanderung fortgesetzt werden kann.

Welchen Berg willst du gerne einmal besteigen? Hinterlasse uns einen Kommentar!

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