In einer Kartonschachtel – So erging es den Büsis, die vor dem Schlachthof ausgesetzt wurden

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In einer KartonschachtelSo erging es den Büsis, die vor dem Schlachthof ausgesetzt wurden

Vor drei Wochen wurden fünf Katzenbabys vor einer Berner Metzgerei ausgesetzt. Eine Tierschutzorganisation päppelte die kranken Tiere auf. Und nun?

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Die Kitten wurden in einer Kartonschachtel vor einem Schlachthof ausgesetzt.

Die Kitten wurden in einer Kartonschachtel vor einem Schlachthof ausgesetzt.

Netap
Rund drei Wochen lang kümmerte sich Netap um die fünf Fellbündel.

Rund drei Wochen lang kümmerte sich Netap um die fünf Fellbündel.

Netap
«Sie waren krank und litten an Durchfall, da sie von Giardien befallen waren», erklärt Netap-Gründerin Esther Geiser.

«Sie waren krank und litten an Durchfall, da sie von Giardien befallen waren», erklärt Netap-Gründerin Esther Geiser.

Netap

Darum gehts

  • Ein unbekannter Halter oder eine unbekannte Halterin hat Mitte Oktober fünf Kitten vor einem Schlachthof deponiert.

  • Die Tierschutzorganisation Netap hat sich seither um die Stubentiger gekümmert.

  • Nun wurden sie an ein Tierheim übergeben.

Die Nachricht tat jedem Tierfreund und jeder Tierfreundin im Herzen weh: Mitte Oktober wurden fünf Kitten vor einer Berner Metzgerei ausgesetzt. Die etwa vier Wochen alten Tiere befanden sich in einer Kartonschachtel, die Mutter fehlte. Die Tierschutzorganisation Network for Animal Protection (Netap) kümmerte sich vorübergehend um sie und erstattete Anzeige.

Nach dem Artikel von 20 Minuten wurde Netap zunächst mit Anfragen von Interessentinnen und Interessenten bombardiert. «Wir erhielten unglaublich viele Meldungen von Leuten, die ein einzelnes Kitten adoptieren wollten», erzählt Präsidentin Esther Geisser. Das sei für die Tierschutzorganisation «extrem frustrierend» gewesen, denn: «Wir klären immer wieder darüber auf, dass Katzenkinder nie alleine aufwachsen sollten. Bis sie erwachsen sind, müssen sie mit einem gleichaltrigen Artgenossen spielen, lernen und sich austesten können. Katzen sind grundsätzlich soziale Tiere, entsprechend ist eine Einzelhaltung nur in Ausnahmefällen sinnvoll.» Viele Leute seien in dieser Hinsicht leider allzu egoistisch, moniert die Tierschützerin: «Sie denken nur an sich und überlegen sich nicht, was für das Büsi gut ist.»

Von Parasiten befallen

Rund drei Wochen lang kümmerte sich Netap um die fünf Fellbündel. Diese mussten dringend medizinisch versorgt werden. «Sie waren krank und litten an Durchfall, da sie von Giardien befallen waren», erklärt Geiser. Giardien sind einzellige Parasiten, die sich im Dünndarm von Hunden und Katzen einnisten, wo sie sich rasant vermehren. Bei mangelnder Hygiene gehen sie auch auf den Menschen über. «Ich kann mir vorstellen, dass die Erkrankung mit ein Grund war, warum man die Tiere loswerden wollte – zumal die Behandlung sehr aufwändig ist», so Geisser.

Inzwischen sind die fünf Büsi wieder gesund und wurden kürzlich an einen Aargauer Tierschutzverein übergeben. Dort sollen sie mindestens bis zu ihrer 13. Lebenswoche bleiben. «Danach werden sie nur paarweise vermittelt», sagt Geisser. Die Katzenmutter konnte derweil nicht ausfindig gemacht werden. Lediglich ein Hinweis zu den mutmasslichen Aussetzern sei bei Netap eingegangen. Diesen habe man der Polizei weitergeleitet, so Geisser.

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(sul)

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