Tränen bei Vater Rakitic - So erklärt der Rakitic-Club den Ärger im Nordwestschweizer Fussball
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Tränen bei Vater RakiticSo erklärt der Rakitic-Club den Ärger im Nordwestschweizer Fussball

Der NK Pajde zieht sich wenige Tage vor Saisonstart aus der 2. Liga zurück. Unter anderem schuld daran ist, dass die Aargauer ihre Heimspiele nicht in Zürich austragen dürfen.

von
Lucas Werder
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Bis Sommer 2020 trainierte Ivans Bruder Dejan Rakitic den NK Pajde.

Bis Sommer 2020 trainierte Ivans Bruder Dejan Rakitic den NK Pajde.

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Vater Luka hatte den Club einst gegründet.

Vater Luka hatte den Club einst gegründet.

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Zwischen 2014 und 2020 spielte Ivan Rakitic beim FC Barcelona.

Zwischen 2014 und 2020 spielte Ivan Rakitic beim FC Barcelona.

imago images/AFLOSPORT

Darum gehts

  • Amateurclub NK Pajde gibt kurz vor Saisonstart wegen zu wenig Spielern seinen Rückzug bekannt und sorgt damit für viel Unmut.

  • Die Aargauer versuchten vergeblich, beim Zürcher Fussballverband unterzukommen.

  • Hinter dem Absturz des Rakitic-Clubs steckt eine kuriose Geschichte.

Nur wenige Tage vor dem Saisonstart hat sich der NK Pajde aus der 2. Liga wegen Spielermangels zurückgezogen und dadurch im Nordwestschweizer Amateurfussball für rote Köpfe gesorgt. Erst im Juni war der Verein aus Möhlin sang- und klanglos aus der 2. Liga interregional abgestiegen. Nun folgt der Absturz in die 3. Liga.

Noch im März sieht die Welt des Clubs, der vom Vater des ehemaligen Barcelona-Stars Ivan Rakitic gegründet wurde, deutlich besser aus. Seit der Saison 2015/2016 spielte NK Pajde in der Zürcher Gruppe der 2. Liga interregional. Im März dieses Jahres fusionierte man mit dem Zürich City SC. «In der Region Zürich hat man als Verein bessere Perspektiven, was Sponsoren anbelangt», erklärt ein Pajde-Vorstandsmitglied, das anonym bleiben möchte, gegenüber 20 Minuten. «In Möhlin hatte der Club keine Zukunft mehr.»

Das Vorhaben von NK Pajde scheitert aber. Obwohl der Rakitic-Club zwei Mal einen Antrag beim Zürcher Fussballverband stellt, erfolgt keine Aufnahme. Dieser habe sich quergestellt, so der Vorwurf von NK Pajde. Weil man auch beim Aargauer Verband keinen Platz bekommt, kehren die Möhliner nach dem Abstieg zwangsläufig in die 2. Liga ihres «Stammverbands» Nordwestschweiz zurück.

Heimspiele in Zürich

Das Problem: Durch die Fusion mit dem Zürich City SC und die jahrelange Teilnahme der 2.-Liga-inter-Gruppe des Grossraums Zürich stammt die Mehrheit der Pajde-Spieler aus dieser Region. «Für viele Spieler ist es nicht möglich, jedes Wochenende für die Spiele in die Nordwestschweiz zu fahren», heisst es beim NK Pajde.

Also unternimmt der Club einen letzten Anlauf und stellt beim Nordwestschweizer Verband einen kuriosen Antrag. Man würde seine Heimspiele gerne in Glattbrugg ZH austragen. Der Verband lehnt ab. «Wir sind der Meinung, dass ein Verein als Mitglied des Fussballverbands Nordwestschweiz seine Heimspiele auch in dieser Region austragen soll», erklärt Pascal Buser, Geschäftsführer des FVNWS.

Tränen bei Vater Rakitic

Ein Entscheid, der das Schicksal von NK Pajde besiegelt. «Wir haben bis zum Schluss alles versucht», sagt das Pajde-Vorstandsmitglied. Über 20 Mal habe man die betroffenen Verbände angeschrieben, um doch noch eine Lösung zu finden – erfolglos.

Nun startet die 2.-Liga-Saison dieses Wochenende ohne den Rakitic-Club. «Das ist sehr schmerzlich», so das Vorstandsmitglied. Besonders nahe sei die Nachricht über den Rückzug Vereinsgründer Luka Rakitic gegangen. «Als er es erfahren hat, hatte er Tränen in den Augen.» Nach der einjährigen Zwangspause will der NK Pajde nächste Saison in der 3. Liga einen Neuanfang starten.

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