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«Ich hatte Angst»So erlebten Schweizer Orkan Xaver

In der Nacht auf heute hat Sturm Xaver weite Teile Nordeuropas verwüstet und bisher sechs Todesopfer gefordert. 20-Minuten-Leser berichten, wie sie den Orkan überstanden haben.

von
hvw

Mindestens sechs Menschen sind wegen des Monstersturms Xaver umgekommen. In der Nordsee sorgte der Orkan für Sturmfluten, in Hamburg waren es die schwersten seit Jahrzehnten. «Xaver» sorgte auch bei Schweizern an verschiedenen Orten für eine unruhige Nacht.

Der Schweizer Raphael Hofer sitzt wegen Windgeschwindigkeiten von 185 Kilometern pro Stunde und Sturmfluten immer noch auf der Insel Sylt fest. Fähren fahren keine, sämtliche Flüge wurden gestrichen. Mit anderen Gästen hat sich Hofer im Hotel eingebunkert, Sandsäcke und Metallplatten sollen vor dem Wasser schützen.

Von heulenden Winden geweckt

Leser Sebastian F. berichtet von Verwüstungen in Kopenhagen: «Die starken Winde haben ein Baugerüst auf einen Baum krachen lassen.» Auf der Strasse lägen zudem etliche Fahrräder, sogar Windeln habe der Sturm herumgeweht, sagt F.

In Hamburg liess der Sturm Hagel und Regen horizontal gegen die Fensterscheiben prasseln, berichten verschiedene Leserinnen. Vera Urweider (27) aus Biel wurde am frühen Morgen von heulenden Winden aus dem Schlaf gerissen. «Ich hatte Angst, dass der Sturm die Fenster eindrückt.» Am Donnerstagabend bekam sie gar nasse Füsse, als die Elbe über die Ufer trat.

Weitere Sturmfluten erwartet

Leila Summa (37) aus Zürich berichtet von abgebrochenen Ästen und beschädigten Autos in den Strassen der Hansestadt. Da die Schulen geschlossen sind, tummeln sich bei der Marketingfachfrau nun Kinder im Büro, «eine komische Situation», meint Summa. Richtiggehend angsteinflössend seien die Vorbereitungen auf den Sturm gewesen, «das hat die Erwartung an etwas ganz Schlimmes geweckt». Zum Glück sei es aber nicht ganz so dramatisch gewesen wie befürchtet.

Heute Nachmittag und am Abend werden weitere Sturmfluten an der Nordsee erwartet. Laut Prognose der Unwetterzentrale soll das Wasser in Hamburg bis drei Meter hoch auflaufen.

Die Behörden lassen sich jedoch nicht beunruhigen. Das Schlimmste sei überstanden, sagte der Umwelt- und Küstenschutzminister gegenüber «Spiegel Online».

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