Fifa-König vs. Journalist: So eskalierte die Blatter-PK
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Fifa-König vs. JournalistSo eskalierte die Blatter-PK

Sepp Blatter spricht gerne von Respekt. Doch genau diesen vermisste ARD-Reporter Florian Bauer an der Pressekonferenz – und liess es Blatter wissen.

von
meg

So eskalierte die Fifa-PK. (Video: M. Gilliand/M. Bangerter 20 Minuten Online)

Fifa-Chef Sepp Blatter liess die Journalisten zunächst eine halbe Stunde warten. Als er sich nach 18.30 Uhr endlich hinter das Rednerpult im Home of Fifa stellte, sprach der Präsident – nicht zum ersten Mal in seiner langen Amtszeit – über Respekt. Florian Bauer allerdings kennt Blatters Respekt nur vom Hörensagen. Der ARD-Reporter, der seit Sonntag täglich aus Zürich berichtet, ergriff nach der Pressekonferenz erzürnt das Wort: «Sie sprechen von Respekt, machen eine PK und lassen die Journalisten nicht einmal Fragen stellen. Ich halte seit einer halben Stunde meine Hand hoch und darf nicht fragen.»

Dass er zu kritische Journalisten lieber nicht in seiner Gegend hat, zeigt das Beispiel Andrew Jennings. Der Engländer hat wegen seiner kritischen Berichterstattung über die Fifa und deren Präsidenten in Zürich nach wie vor Hausverbot, wie er gegenüber 20 Minuten Online bestätigte.

In einem Interview mit der «Weltwoche» sagte Blatter im vergangenen Dezember über kritische Politiker: «Sollen sie doch zuerst hierherkommen, um sich ein Bild zu machen. Kommt doch vorbei. Jeder ist herzlich eingeladen.» Wie er auf kritische Fragen reagieren würde, sagte Blatter nicht. Im Fall Bauer tönte es so: «Wenn ich sage, dass die PK beendet ist, ist sie beendet. Thank you.»

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