Busse wegen Plüsch-Schildkröte - «So etwas Blödes habe ich noch nie erlebt»
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Busse wegen Plüsch-Schildkröte«So etwas Blödes habe ich noch nie erlebt»

Ein junger Mann ist sauer: Auf Facebook schreibt er, dass ihn die Polizei wegen einer Plüsch-Schildkröte auf dem Armaturenbrett gebüsst habe. Laut dieser war das Tierchen aber nicht das einzige Problem.

von
Vincent Vogler
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Mit diesem Facebook-Beitrag lässt ein junger Mann etwas Dampf ab.

Mit diesem Facebook-Beitrag lässt ein junger Mann etwas Dampf ab.

Screenshot/Facebook
Er sagt, dass er wegen einer Plüsch-Schildkröte auf dem Armaturenbrett gebüsst worden sei. 

Er sagt, dass er wegen einer Plüsch-Schildkröte auf dem Armaturenbrett gebüsst worden sei.

zVg.
Der Mann kann das nicht nachvollziehen, denn seine Sicht werde durch das Stofftier nicht eingeschränkt.

Der Mann kann das nicht nachvollziehen, denn seine Sicht werde durch das Stofftier nicht eingeschränkt.

zVg.

Darum gehts

  • Auf Facebook ärgert sich ein junger Mann über das Verhalten der Polizei.

  • Er schreibt, dass er wegen eines Plüschtieres auf dem Armaturenbrett gebüsst worden sei.

  • Die Polizei zählt auf Anfrage eine Handvoll weiterer Vergehen auf.

«Was läuft hier falsch in unserer Stadt?», fragt sich ein User in einer Wiler Facebook-Gruppe. Der Mann postet zu seinem Beitrag ein Bild, auf dem man eine Plüsch-Schildkröte auf dem Armaturenbrett seines Autos sieht. Er schreibt: «Die Zivilpolizei hat nichts anderes zu tun, als uns Junge zu büssen, weil ein Plüschtier auf dem Armaturenbrett liegt.» Die Sicht sei dadurch eingeschränkt, habe ihm die Polizei gesagt. Der User wünscht sich, dass sich die Beamten um grössere Probleme kümmern.

Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Wochenende beim Bahnhof in Wil SG. Das Plüschtier habe der Mann erst am Abend zuvor an einem Greifautomaten gewonnen, wie er zu 20 Minuten sagt. «Es ist für mich einfach nicht verständlich, warum ich dafür gebüsst werde. Meine Sicht ist dadurch überhaupt nicht eingeschränkt», führt er fort. «So etwas Blödes habe ich noch nie erlebt.»

Schildkröte war nicht das einzige Problem

Die Kantonspolizei St. Gallen schildert gegenüber 20 Minuten jedoch ein anderes Bild. Die Schildkröte war nämlich bei weitem nicht das einzige Problem: «Der Lenker beschleunigte auf der Weststrasse in Wil stark, sorgte für grossen Lärm und fuhr mit quietschenden Reifen durch die Kurve», sagt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Zudem habe er beim Abbiegen nicht geblinkt. «Seine forsche und falsche Fahrweise gab uns in der Folge Grund für eine Kontrolle», so Krüsi.

Bei dieser seien den Polizisten gleich mehrere Vergehen aufgefallen: Falsche Felgen, Sportfilter im Auspuff und unter anderem auch das Plüschtier auf dem Armaturenbrett. Die Summe aller Übertretungen sorgte dafür, dass der Lenker verzeigt wurde. Das Festlegen der Höhe der Strafe liege nun im Ermessen des Staatsanwaltes, so Krüsi.

Im Kleinen tolerant, im Grossen konsequent

Grundsätzlich sei die Polizei bei Gegenständen auf dem Armaturenbrett aber kulant: «Bei allgemeinen Kontrollen werden die Lenker meistens darauf hingewiesen, die Gegenstände vom Armaturenbrett zu entfernen», erklärt der Polizeisprecher. Es komme immer auf die Situation und die Grösse des Gegenstandes an. Wichtig sei, dass die Sicht nicht eingeschränkt ist. «Wir sind im Kleinen tolerant und im Grossen konsequent», so Krüsi.

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