29'000 Blitze in 4 Stunden: «So etwas kommt nur einmal im Jahr vor»
Aktualisiert

29'000 Blitze in 4 Stunden«So etwas kommt nur einmal im Jahr vor»

Grosse Teile der Schweiz sind gestern von starken Gewittern heimgesucht worden. Es gab Orkanböen von bis zu 124 km/h, innert kurzer Zeit gingen Tausende Blitze nieder.

von
rey

Am Dienstagabend zuckten innert vier Stunden 29'155 Blitze. Dies teilte SRF Meteo mit. Das Gewitter mit Orkanböen hat vor allem in der Region Zürich und in der Ostschweiz Schäden angerichtet.

Laut dem Wetterdienst zuckten die ersten Blitze kurz vor 16 Uhr im Chablais südlich des Genfersees. Danach entwickelte sich eine riesige Gewitterzelle, die über die Waadtländer Alpen, das Berner Oberland, weite Teile der Zentralschweiz, den Zürichsee, das Zürcher Oberland und die Ostschweiz zog. Kurz nach 20 Uhr zog das Gewitter in Richtung Deutschland weiter. In diesen vier Stunden zählte SRF Meteo 29'155 Blitze.

Dass derart viele Blitze gezählt wurden, ist ungewöhnlich: «In Wädenswil im Kanton Zürich blitzte es rund 600-mal – so etwas kommt nur etwa einmal im Jahr vor», sagt Adrina Müller von MeteoNews.

Blitzmessstationen zählen Blitze

Die vielen Blitze seien auf die «idealen Zutaten» zurückzuführen. «Gestern hat alles gestimmt: Es war feucht genug, hatte genügend Sonneneinstrahlung und eine so genannt labile Luftschichtung – so entstehen heftige Gewitter», so Müller. Die elektrische Ladung, die zu den Blitzen führt, entsteht durch die Reibung von kräftigen Auf- und Abwinden innerhalb einer Gewitterwolke.

Gezählt werden die Blitze übrigens von Blitzzählstationen: «Diese sind in Abständen von rund 150 bis 250 Kilometern aufgestellt, sie zählen und orten die Blitze», sagt Müller. So können Blitzkarten erstellt werden.

Vor allem in der Region Zürich und in der Ostschweiz wüteten gestern heftige Sturm- und Orkanböen. Der höchste Wert wurde in Oberägeri ZG mit 124 km/h gemessen. Auch in Wädenswil ZH und St. Gallen blies der Wind mit rund 100 Stundenkilometern. «Schäden durch umgestürzte Bäume sowie verwüstete Gärten und Balkone waren die Folgen», schreibt SRF Meteo. Lokal gab es zudem Überflutungen.

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