Aktualisiert 22.01.2018 12:36

Simulation im FreizeitparkSo evakuiert Japan, falls Kim mit Raketen angreift

Die japanische Hauptstadt Tokio hat erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine Evakuierungsübung für den Fall eines militärischen Angriffs abgehalten.

Simulierter Angriff in einem Tokioer Vergnügungspark. (Vide: Tamedia/AFP)

Inmitten grosser Spannungen um Nordkoreas Raketen- und Atomwaffenprogramm wurde am Montag in einem Freizeitpark Tokios ein Raketenangriff simuliert. Die 250 Teilnehmer der Übung wurden über Lautsprecher über einen Raketenstart informiert – und mussten in Gebäuden und in einer U-Bahn-Station Zuflucht suchen.

In dem häufig von Erdbeben heimgesuchten Japan gibt es regelmässig Evakuierungsübungen, mit denen die Bevölkerung auf Naturkatastrophen vorbereitet wird. In einigen Landesteilen wurden auch militärische Angriffe simuliert, in der Hauptstadt Tokio war dies aber in den vergangenen Jahrzehnten nicht der Fall.

Simulation «wirbt» für den Krieg

«Ich denke, eine solche Übung ist besser als nichts», sagte der 20-jährige Student Shota Matsushima in der Millionenmetropole. «Aber ich bete, dass es keinen Raketenangriff aus Nordkorea gibt.» Es gab aber auch Proteste gegen die Übung. Die Simulation sei eine Art, für Krieg zu «werben», sagte die Demonstrantin Ikie Kamioka.

Nordkorea hat im vergangenen Jahr wiederholt Raketen über Japan abgefeuert. Allgemein sind die Spannungen wegen des nordkoreanischen Atomwaffen- und Raketenprogramms in den vergangenen Monaten gewachsen, auch wenn es zuletzt mit Blick auf Nordkoreas Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Südkorea Anzeichen für eine Entspannung gab. (afp)

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