Meisterparty: So fieberten die ZSC-Fans beim Public Viewing mit
Aktualisiert

MeisterpartySo fieberten die ZSC-Fans beim Public Viewing mit

Die Fans, die die Löwen nicht im Tessin unterstützten, fanden sich zum letzten Playoff-Finalspiel im Messezentrum ein. Ein Augenschein.

von
Marcel Rohner
Fabian Sangines

4000 ZSC-Fans verfolgten das letzte Spiel der Saison in der Messe Oerlikon und feierten bis in die Morgenstunden. Video: fas

Freudentränen, Umarmungen, Jubelschreie, Meisterzigarren. Vier Jahre lang warteten sie auf diese Momente des Glücks, die Fans der ZSC Lions. Und nun ist es so weit. Einige geniessen sie ganz ruhig für sich, andere lassen ihren Emotionen freien Lauf. Der ZSC ist Schweizer Meister, er gewinnt in der Resega in Lugano 2:0. Etwas mehr als 150 km nördlich feiern 4000 Fans bis tief in die Nacht.

Stunden zuvor: Die jetzt so losgelösten Fans versammeln sich beim Hintereingang der Messe Oerlikon. Gross und klein, alt und jung, so unterschiedlich sie sind, sie haben heute nur diesen einen Wunsch: Ihren ZSC siegen zu sehen. Die Hallen 3 und 4 der Messe sind mit dutzenden Festbänken ausgestattet, sechs Bildschirme übertragen das letzte Spiel der Saison gegen den HC Lugano live.

«Hüt packemers!» – «Aber sicher!»

Die Stimmung vor dem Spiel: gelöst. Nicht viel deutet darauf hin, dass einige der Menschen, die schon an ihren Tischen Platz genommen haben, in den nächsten Minuten zu Tieren werden und ihren Anstand vergessen. Es erinnert mehr an ein gemütliches Beisammensein, mit ganz viel Bratwurst und Bier. «Hüt packemers!», ruft ein Sulander-Fan seinem Kollegen auf dem Weg zur Toilette zu. «Aber sicher!», antwortet dieser. Die beiden und mit ihnen etwa 4000 andere Anhänger sind bereit für einen grossen Hockey-Abend. .

Kurz vor 20:15 Uhr gehen die Lichter aus, Trompeter René bläst zur Attacke. Es wird das erste Mal so richtig laut in den beiden Hallen. Aus hunderten Kehlen ertönt die Nationalhymne. So laut wird es dann bis 20:26 Uhr nicht mehr. Ausser es ist der Mann auf der Leinwand zu sehen, der die Fans der Lions auch im Hass vereint, der immer grinsende Maxime Lapierre. Und dann, eben um 20:26, Uhr zieht Geering ab. Das erste Mal an diesem Abend wird die Messe zur Festhütte.

Der ZSC geht in Führung

Video: Tamedia/SRF

Die Lions gehen in Lugano durch Geering in Führung. Video: SRF

Euphorie, Angst, grenzenloser Jubel

Das Tor weckt die zuvor eher verhaltenen Fans. Plötzlich hat man das Gefühl: Doch doch, heute geht es um den Meistertitel der National League. Und es wird noch besser. Miranda trifft zum 2:0. Es folgen die bangen Minuten, in denen die Schiedsrichter die Videobilder konsultieren. Je länger die Wartezeit, desto lauter werden die Buhrufe. «D'Schiibe isch doch frei gsi», wiederholt ein älterer Fan immer und immer wieder. Bis der Schiedsrichter entscheidet: War sie nicht, das Tor wird aberkannt, der Entscheid ist ein Stimmungskiller.

Fans nach aberkanntem Tor stinksauer

Video: Fabian Sanginés

Die Reaktion der Fans, als das Tor von Miranda aberkannt wird. Video: Tamedia

Und er wiegt schwer auf den Anhängern der Lions. Während dem zweiten Drittel scheint es nicht mehr die Zuversicht zu sein, die dominiert, sondern die Angst, doch noch ein Tor zu kassieren. Aber da ist ja noch der böse Lapierre, der in den zwei Hallen stets für Stimmung sorgt, nur schon mit seiner Präsenz bringt er die ZSC-Fans zum Toben. Und als diese nach Abpfiff des zweiten Drittels merken, dass es nur noch 20 Minuten bis zum Meistertitel dauert, finden sie auch den Mut wieder, ihre Lieblinge anzufeuern.

Dieses Tor beschert den Zürchern den Meistertitel

Video: Tamedia/SRF

Das letzte Tor der Saison 2017/18 erzielt ZSC-Kenins. Video: SRF

Das machen sie während dem letzten Drittel konsequent, zehn Minuten vor Schluss stehen viele, und als Lugano Torhüter Merzlikins für einen sechsten Feldspieler rausnimmt, alle. «Wer nöd gumpet isch kein Zürcher!», die Bänke geben fast nach, die Sensation ist zum Greifen nah. Kenins trifft ins leere Tor, 2:0, die Entscheidung, es gibt kein Halten mehr. «Meischter, Schwiizer Meischter!»

Seger bei der Pokalübergabe

Video: Fabian Sanginés

Der finale Akt: Mathias Seger stemmt den Pokal in die Höhe, verfolgt von den Fans beim Public Viewing. Video: Tamedia

Deine Meinung