«Upskirting»-Skandal: So filmte der Spanner von Madrid unter Frauenröcke
Aktualisiert

«Upskirting»-SkandalSo filmte der Spanner von Madrid unter Frauenröcke

555 Frauen sollen in Madrid Opfer eines Voyeurs geworden sein. Er filmte in der U-Bahn heimlich unter ihre Röcke und stellte die Videos online.

von
doz
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Er filmte den Frauen in der U-Bahn und in Supermärkten unter den Rock: Am 11. Juli 2019 wurde der 53-jährige Kolumbianer Edinson M. Z. in Madrid in Gewahrsam genommen.

Er filmte den Frauen in der U-Bahn und in Supermärkten unter den Rock: Am 11. Juli 2019 wurde der 53-jährige Kolumbianer Edinson M. Z. in Madrid in Gewahrsam genommen.

Keystone/AP/Spanish National Police
Die spanische Polizei hatte den Mann über Wochen heimlich beobachtet und gemerkt, dass er sein Handy in einem Rucksack versteckt hielt.

Die spanische Polizei hatte den Mann über Wochen heimlich beobachtet und gemerkt, dass er sein Handy in einem Rucksack versteckt hielt.

Keystone/AP/Spanish National Police
So funktionierte der Trick von M. Z. (links): Er näherte sich seiner Opfer mit dem Rucksack, dessen vordere Tasche leicht geöffnet war. Darin lag die Kamera.

So funktionierte der Trick von M. Z. (links): Er näherte sich seiner Opfer mit dem Rucksack, dessen vordere Tasche leicht geöffnet war. Darin lag die Kamera.

Screenshot El Mundo

Vor wenigen Tagen flog in Madrid ein Mann auf, der in der U-Bahn mehr als 500 Frauen unter die Röcke gefilmt und die Clips anschliessend im Internet veröffentlicht hatte. Es handelt sich bei ihm laut «El Mundo» um den 53-jährigen Kolumbianer Edinson M. Z., der in Madrid in einer Kartoffel-Verpackungsanlage arbeitete. Seine Mitarbeiter seien über sein plötzliches Verschwinden gar nicht wirklich überrascht gewesen, heisst es auf Nachfrage des Mediums. «Wir dachten, er sei auf Drogen und vielleicht tot», hiess es an seinem Arbeitsort. Abgesehen davon sei er stets hilfreich gewesen und habe gebildet gewirkt.

Von seinem illegalen Hobby hatte niemand etwas geahnt. Überall filmte M. Z. Frauen. Nebst dem Schauplatz der U-Bahn wurde in seiner Wohnung Filmmaterial aus dem Supermarkt, aus dem Zug und von der Strasse gefunden.

Laut der spanischen Polizei – die ihn auch als «einen der grössten Prädatoren weiblicher Privatsphäre» bezeichnet hat – war sein Verhalten zwanghaft. Auch wenn er hätte aufhören wollen, hätte er nicht gekonnt. Jeden Tag ging er erneut auf Jagd, um seine Beute schliesslich auf Porno-Sites zu veröffentlichen. Dabei verdiente er mit den Videos kein Geld. Sein Account auf der pornografischen Website hatte aber ganze 1,3 Millionen Views gesammelt.

Von der Polizei verfolgt

Die Videos veröffentlichte er unter dem Hashtag «Upskirting». Damit gemeint sind Filme, die ohne das Wissen der Gefilmten unter deren Rock hoch zum Intimbereich aufgenommen werden. Solche Clips wurden erstmals aus Asien bekannte, sind aber immer häufiger auch in Europa zu finden.

Ein erstes Mal war der Voyeur aus Madrid im März 2019 aufgefallen. Damals entdeckte eine Einheit der spanischen Polizei für Cyberkriminalität mehr als 200 «Upskirting»-Videos auf dessen Account. Auf den Filmen erkannte die Polizei mehrere Madrider U-Bahn-Stationen. Mit Hilfe der Daten, die die Betreiber der Porno-Seite über den Nutzer gesammelt hatte, konnte der Mann schliesslich mehr oder weniger identifiziert werden. Abschliessende Sicherheit sollte die Polizei aber erst nach dessen Bespitzelung haben.

Keine der Frauen bemerkte etwas

So begann die heimliche Beobachtung des Mannes. Wie sich herausstellte, verfügte Edinson M. Z. über beinahe kein soziales Leben und verbrachte den grössten Teil seiner Freizeit allein. Und tatsächlich: Es gelang der Polizei, den Mann auf frischer Tat zu ertappen. Dieser hatte einen dunklen Rucksack bei sich, dessen vordere Tasche leicht geöffnet war. Darin hatte der Mann die Kamera versteckt. Den Rucksack brauchte er nun einfach unter der Frau in der Metro abzustellen, um das illegale Material zu sammeln.

Keine der Frauen, die dem Mann zum Opfer gefallen waren, bemerkte je, dass sie gefilmt wurden. Dies, obwohl der Mann seine Masche über einen längeren Zeitraum hinweg durchzog. Das erste Bildmaterial ist auf Juli 2018 datiert, das letzte auf den 11. Juli 2019 - dem Tag seiner Festnahme.

Bei seiner Verhaftung leistete der Mann noch Widerstand. Das Video- und Fotomaterial, das bei ihm zu Hause gefunden wurde, spricht allerdings für sich. Nun drohen ihm je nach Verbrechen, für die er verurteilt wird, zwischen einem und sieben Jahren Gefängnis.

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