01.04.2020 17:43

Überlebenskampf

So flexibel zeigen sich Schweizer Unternehmer

Schweizer Unternehmer beweisen in der aktuellen Krise Mut und Erfindergeist. Diese Flexibilität sei für viele Firmen die Rettung, weiss ein Fachmann. Wir zeigen Beispiele.

von
miw
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Thurgauer RegiolieferboxIn der Krise spannen vier Thurgauer Nahrungsmittel-Hersteller zusammen. Sie bieten einen Lieferservice an. Die Kunden können via Web oder per Telefon verschiedene Boxen bestellen. Dazu gehören Brot, Fleisch und Gemüse-Boxen.

Thurgauer RegiolieferboxIn der Krise spannen vier Thurgauer Nahrungsmittel-Hersteller zusammen. Sie bieten einen Lieferservice an. Die Kunden können via Web oder per Telefon verschiedene Boxen bestellen. Dazu gehören Brot, Fleisch und Gemüse-Boxen.

regiolieferbox.ch
Vernetzte Take-awaysDie Plattform www.lockdown-gourmet.ch ermöglicht es hungrigen Nutzern, den nächsten Take-away zu finden. Lockdown-gourmet.ch ist eine Non-Profit-Initiative: Die Registrierung und Benutzung ist kostenlos.Auch die Website www.la-resistance.ch bietet eine Übersicht von Take-aways der ganzen Schweiz an. (Symbolbild)

Vernetzte Take-awaysDie Plattform www.lockdown-gourmet.ch ermöglicht es hungrigen Nutzern, den nächsten Take-away zu finden. Lockdown-gourmet.ch ist eine Non-Profit-Initiative: Die Registrierung und Benutzung ist kostenlos.Auch die Website www.la-resistance.ch bietet eine Übersicht von Take-aways der ganzen Schweiz an. (Symbolbild)

Peopleimages
Kinder- und Seniorenbetreuung sowie Online-UnterrichtAuf www.yoopies.ch/info/wirbrauchensie/ können sich Freiwillige anmelden, die ihre Hilfe kostenlos oder auch bezahlt anbieten möchten. Der Aufruf richtet sich an Kinderbetreuer und Betreuer für Menschen aus der Risikogruppe. Auch werden Freiwillige gesucht, die Online-Nachhilfeunterricht anbieten können. (Symbolbild)

Kinder- und Seniorenbetreuung sowie Online-UnterrichtAuf www.yoopies.ch/info/wirbrauchensie/ können sich Freiwillige anmelden, die ihre Hilfe kostenlos oder auch bezahlt anbieten möchten. Der Aufruf richtet sich an Kinderbetreuer und Betreuer für Menschen aus der Risikogruppe. Auch werden Freiwillige gesucht, die Online-Nachhilfeunterricht anbieten können. (Symbolbild)

Fizkes

Besonders Schweizer Kleinunternehmer zeigen sich derzeit erfinderisch: Lokale Händler mutieren zu Onlineshops mit eigenem Lieferservice, kleinere Unternehmen gründen gemeinsame Plattformen, Betriebe schliessen sich zu Interessensgemeinschaften zusammen. Michele Blasucci, CEO und Gründer von Startups.ch, beobachtet dieses rege Treiben auf dem Markt mit Interesse. Auch für ihn ist klar: «Trägheit wäre jetzt der Untergang.»

Kein Weg führt an online vorbei

«Viele Kleinunternehmer setzen nun Ideen, die sie vielleicht schon lange angedacht hatten, in die Tat um», sagt Blasucci. Besonders oft beobachtet der CEO, wie bislang analoge Betriebe neu auch aufs Digitale setzen. Die aktuelle Krise zeige denn auch ganz deutlich: Sich ein Standbein im Web aufzubauen, ist unabdingbar. «Das muss jetzt jedem, der sich bislang gegen das Online-Geschäft gewehrt hat, klar geworden sein», sagt Blasucci.

Einen Überblick über die kreativen Ideen einzelner Schweizer Unternehmen finden Sie in der obigen Bildstrecke.

Diese Innovationen könnten laut Blasucci aber erst in einer dritten Phase erfolgreich entstehen. In dieser würden die meisten betroffenen Schweizer Betriebe nun stecken: Nach der ersten Überforderung – in der alle schockartig überrollt worden sind – habe man sich in einer zweiten Phase bürokratisch organisieren müssen. Dies sei dank den Behörden ziemlich reibungslos vonstatten gegangen. Der Chef von Startups.ch spricht hier auch aus persönlicher Erfahrung: «Morgens haben wir den Kredit für unsere Firma beantragt, am Nachmittag war das Geld bereits auf dem Konto», sagt Blasucci.

«Nehmt die Hilfe an»

Dank dieses starken Schweizer Systems seien die Überlebenschancen für die Schweizer Firmen grösser. Laut Seco haben die Banken bis Dienstag rund 32'000 Kredite von bis zu 500'000 Franken vergeben. Damit bürgte der Bund mit 6,6 Milliarden Franken für die Kleinkredite. (Stand 3o.1.2020)

Allen Unternehmern, die noch abwägen und sich abmühen, rät der Startups.ch-Fachmann, sich unter die Arme greifen zu lassen: «Nehmt diese Hilfe des Staates an. Seid euch nicht zu schade!»

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