Aktualisiert 24.02.2014 18:03

Brazuca

So fliegt der WM-Ball

Adidas hat den neuen WM-Ball namens Brazuca in einem aufwendigen Prozess entwickelt und getestet. Dank einer neuen Oberfläche soll er noch schneller und griffiger sein.

von
lmm

Wie bei allen Weltmeisterschaften seit 1970 kommt auch 2014 der Ball von Adidas. Das auf den Namen Brazuca getaufte Spielgerät ist ein High-Tech-Produkt mit eigenem Twitter-Account (@adidasbrazuca). Zweieinhalb Jahre dauerte die Entwicklung, während der 600 Spieler – darunter aktuelle und ehemalige Stars wie Zinédine Zidane, Lionel Messi und Bastian Schweinsteiger – den Ball testeten. «Der Brazuca ist der meistgetestete Ball, den Adidas je entwickelt hat – und für den Einsatz unter allen äusseren Witterungsbedingungen geeignet», sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen der deutschen Tageszeitung «Die Welt».

437 Gramm ist der Ball schwer und umfasst die vorgeschriebenen 69 Zentimeter Umfang. Damit ist er drei Gramm leichter als Jabulani, der an der WM 2010 in Südafrika zum Einsatz kam. Fussbälle werden seit der WM 2002 nicht mehr aus Leder genäht, sondern komplett aus Kunststoff gefertigt und zusammengeklebt – beim Brazuca sind es sechs ineinandergreifende Flächen. Dadurch nimmt der Ball keinen Milliliter Wasser mehr auf.

Test-Roboter schiesst mit 160 Stundenkilometern

Durch die sechs identischen Segmente auf der Oberfläche werde die Präzision verbessert und das Flugbild optimiert, wie Adidas-Entwickler Matthias Mecking gegenüber «Spox» sagte (siehe Video). Ausserdem verleihe dies dem Ball «noch mehr Griffigkeit, Haftung, Geschmeidigkeit, Stabilität und Aerodynamik», wie die Fifa ankündigt.

Während des ganzen Prozesses arbeiteten Designer mit Materialexperten und Ingenieuren eng zusammen. In ausführliche Tests muss sich der Ball bewähren. Im Sport Research Lab von Adidas wurde er auf seine Spielbarkeit hin untersucht – zu einem guten Teil von einem Roboter namens Robi-Leg. Dieser kann die Bälle mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde aufs Tor schiessen. Es folgten Tests in der richtigen Umgebung, wobei die Spieler teilweise vorher nicht wussten, womit sie gerade spielten. Die Tests wurden auch aufgezeichnet, damit man schauen konnte, wie der Ball für den Zuschauer vor dem Bildschirm ist.

Mehr Tore?

Laut den Testern hat der Brazuca stabile Flug- und gute Schusseigenschaften, lässt sich gut und eng am Fuss führen und hat eine gute Kraftübertragung. Wie schon frühere Bälle flattert er erst ab einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern – dann aber richtig, da er durch die aerodynamische Form noch schneller werden kann.

Ob sich die Torhüter wie bei der letzten WM über den neuen Ball beschweren werden, wird sich zeigen. Doch für den Fan sind mehr Tore – zumindest auf der richtigen Seite – ja ein Segen.

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