Mujinga Kambundji: «So früh bin ich noch nie aufgestanden»
Aktualisiert

Mujinga Kambundji«So früh bin ich noch nie aufgestanden»

Auf den Punkt über 200 m eine Topleistung erbracht und in den Halbfinal gelaufen: Mujinga Kambundji zeigt sich überglücklich.

von
Marcel Allemann
Rio
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Mit ihrer Halbfinal-Vorstellung über 200 m war Mujinga Kambundji (r.) nicht ganz zufrieden, sie wäre schon gerne schneller gewesen als im Vorlauf.

Mit ihrer Halbfinal-Vorstellung über 200 m war Mujinga Kambundji (r.) nicht ganz zufrieden, sie wäre schon gerne schneller gewesen als im Vorlauf.

Antonio Lacerda
In prominenter Gesellschaft: Mujinga Kambundji (r.) neben 200-m-Weltmeisterin Dafne Schippers, 100-m-Olympiasiegerin Elaine Thompson und der starken Amerikanerin Deajah Stevens (v.r.).

In prominenter Gesellschaft: Mujinga Kambundji (r.) neben 200-m-Weltmeisterin Dafne Schippers, 100-m-Olympiasiegerin Elaine Thompson und der starken Amerikanerin Deajah Stevens (v.r.).

Antonio Lacerda
Kambundji steht über 200 m im HalbfinalMujinga Kambundji läuft im 200-m-Vorlauf 22,78 und steht im Halbfinal.

Kambundji steht über 200 m im HalbfinalMujinga Kambundji läuft im 200-m-Vorlauf 22,78 und steht im Halbfinal.

epa/Antonio Lacerda

Die 200 m waren in dieser Saison die Sorgendisziplin von Mujinga Kambundji. Bis zu diesem Montag: Mit 22,78 lief die 24-jährige Bernerin nicht nur Saisonbestleistung, sondern auch die zweitbeste Zeit über diese Distanz in ihrer Karriere nach den 22,63 im letztjährigen WM-Halbfinal in Peking.

«Ich wusste nicht, wo ich stehe, meine beiden schlechten Läufe an der EM in Amsterdam haben mich aus dem Konzept gebracht», so Kambundji rückblickend. Damals blieb sie zu ihrer Enttäuschung in den Halbfinals hängen. Doch im olympischen Vorlauf von Rio ging es plötzlich wieder: «Das Gefühl war wieder ganz anders, das Laufen fiel mir leichter und ich denke, ich habe auch noch ein Stückchen Reserve, um noch zusetzen zu können.»

Tagwache um 5 Uhr

Kambundji musste bereits um 10.05 Uhr Ortszeit ran und hatte dadurch um 5 Uhr Tagwache. «Es war schon speziell. So früh bin ich für ein Rennen noch nie aufgestanden. Aber es war wunderschön mit dem Sonnenaufgang in diesen Tag zu steigen», erzählte die Schweizer Sprinterin. Ihre Rennen über 100 m hatte sie jeweils noch spätabends und schlief deshalb fast bis am Mittag. «Die Umstellung war schon nicht ganz einfach. Ich ging am Sonntag um 21.30 Uhr ins Bett, aber konnte natürlich nicht einschlafen, da mein bisheriger Rhythmus ganz anders war.» Wach war Kambundji, die insgesamt die 16. Zeit erreichte, dann trotzdem.

Ganz im Gegensatz zu Veronica Campbell-Brown. Die Olympiasiegerin von 2004 und 2008 aus Jamaika schaffte es mit 22,97 nicht unter die besten 24 und blieb damit in ihrem Vorlauf hängen. Lust auf Interviews hatte Campbell-Brown hinterher keine. Wortlos stampfte sie durch die Mixed Zone. «Dass sie nicht weitergekommen ist, ist schon krass», staunte auch Kambundji.

«Noch schneller laufen, aber locker bleiben»

In den Halbfinals vom Dienstag wird Kambundji hinsichtlich einer Final-Qualifikation zu 99 Prozent chancenlos sein. Für die Bernerin geht es primär darum, sich nochmals zu steigern und das Maximum aus ihren Möglichkeiten im Wettlauf gegen die Weltelite und die Uhr herauszuholen: «Ich werde versuchen, noch schneller zu laufen, aber dabei trotzdem locker zu bleiben»

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