19.02.2020 04:46

UmfrageSo frustriert sind Wähler von Grünen und SVP

Laut einer Umfrage ist jeder zweite Stimmberechtigte mit der Politik in der Schweiz unzufrieden. Besonders unzufrieden sind SVP- und Grünen-Wähler.

von
daw
1 / 5
Nur 38 Prozent der Grünen-Wähler beziehungsweise 16 Prozent der SVP-Wähler sind glücklich mit der Politik.

Nur 38 Prozent der Grünen-Wähler beziehungsweise 16 Prozent der SVP-Wähler sind glücklich mit der Politik.

Keystone/Anthony Anex
Entspannt sieht die Umfrage CVP-Nationalrat Philipp Kutter: «In der Schweiz haben Extrempositionen einen schweren Stand – Wähler an den Polen sind darum eher enttäuscht.»

Entspannt sieht die Umfrage CVP-Nationalrat Philipp Kutter: «In der Schweiz haben Extrempositionen einen schweren Stand – Wähler an den Polen sind darum eher enttäuscht.»

Keystone/Dominic Steinmann
Klimaaktivist Dominik Waser überrascht das Resultat nicht: «In der Klimabewegung ist ein grosser Unmut über die Politik da. Sie hat es verpasst, in den letzten Jahrzehnten eine Klimakrise zu verhindern.»

Klimaaktivist Dominik Waser überrascht das Resultat nicht: «In der Klimabewegung ist ein grosser Unmut über die Politik da. Sie hat es verpasst, in den letzten Jahrzehnten eine Klimakrise zu verhindern.»

Keystone/Marcel Bieri

Die Politikverdrossenheit ist im Jahr von Frauen- und Klimastreik gestiegen: So gaben Ende 2019 47 Prozent in der Vimentis-Umfrage mit 21'736 Teilnehmern an, dass sie unzufrieden oder eher unzufrieden sind mit der Schweizer Politik. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 5 Prozentpunkte mehr. 36 Prozent sind tendenziell zufrieden, während 17 Prozent weder zufrieden noch unzufrieden sind.

Allerdings sind nicht alle Wähler gleich abgelöscht: Klar am glücklichsten mit dem Gang der Politik sind die CVP-Anhänger. Auch die FDP- oder GLP-Anhänger sind mehrheitlich zufrieden. Ganz anders ist die Stimmung bei den Anhängern der Polparteien: Nur 38 Prozent der Grünen-Wähler beziehungsweise 16 Prozent der SVP-Wähler sind glücklich mit der Politik.

Unzufriedenheit mit Klima- und Migrationspolitik

Klimaaktivist Dominik Waser überrascht das Resultat nicht: «In der Klimabewegung ist ein grosser Unmut über die Politik da. Sie hat es verpasst, in den letzten Jahrzehnten eine Klimakrise zu verhindern. Die Schweiz hat im Inland zu wenig getan, sich aber auch auf internationaler Ebene zu wenig für das Klima eingesetzt.» Das erkläre den Frust der Grünen-Wähler: «Sie wünschen sich, dass endlich etwas geht, doch die Politik blockiert ernsthafte Massnahmen.» Zum Beispiel brauche es einen konkreten Absenkpfad.

SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi erklärt den Frust der SVP-Wähler hingegen mit einer Entfremdung von Volk und Politik. Diese sei gefährlich für die Demokratie: «Es gibt Anzeichen, dass die Politik immer weniger auf das Volk hört. Das Paradebeispiel ist, dass Bundesrat und Parlament das Ja des Volkes zur Masseneinwanderungsinitiative ignoriert haben.» Gleichzeitig werde die Schweiz immer wirtschaftsfeindlicher. «Mit dem neuen CO2-Gesetz droht das Benzin 12 Rappen teurer zu werden. Unsere Wähler haben allen Grund, sauer zu sein.»

«Extrempositionen haben einen schweren Stand»

Entspannt sieht die Umfrage CVP-Nationalrat Philipp Kutter: «In der Schweiz haben Extrempositionen einen schweren Stand – Wähler an den Polen sind darum eher enttäuscht.» Die CVP dagegen gehöre im Parlament und bei Abstimmungen sehr häufig zu den Siegern. «Unsere Wähler erwarten keine Symbolpolitik, sondern mehrheitsfähige Lösungen, die wir zusammen mit links oder rechts häufig erzielen.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.