Aktualisiert 10.08.2017 10:02

LuzernSo funktionieren die neuen Rettungsboxen

In Luzern tobt ein Knatsch um die neuen roten Rettungsboxen: Zu hässlich, zu kompliziert, heisst es. Die SLRG zeigt nun, wie kinderleicht die Handhabe ist – und demonstriert die Vorteile.

von
Jacqueline Straub

Der Präsident der SLRG-Sektion Luzern, Ueli Bärtschi, erklärt, wie die Super-Rettungsboxen funktionieren. (Video: jas)

Die neuen roten Rettungsboxen in Luzern am Gewässer stören das «ästhetische Empfinden», sagt der Luzerner Architekt Andy Raeber (76). Die «grauenhaften» knallig roten Plastikboxen würden das Luzerner Altstadtbild verschandeln. Und: Die Gebrauchsanweisung der «Monster-Tupperware», wie ein Facebook-Kommentator die lebensrettenden Boxen beschreibt, sei zu kompliziert.

«Der Gebrauch der Rettungsgeräte ist selbsterklärend»

Dem widerspricht Ueli Bärtschi (33), Präsident der SLRG-Sektion Luzern, vehement. «Die Rettungsgeräte sind absolut selbsterklärend. Wenn man die Box aufreisst, ist dahinter entweder ein Rettungsring oder ein Wurfsack mit jeweils einem Seil und einer Bilderklärung.» Und: Wenn ein Ernstfall eintritt, würde man die neuen, roten Rettungsboxen schneller sehen als die alten grauen Rettungsstangen.

Handhabe ist leicht

Bärtschi demonstriert exklusiv für 20 Minuten auch, wie leicht die Handhabe ist: Man muss nur die Plombe aufreissen, den Sack rausnehmen, ins Wasser werfen, wo sich die Person in Not daran festhalten kann. Dann kann man mithilfe des Seils die Person an Land ziehen und retten (siehe Video oben).

Reichweite neu 30 statt nur wenige Meter

Die Rettungsringe oder -Säcke haben zudem einen weiteren, entscheidenden Vorteil gegenüber der bisher üblichen Rettungsstangen: Sie haben dank dem Seil eine Reichweite von 30 Metern. Und das Seil kann anders als die Stangen auch nicht brechen.

In den nächsten Wochen erhält zudem jede Box einen Standortnamen, die dem Rettungsdienst angegeben werden kann, die Notfallnummer sowie eine einfache Gebrauchsanleitung mit Piktogrammen, sagt Ueli Bärtschi (33), Präsident der SLRG-Sektion Luzern.

Rettungsboxen schweizweit verbreitet

Weil das Flussschwimmen in der Reuss zugenommen hat, forderte die städtische CVP, dieses Freizeitvergnügen «sicherer und attraktiver» zu machen, wie Zentralplus berichtet. Nachdem die Stadt Luzern eine Risikobeurteilung in Auftrag gab, zeigte sich, dass die bisherigen Geräte - allen voran die unhandlichen Metallstangen - nicht mehr genügen. Die roten Boxen, die Leben retten sollen, entsprechen den neuesten internationalen Standards. Luzern ist nicht die einzige Stadt, die damit ausgerüstet ist: In der Schweiz gibt es bereits über 2000 derartigen Boxen.

Rote Boxen sorgen in Luzern für Knatsch

In Luzern tobt ein Streit um die neuen Rettungsboxen. Die SLRG zeigt nun, wie kinderleicht die Handhabe ist – und demonstriert die Vorteile.

Die neuen Rettungsboxen kommen kontrovers an. Video: jas

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