Krieg in der Ukraine: Explodierende Weizenpreise und Engpässe bei Tierfuttermittel

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WeizenversorgungSo gefährdet der Ukraine-Krieg die globale Ernährung

Ukraine und Russland liefern ein Viertel der globalen Weizenexporte. Der Krieg gefährdet die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln und könnte zu Hungersnöten führen.

von
Barbara Scherer
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Der Ukraine-Krieg gefährdet den weltweiten Weizenhandel.

Der Ukraine-Krieg gefährdet den weltweiten Weizenhandel.

20min/Simon Glauser
Denn Russland und Ukraine liefern zusammen ein Viertel der globalen Weizenexporte.

Denn Russland und Ukraine liefern zusammen ein Viertel der globalen Weizenexporte.

20min/Celia Nogler
Zudem liefert die Ukraine  allein die Hälfte des weltweit gehandelten Sonnenblumenöls.

Zudem liefert die Ukraine  allein die Hälfte des weltweit gehandelten Sonnenblumenöls.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

Jedes zweite Getreidekorn, das Nordafrika und den mittleren Osten ernährt, stammt aus Russland und der Ukraine: Die beiden Länder liefern zusammen ein Viertel der globalen Weizenexporte. Zudem liefert die Ukraine  allein die Hälfte des weltweit gehandelten Sonnenblumenöls.

Der Ukraine-Krieg gefährdet nun die globale Versorgung mit Nahrungsmitteln, wie die deutsche Verbraucherschutzorganisation Foodwatch in einer Mitteilung schreibt. «Zerstörte Bahnlinien und verminte Häfen werden diese Exporte erstmal blockieren», heisst es weiter.

Die Sanktionen gegen das russische Finanzsystem haben zudem dazu geführt, dass die weltweit grössten Containerschiffsbetreiber, Maersk und Mediterranean Shipping Company, Lieferungen von und zu russischen Häfen vorübergehend einstellen. Das bedroht die Versorgungssicherheit in vielen Afrikanischen Ländern (siehe Box unten).

Kunstdünger aus Russland

Die Kämpfe in der Urkaine bringen auch die bevorstehende Aussaat in Gefahr. Bereits haben hohe Energiekosten und Dürren die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe getrieben. Durch den Ukraine-Krieg dürften sie nun weiter steigen – der Weizenpreis voraussichtlich um bis zu 30 Prozent, sagt Foodwatch.

Dabei könnte Kanada die wegfallenden Weizenlieferungen teilweise füllen. Doch das klappt dieses Jahr nicht: Etwa 40 Prozent der Getreideernte aus dem Westen des Landes fallen aufgrund grosser Trockenheit im letzten Jahr aus, wie «Bloomberg» schreibt.

Getreidepreise explodieren

Der Weizenpreis ist darum bereits so hoch, wie seit 14 Jahren nicht mehr. So hat eine Tonne an der europäischen Getreidebörse in Paris zeitweise 380 Euro gekostet. Auf die Schweiz werden diese Preiserhöhungen aber keine Auswirkung haben, wie der Schweizerische Getreideproduzentenverband sagt.

Denn es gibt in der Schweiz einen Grenzschutz für sensible Produkte wie etwa Brotgetreide, Speiseöl und Kartoffeln. Das soll die Grundversorgung sicherstellen und die eigene Produktion vor Billigimporten schützen.

Tierfutter könnte knapp werden

«Allerdings könnte der Krieg in der Ukraine mittelfristig zu einer Knappheit führen», sagt Präsident Fritz Glauser zu 20 Minuten. Ein möglicher Engpass betreffe vor allem Tierfutter. Weizen für Brot baut die Schweiz zu über 90 Prozent selber an.

Während die Lieferengpässe von Weizen in der Schweiz die Menschen nur indirekt betreffen, bedroht der Ukraine-Krieg die Nahrungsversorgung in Afrika und Asien. Die Folgen sind laut Foodwatch mehr Mangelernährung und mehr Hunger. 

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