Killed in Action: So gefährlich ist es, Polizist zu sein
Aktualisiert

Killed in ActionSo gefährlich ist es, Polizist zu sein

Ob auf Kontrolle, Einbrecherjagd oder beim Schlichten: Immer wieder werden Schweizer Polizisten erschossen. Die jüngsten und bekanntesten Fälle.

von
Joel Bedetti

Der Tod eines Polizisten bei einer Zwangsräumung in Schafhausen BE schockiert die Schweiz. Bei der nachfolgenden Pressekonferenz erwähnte der Berner Polizeikommandant Stefan Blättler, dass der letzte Tod eines Berner Polizisten im Einsatz über 50 Jahre zurückliegt. Doch dass Ordnungshüter Kugeln zum Opfer fallen, geschieht immer wieder, wie die jüngsten und und bekanntesten Fälle zeigen:

Am 9. Oktober 2005 hielt die Waadtländer Polizei bei einer Kontrolle in Bex ein Auto an. Der 46-jährige Fahrer stieg aus und eröffnete sofort das Feuer. Die beiden Polizisten schossen zurück. Ein 29-jähriger Polizist und der Autofahrer starben.

Keine Schussweste

Am 9. Juni 2004 wollte ein Polizist in der Stadt Basel im Streit zwischen einem frisch entlassenen Angestellten und seinem Chef, einem Weinhändler aus Sri Lanka, schlichten. Beim ersten Mal klappte es, die Polizei verliess die Weinhandlung. Bald darauf alarmierte der Weinhändler erneut die Polizei. Als sie ankam, eröffnete er ohne Vorwarnung das Feuer. Ein 49-jähriger Polizist starb. Sein Kollege schoss zurück und tötete den Weinhändler. Beim ersten Schlichtungsversuch hatte der Polizist noch eine Schussweste getragen, beim zweiten Mal hatte er sie abgelegt. Da der Schuss durch die Achselhöhle ging, hätte ihm das Tragen der Weste aber kaum geholfen. Er hinterliess Kinder und Frau.

Am 20. März 1996 verfolgten zwei Beamte der Stadtpolizei St. Gallen zwei Einbrecher, welche sie in flagranti ertappt hatten. Die Einbrecher eröffneten das Feuer und töteten einen 31-jähriger Polizisten. Die Täter konnten fliehen, wurden aber später verhaftet.

Erster Amoklauf

Die weiteren Fälle liegen nach Recherchen von 20 Minuten Online über 20 Jahre zurück. Einige Tötungen sind jedoch in Erinnerung geblieben:

Am Weihnachtstag 1980 erschoss der deutsche Rechtsextremist Frank Schubert am Grenzübergang in Koblenz einen Schweizer Grenzpolizisten sowie einen Polizisten der Kapo Aargau und richtete sich anschliessend selbst.

1989 erschoss der bekannte Öko-Terrorist Marco Camenisch auf der Flucht einen Grenzwächter in Puschlav GR, der ihn kontrollieren wollte. Als er und Mithäftlinge 1981 aus dem Gefängnis Regensdorf ZH flohen, erschossen seine Fluchtkumpanen einen Gefängniswärter.

Gleich vier Baupolizisten starben 1986 - ihr Chef erschoss sie. Die Bluttat des Zürcher Baupolizei-Vorstehers Günther Tschanun war einer der ersten Amokläufe in der Schweiz.

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