Migros, Denner, Aldi reagieren: Nach Rückruf – so gefährlich sind Listerien im Fertigsalat

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Migros, Denner, Aldi reagierenNach Rückruf – so gefährlich sind Listerien im Fertigsalat

Mehrere Schweizer Detailhändler rufen Fertigsalate zurück. Grund: Sie enthalten Listerien. Die Bakterien können zu ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden führen.

von
Reto Heimann
Nicolas Saameli
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M-Budget Mischsalat
M-Budget Mischsalat

Zu verbrauchen bis und Los-Nr.: 07.01.2021 (xxx/17) und 08.01.2021 (xxx/17).

Verkaufsorte: Genossenschaft Luzern, Genossenschaft Basel und Migros Online.

Migros
M-Classic Saladbowl Chicken
M-Classic Saladbowl Chicken

Zu verbrauchen bis und Los-Nr. 07.01.2021 (xxx/17) und 08.01.2021 (xxx/17).

Verkaufsorte: Genossenschaft Ostschweiz, Genossenschaft Basel und Outlet Dierikon.

Migros
Anna's Best Mittelmeer Salat
Anna's Best Mittelmeer Salat

Zu verbrauchen bis und Los-Nr. 07.01.2021 (xxx/17) und 08.01.2021 (xxx/17).

Verkaufsorte: Genossenschaft Luzern und Genossenschaft Basel.

Migros

Bei Fertigsalaten verschiedener Schweizer Detailhändler wurden Listerien nachgewiesen. Betroffen sind Salate von Migros, Denner und Aldi. Alle drei Supermärkte rufen die Salate umgehend zurück. Auf keinen Fall solle man die Salate essen.

Denn: Der Verzehr der Salate könnte schwerwiegende Erkrankungen hervorrufen – insbesondere für Personen, deren Immunsystem geschwächt ist. Auch bei anderen Risikogruppen wie älteren Menschen und Schwangeren können schwerwiegende Komplikationen bis hin zu tödlichen Krankheitsverläufen entstehen.

Wer grippeartige Symptome (Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit) aufzeigt, soll deshalb sofort einen Arzt aufsuchen. Kunden, die eines der betreffenden Produkte gekauft haben, können es zurückbringen und erhalten den Verkaufspreis zurückerstattet.

Das sind die von Listerien befallenen Salate:

Das sind die von Listerien befallenen Produkte

  • Migros

  • M-Budget Mischsalat, Verkaufsorte: Genossenschaft Luzern, Genossenschaft Basel, Migros Online

  • M-Classic Saladbowl Chicken Verkaufsorte: Genossenschaft Ostschweiz, Genossenschaft Basel, Outlet Dierikon (LU)

  • Anna`s Best Mittelmeer Salat, Verkaufsorte: Genossenschaft Luzern, Genossenschaft Basel

  • Anna`s Best Festtagsalat, Verkaufsorte: Genossenschaft Luzern, Genossenschaft Basel, Migros Online

  • «Erlesener Salat», Verkaufsorte: Genossenschaft Basel

  • Anna`s Best Saladbowl Country, Verkaufsorte: Genossenschaften Luzern, Ostschweiz, Tessin, Basel und Zürich

  • Anna`s Best Saladbowl Thon, Verkaufsorte: Genossenschaften Luzern, Ostschweiz, Tessin, Basel und Zürich, Migros Online

  • Denner

  • Mmmh Mischsalat mit Poulet und Ei. Alle Verkausstellen sind betroffen, Verbrauchsdaten von 8. bis 9. Januar

  • Name: Mmmh Mischsalat mit Oliven. Alle Verkausstellen sind betroffen, Verbrauchsdaten von 8. bis 9. Januar

  • Name: Mmmh Rustico Salat
    Aldi

  • Mischsalat 320 g, Verbrauchsdatum 7., 9. und 10. Januar

  • Salat Cup Nature 250 g, Verbrauchsdatum 8. und 9. Januar

  • Ultrafrische Salate, Sorte Wurst-Käse 300g, Verbrauchsdatum 7. Januar

Die Listerien wurden auf dem Mais in den Fertigsalaten nachgewiesen. «Dieser sollte eigentlich pasteurisiert oder sterilisiert sein», sagt Corinne Gantenbein, Professorin für Lebensmittelmikrobiologie an der ZHAW in Wädenswil: «Es scheint also ein Hygieneproblem vorzuliegen.»

Die Josef Müller AG, die einige der betreffenden Fertigsalate hergestellt hat, nimmt Stellung: «In diesem Fall gehen wir davon aus, dass es bei einem vorgefertigten Produkt – namentlich dem Mais – eine Chance auf Listerien gibt», so die Firma auf Anfrage.

Wenn ein Verdacht auf Listerienbefall vorliegt, müssen sie das melden. «Wir müssen schon handeln, wenn es nur einen Hinweis gibt», so die Josef Müller AG. «Wir haben aufgrund der Hinweise den Entscheid selbstständig getroffen, das Produkt zurückzurufen.»

Öffentliche Warnung

Auch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat eine öffentliche Warnung publiziert.

Darin empfiehlt das BLV, die entsprechenden Produkte ja nicht zu essen und sofort zu entsorgen. Eine Erkrankung verlaufe bei den meisten Menschen zwar milde oder sogar ohne Symptome: «Bei immungeschwächten Personen kann sich eine Reihe schwerer Symptome mit unter Umständen tödlichem Ausgang entwickeln», so das BLV.

Bei Schwangeren Fehlgeburten möglich

Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) tritt als Folge einer Listeriose oft eine fieberhafte Erkrankung mit grippeähnlichen Symptomen oder Durchfall auf. Personen mit schwachem Immunsystem können hingegen starke Symptome entwickeln.

Das BAG nennt Hirnhautentzündungen, Blutvergiftungen oder Lungenentzündungen als Beispiele für schwere Krankheitsverläufe. Bei Schwangeren kann es zu Fehlgeburten kommen infolge einer Listerien-Erkrankung.

Zehn Tote im letzten Jahr

Es ist nicht das erste Mal, dass Listerien in Schweizer Produkten nachgewiesen werden. Im August 2020 eröffnete die Staatsanwaltschaft Innerschwyz ein Strafverfahren gegen die Käserei Vogel in Steinerberg im Kanton Schwyz. Seit 2018 kam es dort zu mutmasslich 34 Erkrankungen, die nach Verzehr des Bries der Käserei nachgewiesen werden konnten.

Zehn dieser Personen sollen demnach an der Listerien-Erkrankung gestorben sein. Dementsprechend ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Verdacht auf mehrfache fahrlässige Tötung. Die Käserei Vogel hat ihren Betrieb mittlerweile eingestellt.

Gemäss Bundesamt für Gesundheit kommt es in der Schweiz jährlich zu bis zu 80 Listerien-Fälle. Die Sterblichkeit kann bis zu 20 Prozent der gemeldeten Fälle betragen.

Das ist Listeriose

Bei Listeriose handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit. Verursacht wird diese durch das Bakterium Listeria monocytogenes. Diese Bakterien werden vorwiegend über Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch oder auch Milchprodukte übertragen. Eine Übertragung ist aber auch durch pflanzliche Lebensmittel möglich. Jährlich werden in der Schweiz bis zu 80 Fälle gemeldet. Die Listeriose betrifft vor allem Personen mit einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise ältere Personen, Neugeborene oder schwangere Frauen: Dabei können bei Betroffenen unter anderem Symptome wie Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen auftreten. Bei Personen mit normalen Abwehrkräften verläuft die Infektion gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) meistens milde. So können etwa grippeähnliche Symptome oder Durchfall auftreten.

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