10.10.2020 09:00

So gehen Raclette und Fondue richtig

Wann ist der perfekte Zeitpunkt, um die Käsekruste vom Caquelon abzukratzen und soll man die Rinde vom Raclettekäse wegschneiden? Das sind nur zwei Fragen, die sich an einem Raclette- oder Fondueabend stellen. Wir bringen Licht ins Dunkel, damit du (Schmelz-)Käse-Fails vermeidest.

von
Lucien Esseiva
10.10.2020

Die 7 Fondue-Essentials

Darf man ein Fondue in einem Metalltopf servieren? Wenn man nichts anderes zur Hand hat – auf jeden Fall. Das ist immer noch besser, als ganz darauf zu verzichten. 

Darf man ein Fondue in einem Metalltopf servieren? Wenn man nichts anderes zur Hand hat – auf jeden Fall. Das ist immer noch besser, als ganz darauf zu verzichten.

Photo by Klara Avsenik on Unsplash

1. Virenschleuder

Gerade jetzt, wo sich die meisten Menschen in den eigenen vier Wänden anstecken, gilt mehr denn je: Wer sich krank fühlt, sagt die Einladung zum Znacht ab. Das gilt ganz besonders für Fondue, wo alle die Gabel in den gleichen Topf halten. Wer sich beim gemütlichen Fondueabend sowieso ganz korrekt verhalten will, steckt die Fonduegabel nie in den Mund, sondern streift das käsige Brot mit einer separaten Gabel ab und verspeist es so.

2. Vielfrass

Wir kennen es alle. Zu Beginn eines jeden Fondueabends sterben wir fast den Hungertod und können es nicht erwarten, das erste Brot in den Käse zu tauchen. Mehrere Brote an die Gabel zu stecken ist jedoch keine Option um schneller satt zu werden. Das ist einfach nur egoistisch und hat ausserdem wenig Stil.

3. Strafverweigerung

In «Asterix bei den Schweizern» sind die Strafen beim Brotverlust ziemlich brutal – Auspeitschen geht nun doch ein bisschen zu weit. 

In «Asterix bei den Schweizern» sind die Strafen beim Brotverlust ziemlich brutal – Auspeitschen geht nun doch ein bisschen zu weit.

Ehapa-Verlag

Was für Strafen beim Brotverlust drohen, ist jeder Tischgesellschaft selbst überlassen. Vom in Unterhosen in den Schnee hüpfen, bis zu Küsschen verteilen oder Lieder vortragen, ist vieles denkbar. Was aber gar nicht geht: Die Strafe verweigern oder den Nachbarn das Brot von den Gabel schubsen – das ist fies!

4. Schnapsige Würzer

Fondue ist – wie so vieles – absolute Geschmackssache und nicht jeder ist Fan von zu viel Kirsch oder Pfeffer in der Käsemischung. Darum sollte man die Schnaps- und Gewürzmengen den Gastgebern überlassen und keinesfalls ungefragt mehr Feuerwasser oder Gewürze in den Käse schütten. Steht man sehr auf Kirsch, so kann man sein Brot individuell nachschnapsen. Das gleiche gilt fürs Würzen.

5. Geschmackliche Experimente

Es soll Menschen geben, die Ananas und Käse lieben. Sei es auf dem Toast, der Pizza oder halt eben im Fondue. 

Es soll Menschen geben, die Ananas und Käse lieben. Sei es auf dem Toast, der Pizza oder halt eben im Fondue.

Photo by Stephany Williams on Unsplash

Gegen Experimente beim Fondueessen ist nichts einzuwenden. Wer es mag, darf nebst Brotstücken auch Kartoffeln, Pilze oder Trockenfleisch in den Käse tunken. Doch bitte verzichtet auf Nahrungsmittel, die den Käse aromatisieren, denn nicht jeder mag sein Fondue mit Ananas- oder Essiggurkengeschmack. Auf deinem eigenen Teller ist das alles aber voll okay.

6. Rührverweigerer

Damit das Fondue immer schön cremig bleibt, will es stetig gerührt werden, da müssen alle mithelfen. Einfach nur das Brot in die Mischung halten, ohne dabei eine Acht (wichtig!) zu rühren, ist keine Option.

Immer schön in der Form einer Acht rühren, sonst wird das Fondue klumpig. 

Immer schön in der Form einer Acht rühren, sonst wird das Fondue klumpig.

Unsplash / Angela Pham

7. Grossmutterdieb

Grossmütter, sind sie noch so herzig (oder fein), werden nicht geklaut. Keine Diskussion!

Grossmütter, sind sie noch so herzig (oder fein), werden nicht geklaut. Keine Diskussion!

Photo by Antevasin Nguyen on Unsplash

Die Käsekruste am Boden des Caquelons – auch Grossmutter genannt – bleibt dort, bis sie sichtbar ist. Erstens, weil sich viele den ganzen Abend darauf freuen und sie geteilt werden soll und zweitens, weil unter der Kruste der Käse anbrennen kann und sich der schlechte Geschmack bei zu frühen ankratzen im ganzen Fondue verteilt.

5 Raclette-Rules

Nur so sieht (im Wallis) ein richtiges Raclette aus. 

Nur so sieht (im Wallis) ein richtiges Raclette aus.

Unsplash / Claudio Schwarz

1. Versprecher

Im Wallis, wo das Raclette erfunden wurde, nimmt man es mit der Bezeichnung ziemlich ernst. Ein Raclette ist dort nur das Gericht, das vom ganzen Käselaib abgestrichen wird. Die Variante mit den kleinen Pfännchen, wie wir sie häufig essen, heisst ganz korrekt Raclonette.

2. Rindenschneider

Die Käserinde gehört an den Raclettekäse, denn dort versteckt sich viel Geschmack. Wer sie also abschneidet, der hat nur halb so viel lukullisches Vergnügen. Sie kann ausserdem völlig bedenkenlos gegessen werden.

3. Tischgrillierer (oder nicht)

Dieser Tischgrill ist noch etwas leer – vermutlich aber nicht mehr allzu lange. 

Dieser Tischgrill ist noch etwas leer – vermutlich aber nicht mehr allzu lange.

Von Klaus-Dieter Keller, Germany 

Es ist noch nicht allzu lange her, da hatten die wenigsten Raclette-Öfeli einen Tischgrill als Deckel. An diesem Zusatznutzen spalten sich nun aber die Geister. Darf man zum Käse noch ein Würstli oder Speck und Gemüse braten oder geht das zu weit? Das ist natürlich Geschmackssache. À propos Geschmack: Als würde Raclette nicht schon genug Düfte in die Wohnung abgeben, verlängert Speckanbraten die olfaktorische Verpestung für Tage.

4. Doktor Schnaps

Sorry, nein, auch Tequila hilft nicht beim Verdauen von Raclette.

Sorry, nein, auch Tequila hilft nicht beim Verdauen von Raclette.

Photo by Miguel Andrade on Unsplash

Wer kennt es nicht, nach einem ausgiebigen Raclette-Abend liegt der Käseklumpen schwer im Magen. Viele greifen darum gerne zu einem Gläschen Schnaps, um die Verdauung anzukurbeln. Doch das sollte man (zumindest aus medizinischen Gründen) bleiben lassen. Forscher des «British Medical Journal» fanden heraus, dass Alkohol die Magenentleerung massiv verlangsamt. Hatten die Probanden, die nur Tee und Wasser tranken, das Fondue bereits nach sechs Stunden verdaut, dauerte der Prozess bei den Schapstrinkern gut drei Stunden länger.

5. Abwaschprofi

Einige Geschirrspüler haben sogar ein Raclette-Programm. Sauberer wird es aber noch immer beim Abwaschen von Hand. 

Einige Geschirrspüler haben sogar ein Raclette-Programm. Sauberer wird es aber noch immer beim Abwaschen von Hand.

Photo by Nathan Dumlao on Unsplash

Angebrannter Käse im Pfännchen ist mühsam und geht schlecht weg. Unser Tipp: Das Geschirr nie in heisses Wasser einlegen, dann werden die Käseresten erst recht gummig und gehen noch schlechter ab. Besser ist kaltes Wasser, darin die Pfännchen einfach über Nacht einlegen. Wer es pressant hat, streut Backpulver ins Abwaschwasser, dann löst sich die Kruste wie von selbst. Das funktioniert natürlich auch beim Fondue-Caquelon.

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3 Kommentare
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Susanne

11.10.2020, 20:02

Ein echter Profi ist das Fondue kalt.

Sunpower

11.10.2020, 18:52

Wärme nicht nur beim Käse 🧀 schmelzen. In nur einer Stunde liefert die Sonne ☀️ genug Energie, um die gesamte Weltbevölkerung 🌎 für ein Jahr mit Strom⚡️versorgen zu können. Dieses Potenzial müssen wir nutzen. Die Elektro­mobilität und Solar­technologie ☀️ebnen den Weg in eine klima­freundliche Mobilität. 👍🔝

Julius Käser

11.10.2020, 13:06

Ich frage mich gerade, ob Corona Viren die Hitze im Fondue überleben? Ich desinfiziere aber immer mit Kirsch; dafür habe ich ein grosses Glas in das ich das Brot tauche, bevor ich es ins Caquelon tauche. Auf der anderen Seite wird das Fondue oft zu heiss gehalten, was den Geschmack verändert und auch zum anbrennen führen kann - mit entsprechendem schlechten Geschmack. Und eine Käsemischung von einem Käseladen, ganz auf Wunsch gemischt, ist immer besser als die abgepackte Restenverwertung in den Supermärkten. Und Tee ist eindeutig besser als Weisswein - vor allem besser als Fendant - der schmeckt nur hoch oben auf den Skipisten - aber der dritten Flasche.