Aktualisiert 10.07.2018 14:10

Höhlendrama in Thailand

So geht es für die geretteten Buben weiter

Nach der komplizierten Rettung aus der Höhle müssen die Buben noch warten, bevor sie in ihr normales Leben zurückkehren können.

von
phg

Die 12 geretteten Buben sind den Umständen entsprechend bei guter Gesundheit und nicht in Lebensgefahr. Dennoch müssen die Kinder sich noch gedulden, bis sie ihren Familien in die Arme fallen dürfen. Die ersten Geretteten konnten ihre Eltern nur durch ein Glasfenster sehen.

Zuerst muss sichergestellt werden, dass sie niemanden anstecken. Ein Mitglied der thailändischen Gesundheitsbehörde erklärte, dass es keine «Umarmungen oder Berührungen» geben werde, bevor Bluttests beweisen, dass die Buben gesund sind. Zu den möglichen Risiken gehören Leptospirose und Melioidose – bakterielle Infektionen, die über Wasser oder den Boden übertragen werden können, berichtet die Newssite «Kom Chad Luek».

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Die geretteten Fussball-Junioren werden abgeschirmt, als sie zwischen Auto und Helikopter umsteigen.

Die geretteten Fussball-Junioren werden abgeschirmt, als sie zwischen Auto und Helikopter umsteigen.

AFP/Lillian Suwanrumpha
Die thailändische Armee veröffentlichte ein Foto der Fussball-Junioren, die über zwei Wochen in einer Höhle gefangen waren. (2. Juli 2018)

Die thailändische Armee veröffentlichte ein Foto der Fussball-Junioren, die über zwei Wochen in einer Höhle gefangen waren. (2. Juli 2018)

Royal Thai Army
Auch nach der beschwerlichen Rettung aus der Höhle haben die Buben einige Hürden zu überwinden, bevor sie ihr normales Leben wieder aufnehmen können. (7. Juli 2018)

Auch nach der beschwerlichen Rettung aus der Höhle haben die Buben einige Hürden zu überwinden, bevor sie ihr normales Leben wieder aufnehmen können. (7. Juli 2018)

Keystone/AP/Royal Thai Navy

Nach den zwei Wochen in kompletter Dunkelheit tragen die Kinder Sonnenbrillen, bis sie sich wieder ans Tageslicht gewöhnt haben. Vorerst wird ihnen das traditionelle thailändische Gericht Pad Krapow aus würzigem Fleisch und Reis, das sie gerne essen würden, vorenthalten. Weil sie tagelang hungern mussten, sind die Ärzte vorsichtig: Lediglich verdünnten Brei, Brot und etwas Schokolade können die Buben vorerst essen.

«Gefangenschaft als Prüfung sehen»

Mindestens sieben Tage lang werden die Fussball-Junioren noch im Spital bleiben, wo sie weiter untersucht werden. Das bedeutet auch, dass sie nicht zum WM-Final nach Moskau reisen können. Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte die Buben dazu eingeladen.

Die Buben werden zudem von TV-Geräten ferngehalten. Dr. Thornnin Kongsuk, Direktor des Spitals in dem die geretteten Junioren untersucht werden, ist besorgt, dass die Kinder lebenslang traumatisiert werden könnten. «Wenn die Jungs und der Coach die Gefangenschaft in der Höhle als Prüfung oder Abenteuer sehen, wird es ihnen gut gehen», sagt er. «Aber wenn sie es als Folter in Erinnerung behalten, wird ihre mentale Gesundheit leiden.»

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