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HTC Vive«So geil!» – Balthasar Glättli testet Cyberbrille

20 Minuten hat die HTC Vive ausprobiert – mit Leuten, die die Brille zum ersten Mal aufgesetzt haben. Mit dabei war unter anderem Nationalrat Balthasar Glättli.

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tob

«Let's Rock» – 20 Minuten testet die Vive-Cyberbrille mit Nationalrat Balthasar Glättli und dem stellvertretenden Chefredaktor Gaudenz Looser.<i> (Video: Philipp Stirnemann)</i>

Virtual-Reality, kurz VR, ist die Zukunft. Daran glaubt nicht nur Facebook-CEO Mark Zuckerberg, der 2014 zwei Milliarden US-Dollar investierte, um den Cyberbrillen-Hersteller Oculus VR zu kaufen. Damals existierten die Brillen erst als Prototypen. In diesem Jahr sind nun gleich von mehreren Herstellern VR-Brillen in den Handel gekommen.

Die spannendste Cyberbrille hat aber nicht Oculus VR im Angebot, sondern HTC. Mit dem Vive-Headset ist dem Hersteller aus Taiwan ein Coup gelungen. Die Highend-Version hat mit Handy-Cyberbrillen wie der Samsung Gear VR nur wenig gemeinsam.

Wie im Holodeck

Der Grund? Die Cyberbrille ist wohl am ehesten vergleichbar mit dem Holodeck aus «Star Trek». Denn neben der Brille, die die optische Illusion möglich macht, erhält man auch zwei Controller, die es ermöglichen, die Hände mit in den Cyberspace zu nehmen. Zwei kleine Böxchen, HTC nennt sie Lighthouses, verfolgen die Bewegungen der Spieler.

Fuchtelt man mit den Controllern in der Realität, so fuchtelt man auch im Cyberspace. Duckt man sich oder läuft herum, geschieht das ebenfalls in der virtuellen Welt. Zwar hat auch Oculus solche Controller geplant, diese sind aber noch nicht erhältlich.

Hirn ausgetrickst

Für den Test hat 20 Minuten die Vive mit einem Dutzend Leuten ausprobiert, die zum ersten Mal die Brille auf der Nase hatten. Die Reaktion fiel bei allen Testern durchs Band positiv aus. Schlecht geworden, obwohl das vor dem Experiment einige befürchtet hatten, ist keinem. Die virtuellen Hände bieten nämlich eine Art Ankerpunkt in der virtuellen Welt.

Die Brille schafft es, den Träger vollständig in die virtuelle Welt hineinzuziehen. Das ging so weit, dass einer der Tester den Controller auf ein virtuelles Möbelstück ablegen wollte – was zur Folge hatte, dass dieser auf den Boden knallte. Dabei ist die Grafik des Spiels «Job Simulator» nicht einmal fotorealistisch, sondern in einer Art Comic-Stil gehalten.

Trailer zum Spiel «Job Simulator». (Video: Youtube/Gamespot)

Kabellose Zukunft?

Zurzeit dürften sich zwar viele für Virtual Reality auf dem Niveau der HTC-Brille interessieren, aber noch vor den hohen Kosten für die Anschaffung zurückschrecken. Das Headset kostet knapp 1000 Franken. Zusätzlich ist ein Computer mit entsprechend schneller Grafikkarte notwendig (siehe Box).

So wirklich Spass macht das Headset zudem nur, wenn genügend Platz vorhanden ist. Als ideal hat sich ein Raum von etwa 3 auf 3 Metern herausgestellt. Wer will, kann aber auch nur sitzend oder stehend spielen – ohne herumzulaufen.

Spannend und massentauglich dürften indes erst zukünftige Versionen der Brillen werden. Nämlich dann, wenn es Herstellern gelingt, die hochauflösenden Bilder ohne Kabel auf das Headset zu bringen.

Schneller Rechner

Der Onlinehändler Digitec hat 20 Minuten den Gaming-Computer X3000 für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt. Im Rechner steckt eine GTX-980-Grafikkarte. Die Vive-Cyberbrille wurde direkt vom Hersteller HTC ausgeliehen.

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