Nach Seilbahn-Drama - So gelang Eitans Grossvater die Flucht über Lugano nach Israel
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Nach Seilbahn-DramaSo gelang Eitans Grossvater die Flucht über Lugano nach Israel

Eitan ist der einzige Überlebende des schweren Gondel-Unglücks in Norditalien. Nun hat ihn sein Grossvater nach Israel gebracht, obwohl er nicht sein Vormund ist.

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Eitans Grossvater brachte den Sechsjährigen am Samstag mit einem Privatflug nach Tel Aviv. 

Eitans Grossvater brachte den Sechsjährigen am Samstag mit einem Privatflug nach Tel Aviv.

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Um den Sechsjährigen tobt derzeit ein Sorgerechtsstreit.

Um den Sechsjährigen tobt derzeit ein Sorgerechtsstreit.

Quelle: Screenshot TGcom 24
Beim Seilbahn-Unglück am Lago Maggiore hatte der Bub seine beiden Eltern, seinen jüngsten Bruder (zwei) sowie zwei Urgrosseltern verloren. Die israelische Familie Biran lebte seit Jahren in Italien.

Beim Seilbahn-Unglück am Lago Maggiore hatte der Bub seine beiden Eltern, seinen jüngsten Bruder (zwei) sowie zwei Urgrosseltern verloren. Die israelische Familie Biran lebte seit Jahren in Italien.

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Darum gehts

  • Eitans Grossvater hat den Jungen nach Israel gebracht. Sie flohen am Samstag ab Lugano mit einem Privatflug nach Tel Aviv.

  • Die italienischen Behörden ermitteln wegen einer möglichen Entführung.

  • Um die Zukunft von Eitan streiten sich die Familien seiner Eltern.

Nach dem Seilbahn-Unglück am Lago Maggiore ist der einzige Überlebende, der sechsjährige Eitan, aus Italien nach Israel gebracht worden. Die italienischen Behörden sprechen von einer Entführung durch Eitans Grossvater. Nun ist klar, wie die Flucht gelang.

Eitans Grossvater, Shmuel Peleg, holte am Samstagvormittag in Pavia den Sechsjährigen bei seiner Tante zu einem Besuch ab. Die Treffen waren vereinbart, um Eitan ein möglichst normales und familiennahes Leben zu ermöglichen. «Ich nehme dich mit, um viele Spielsachen zu kaufen», soll Peleg noch gesagt haben, schreibt der «Corriere de la Sera».

Flucht mit Auto und Flugzeug

Doch statt zum nächsten Spielwarenhändler fuhr Shmuel 120 Kilometer über die Schweizer Grenze nach Lugano um dort vom Flughafen aus mit einem Privatflug nach Tel Aviv zu reisen. Um 15 Uhr startete das Flugzeug, 3,5 Stunden später befanden sich Eitan und sein Grossvater bereits auf israelischem Boden. Peleg schaffte es über die Grenze in die Schweiz, weil er im Besitz des israelischen Passes des Jungen war.

Die Staatsanwaltschaft in der norditalienischen Stadt Pavia ermittelt wegen Kidnappings und ein bereits vorliegendes Rechtsgutachten der israelischen Regierung besagt laut «Times of Israel», dass das Einschmuggeln von Eitan gegen ihre Gesetze verstossen könnte. Der Sechsjährige wird demnach wahrscheinlich zu seinem gesetzlichen Vormund nach Italien zurückgeschickt, wenn keine anderweitige Einigung erzielt werden kann.

Wo wird Eitan aufwachsen?

Die Familien von Vater und Mutter des sechsjährigen Überlebenden streiten sich seit geraumer Zeit über dessen Obhut. Während die Familie des Vaters möchte, dass Eitan in Italien aufwächst, ist die Familie der Mutter der Ansicht, der Junge sei der in Israel lebenden Familie «unrechtmässig entzogen» worden.

Eitan hatte im Frühjahr als Einziger den Seilbahn-Unfall auf dem Monte Mottarone am Lago Maggiore überlebt, bei dem neben seinen fünf Verwandten noch neun weitere Menschen starben. Ein Zugseil war gerissen, die Notbremsen waren bisherigen Ermittlungen zufolge blockiert, sodass die Gondel talwärts rauschte, an einer Seilbahnstütze aus der Verankerung sprang und zu Boden krachte.

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(pco/dpa)

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