Aktualisiert 07.01.2020 16:28

GlashauswohnungSo gemütlich ists im Haus unter dem Glashaus

Ein Haus im Glashaus hat einige Vorteile: Zum Beispiel warme Winter oder Frühstücken unter Palmen.

von
Daniela Gschweng
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Ein Haus in einem Gewächshaus: Das gibt es in der Nähe von Stockholm, ...

Ein Haus in einem Gewächshaus: Das gibt es in der Nähe von Stockholm, ...

faircompanies.com / Marie Granmar und Charles Sacilotto
.... im Sommerhaus der Familie von Marie Granmar und Charles Sacilotto.

.... im Sommerhaus der Familie von Marie Granmar und Charles Sacilotto.

faircompanies.com / Marie Granmar und Charles Sacilotto
Unter dem Glasdach lassen sich die langen und kalten schwedischen Winter gut aushalten. Ursprünglich wäre das höchstens mit einer sehr guten Heizung möglich gewesen.

Unter dem Glasdach lassen sich die langen und kalten schwedischen Winter gut aushalten. Ursprünglich wäre das höchstens mit einer sehr guten Heizung möglich gewesen.

faircompanies.com / Marie Granmar und Charles Sacilotto

Wo drinnen aufhört und draussen anfängt, ist beim Haus von Marie Granmar und Charles Sacilotto nicht so einfach. Wenn sie aus der Haustür treten, stehen sie im Garten, aber immer noch unter einem Dach. Die Familie hat vor sieben Jahren ein Sommerhaus in der Nähe von Stockholm zu einem Wohnhaus umgebaut und darüber ein Glashaus errichtet.

Viele Vorteile

Ein Dach über dem Dach zu haben, hat einige bauliche Vorteile. Wo ursprünglich der Dachstuhl war, ist jetzt eine grosse Dachterasse, der Lieblingsplatz der Familie. Die Aussenwände aus Holz, die das Paar erneuert hat, kommen mit einer Leinöl-Behandlung aus, es gibt ja weder Regen noch Wind.

Unter dem Glasdach lassen sich die langen, kalten schwedischen Winter gut aushalten. Ursprünglich wäre das höchstens mit einer sehr guten Heizung möglich gewesen. Für ganzjähriges Wohnen war das zweistöckige Haus nicht gebaut. Jetzt kann es auf der Dachterrasse 15 Grad haben, wenn draussen Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen.

Heizen trotzdem nötig

Heizen muss die Familie trotzdem. An bewölkten Tagen ist die Temperatur draussen wie drinnen gleich. «Minus 20 Grad draussen heissen immer noch minus 10 Grad drinnen», erklärt Granmar, «wir erwarten aber auch nicht, dass uns das Haus selbstständig warmhält». Die Energiekosten für die Heizung seien jedoch niedrig, sagt Sacilotto.

Das Glashaus ist etwa doppelt so gross wie das Wohnhaus, das schafft Platz für einen grossen Garten, in dem Tomaten, Gurken, Trauben und sogar Feigen wachsen. Auch im Garten wird es Winter, aber die Wachstumszeit verlängert sich drinnen um mehrere Monate.

Ökologisch wohnen

Sacilotto, der Ingenieur ist, wollte nicht nur ein wohnliches Haus für die Familie schaffen, sondern auch zeigen, dass es möglich ist, selbst im kalten Schweden mit wenig Energie ökologisch und nachhaltig zu wohnen. Bewässert wurde der Garten ursprünglich durch Grauwasser aus dem Haushaltskreislauf.

Das Haus produzierte dank Komposttoilette auch keinerlei Abwasser mehr, sagen die Eigentümer in einem Video von 2015, der Kompost diene zum Düngen der Pflanzen und des «Aussengartens». Seit das Haus zwangsweise an das städtische Abwassersystem angeschlosssen wurde, gibt es das ausgeklügelte Abwassersystem nicht mehr.

Nicht die Einzigen, die im Glashaus wohnen

Die Idee, Sonnenlicht als passive Energiequelle zu nutzen, ist nicht neu. Sacilotto und Granmar nutzten eine Idee, die der Architekt Bengt Warne bereits in den 1990er-Jahren hatte. Sein Modellhaus baute er ebenfalls in Stockholm.

Auch in weniger kalten Gegenden nützen Menschen die Idee vom Haus im Haus. Thomas und Monika Till haben schon 1993 ein Haus in der Nähe von Dresden in ein Gewächshaus gebaut. Ihr Zuhause steht in der eigenen Gärtnerei. Die Hälfte des Wohnzimmers sieht aus wie ein botanischer Garten.

Ein luftiges Gefühl – abgesehen davon, dass sich ab und zu Kunden ins Wohnzimmer verirren. Auch Tills profitieren vom Klima hinter der Glaswand, beruflich wie privat. Einkaufen, sagt Monika Till zur «Deutschen Welle», gehe sie selten. Es wachse ja alles rund ums Haus.

Hitze im Sommer

Einen Haken gibt es beim Wohnen hinter Glas: Im Sommer kann es unter der Glashaube unerträglich heiss werden. Schiebetüren, Rollos, Jalousien, Schiebetüren und ein Dach, das sich öffnen lässt, sind deshalb ein Muss. Weniger Arbeit, als man denkt, macht dafür das Fensterputzen: Nur einmal im Jahr müssen Granmar und Sacilotto zum Dampfstrahler greifen, um die Fenster sauber zu bekommen.

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