Aktualisiert 28.02.2012 08:47

Freche Betrüger

So gewinnt man (k)ein iPad

Würden Sie sich für ein iPad stundenlang in akrobatischer Stellung küssen? Chinesen tuns. Hierzulande gehen Gadget-Junkies eher einem dummen «Wettbewerb» auf den Leim.

von
Daniel Schurter

Wir sind Jäger und Sammler. Das gilt auch für Online-Gauner. Mit verlockenden Sonderangeboten versuchen sie, an unser hart verdientes Geld und unsere wertvollen Daten zu kommen. Der Sammlertrieb, eben.

Aktuelles Beispiel: eine E-Mail, die in vielen Schweizer Mailboxen gelandet ist. «Versand Ihres iPad 2», lautet der Betreff. Die Empfänger werden ihr Glück kaum fassen: «Sie können ein kostenloses Apple iPad erhalten. Selbstverständlich ohne Vertrag, völlig kostenlos!»

Spätestens hier läuten bei vernünftigen Menschen die Alarmglocken. Aber eben, mit der Vernunft ist das so eine Sache. Weil, es winkt doch ein edles Apple-Gadget. Gratis! Und wie hatte schon die Grossmutter gesagt: Wer nicht wagt, der nicht(s) gewinnt ... also klick.

«Kostenlos und unverbindlich»

Manchmal sind die Online-Betrüger nicht nur dreist, sondern auch ziemlich dumm. Wie in dem Fall hier, in dem das iPad 2 als neues Produkt angepriesen wird, das man als einer der Ersten in Händen halten dürfe ... Wahrscheinlich wollen die Unbekannten einfach das Maximum herausholen, bevor in wenigen Wochen wirklich das neue iPad (3) auf den Markt kommt.

«Neu» ist immer relativ zu sehen. Aber bleiben wir bei den Fakten: Der angeblich so spendierfreudige Veranstalter der iPad-2-Verlosung betreibt mehrere Webseiten. Der Eigentümer der Internet-Domain techversand.com will seine Identität nicht verraten, eine weitere Adresse (abruf-jetzt.com) ist auf einen Mann in Bosnien, Sarajewo, registriert. 20 Minuten Online hat versucht, die Verantwortlichen per Mail zu kontaktieren - und wartet immer noch auf Antwort.

Vom Ausfülllen des Online-Formulars für die iPad-Verlosung ist dringend abzuraten. Die persönlichen Angaben, die man «kostenlos und unverbindlich» preisgeben soll, landen im besten Fall bei einem dubiosen Adresshändler, der die Daten weiterverkauft.

Verrenkungen für ein iPad

Es gibt verschiedene Wege, um an ein iPad zu kommen. Die wenigsten sind gratis. Im Osten Chinas bot sich kürzlich die Gelegenheit, ein Apple-Tablet mittels Lippen-Akrobatik zu gewinnen. Eine chinesische Immobilienfirma richtete einen öffentlichen Wettbewerb aus, um den innovativsten und längsten Kuss zu belohnen.

Neben einem Diamantring lockte ein iPad 2, wie der Blog «M.I.C. Gadget» berichtete. 63 junge Paare versuchten ihr Glück - und küssten sich in verrückten Stellungen. Dabei kam es auch zu Krämpfen und Ohnmachtsanfällen, wie die im Netz veröffentlichten Bilder zeigen.

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