03.11.2020 06:52

Nacht des TerrorSo gingen die Attentäter von Wien vor

Die Täter schossen gezielt auf Menschen vor Bars und Restaurants. Das berichten zahlreiche Augenzeugen. Auf einem Video ist ein Täter zu sehen, wie er wahllos sogar in die Lokale schiesst. Gemäss Behörden handelt es sich um den vorbestraften Kujtim Fejzulai.

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Ein lauer Novemberabend vor dem Lockdown, Hunderte Menschen flanierten am Abend des 2. November durch das Ausgehviertel Bermuda Dreieck in der Wiener Innenstadt. 

Ein lauer Novemberabend vor dem Lockdown, Hunderte Menschen flanierten am Abend des 2. November durch das Ausgehviertel Bermuda Dreieck in der Wiener Innenstadt.

REUTERS
Plötzlich fielen zahlreiche Schüsse. 

Plötzlich fielen zahlreiche Schüsse.

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Panik brach aus.

Panik brach aus.

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Der Terror-Angriff in Wien begann gegen 20 Uhr in einem Ausgehviertel, wo kurz vor Beginn neuer Corona-Ausgangssperren Hunderte Menschen unterwegs waren. Bars, Pubs und Restaurants im Bermudadreieck am Wiener Schwedenplatz waren drinnen und draussen gut besetzt. Plötzlich fallen zahlreiche Schüsse. Panik bricht aus.

Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister sah, wie einer der Attentäter plötzlich angefangen habe, gezielt auf Menschen zu schiessen. Die Gäste seien in Panik in die Lokale geflüchtet. Die Angreifer seien ihnen gefolgt. Auch drinnen seien dann zahlreiche Schüsse gefallen, sagt Hofmeister. Der Rabbi habe die Polizei alarmiert, die aber «ewig nicht gekommen» sei, wie er der Sendung «Zeit im Bild» im ORF erzählt.

Als die Sicherheitskräfte eintrafen, positionierten sie sich in den Hauseingängen. Die Beamten riefen nach Verletzten. «Aus den Bars hörte ich Rufe: ‹Ja, hier gibt es zwei Verletzte! Und hier ist auch einer›», schilderte Hofmeister.

«Kunden rannten in die Toiletten, in den Keller»

In einer Bar an der Bognergasse sassen die Gäste noch draussen. «Es war der letzte Abend, wo sich alle noch einen schönen Abend machen wollten, bevor sie sich nicht mehr sehen», sagt Chef Peter Friese. Dann sei alles sehr schnell gegangen. Bevor er überhaupt reagieren konnte, rannten die Kunden in die Bar. «Da ist schon die Panik ausgebrochen. Auf einmal sind die Tische geflogen, alle sind hereingerannt, in die Toiletten, in den Keller.»

In einem anderen Restaurant sass ein 53-jähriger Niederösterreicher. Als er und die anderen Gäste die Schüsse vernahmen, legten sich alle auf den Boden. Licht aus, Türen zu, habe es geheissen. Verletzt wurde in diesem Restaurant schliesslich niemand.

Videoaufnahmen zahlreicher Anwohner bestätigen die Aussagen der Zeugen: Auf einem Video sei ein Täter zu sehen, wie er in der Nähe der Synagoge, die sich im Ausgehviertel befindet, wahllos in die Lokale schiesse, sagt der Chefredakteur des Stadtmagazins «Falter», Florian Klenk. Ein anderes Video zeigt eine grosse Blutlache vor einem Restaurant. Ob die Synagoge selbst das Ziel des Anschlags war, bleibt zunächst unklar.

Das soll der Attentäter von Wien sein.

Das soll der Attentäter von Wien sein.

Screenshot

Inzwischen wird ein Bild auf verschiedenen Newsportalen gezeigt. Auf diesem soll der Attentäter zu sehen sein. Gemäss Behörden-Informationen handelt es sich dabei um den österreichisch-nordmazedonsichen Doppelbürger Kujtim Fejzulai. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung das Foto gezeigt. Der Attentäter, der nach dem Anschlag in der Wiener Innenstadt von der Polizei erschossen worden ist, war 20 Jahre alt, hatte nordmazedonische Wurzeln und war einschlägig wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorbestraft. Das teilte Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) der Nachrichtenagentur APA am Dienstag mit.

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(kle/sda/Reuters)

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