Ansteckungsrisiko berechnet: So gross ist die Corona-Gefahr in Bus, Büro, Schulen und Zügen
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Ansteckungsrisiko berechnetSo gross ist die Corona-Gefahr in Bus, Büro, Schulen und Zügen

Wie gross ist das Risiko, sich in geschlossenen Räumen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu infizieren? Auf diese Frage gibt es neue Antworten.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Detailhandel, Kino oder Schule – wo ist das Risiko, sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu infizieren, am grössten? 

Detailhandel, Kino oder Schule – wo ist das Risiko, sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu infizieren, am grössten?

20min/Taddeo Cerletti
Dieser Frage sind Forschende des Hermann-Rietschel-Instituts an der Technischen Universität Berlin nachgegangen. Ihre Berechnungen basieren auf Simulationen, … (Im Bild: das Hauptgebäude der TU Berlin)

Dieser Frage sind Forschende des Hermann-Rietschel-Instituts an der Technischen Universität Berlin nachgegangen. Ihre Berechnungen basieren auf Simulationen, … (Im Bild: das Hauptgebäude der TU Berlin)

Wikimedia Commons/Gunnar Klack/CC BY-SA 4.0
… entsprechend handelt es sich bei den Ergebnissen um Wahrscheinlichkeiten. Aber sie zeigen klar: Die Risiken, sich in geschlossenen Räumen anzustecken, variieren je nach Ort sehr stark. 

… entsprechend handelt es sich bei den Ergebnissen um Wahrscheinlichkeiten. Aber sie zeigen klar: Die Risiken, sich in geschlossenen Räumen anzustecken, variieren je nach Ort sehr stark.

Screenshot 20M/Riken/Kobe University

Darum gehts

  • In welchen Innenräumen ist das Risiko, sich mit Sars-CoV-2 zu infizieren, am grössten?

  • Dieser Frage sind Forschende aus Berlin nachgegangen.

  • Ihre Simulation zeigt: Das Risiko, sich in geschlossenen Räumen anzustecken, variiert je nach Ort stark.

  • Insbesondere die Berechnungen für Schulen und Büros ohne Maskenpflicht lassen aufhorchen.

Wie weiter in der Pandemie? Das ist die seit gut einem Jahr alles beherrschende Frage. Vor allem die Ansteckungsgefahr in Innenräumen wird immer wieder diskutiert. Wie gross das Infektionsrisiko in verschiedenen öffentlichen Räumen ist und ob eine Homeoffice-Pflicht und das Maske-Tragen in Klassenräumen wirklich sinnvoll ist, zeigt eine Untersuchung von der Technischen Universität in Berlin, die auf Simulationen basiert und dem «Tagesspiegel» exklusiv vorliegt.

Demnach sind Menschen in Büros und Schulen tatsächlich einem höheren Risiko ausgesetzt als etwa im Theater oder beim Coiffeur – vorausgesetzt, die sogenannten AHA-L-Regeln werden eingehalten (siehe Bildstrecke).

Was heisst AHA-L?

Die AHA-L-Regel bezeichnet – vor allem in Deutschland – die zur Eindämmung der Corona-Pandemie empfohlene Kombination der Vorsorge-Massnahmen. Mitunter wird die Regel noch um ein C ergänzt. Dafür stehen die Buchstaben:

A – Abstandsregeln einhalten

H – Hygieneregeln beachten

A – (Alltags)Maske tragen

L – Regelmässig und richtig lüften

C – Corona-Warn-App nutzen

Eingeatmete Aerosol-Dosis relevant

Für die Studie hat TU-Professor und Aerosol-Experte Martin Kriegel vom Hermann-Rietschel-Institut (Fachgebiet Energie, Komfort und Gesundheit in Gebäuden) zunächst für verschiedene öffentliche Räume einen sogenannten situtationsbedingten R-Wert bestimmt. Dies mithilfe eines Infektionsrisikomodells, dass Experten seiner Hochschule gemeinsam mit Fachleuten des Robert-Koch-Instituts und der Berliner Charité entwickelt haben.

Wie der «Tagesspiegel» schreibt, hat Kriegel dabei unter anderem die Punkte Aufenthaltsdauer, Luftstrom und Art der im Raum durchgeführten Aktivitäten berücksichtigt. «Für das Infektionsrisiko entscheidend sei die eingeatmete Dosis an Aerosolpartikeln. Diese hänge neben der Ausstossmenge eben auch von der Atemaktivität (Quelle und Empfänger) und der Aufenthaltsdauer im Raum ab.»

Weiterhin setzte der Wissenschaftler voraus, dass die AHA+L-Regeln gemäss dem Schweizer-Käse-Modell eingehalten werden, so die Tageszeitung aus Berlin. Ausserdem ging er von einer 50-prozentige Filtereffizienz der Masken aus.

Wie gross laut der Untersuchung das Ansteckungsrisiko in Theater, Detailhandel, Büro und Fitnessstudio oder Schule ist, erfährst du in der obigen Bildstrecke.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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