Preis-Schock selber berechnen: So gross ist deine persönliche Teuerung

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Preis-Schock selber berechnenSo gross ist deine persönliche Teuerung

Die Preise sind historisch hoch und sollen noch weiter steigen. Doch nicht alle trifft es gleich hart. Beim Bundesamt für Statistik kannst du die individuelle Geldentwertung ermitteln.

von
Fabian Pöschl
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Autofahrerinnen und Autofahrer müssen derzeit besonders viel draufzahlen.

Autofahrerinnen und Autofahrer müssen derzeit besonders viel draufzahlen.

20min/Matthias Spicher
Durch die hohen Preissteigerungen zahlen sie mehr als der Durchschnittshaushalt.

Durch die hohen Preissteigerungen zahlen sie mehr als der Durchschnittshaushalt.

20min/Stevan Bukvic
Die Preissteigerung für den durchschnittlichen Haushalt betrug zwischen April 2021 und April 2022 2,5 Prozent.

Die Preissteigerung für den durchschnittlichen Haushalt betrug zwischen April 2021 und April 2022 2,5 Prozent.

IMAGO/Westend61

Darum gehts

  • Die Preise für den täglichen Bedarf steigen immer weiter.

  • Für Familien bedeuten 2,5 Prozent Preisteuerung 2200 Franken Kaufkraftverlust.

  • 20 Minuten macht den Vergleich, für welchen Haushalt es jetzt besonders teuer kommt.

Die Preise fürs Essen, fürs Wohnen und fürs Autofahren steigen stark, im April so stark wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) betrug die Teuerung bei den Konsumausgaben der Haushalte zwischen April 2021 und April 2022 durchschnittlich rund 2,5 Prozent.

Der Teuer-Schock ist zwar deutlich kleiner als im Ausland. So lag die Teuerung im April etwa in Deutschland bei über sieben Prozent und in den USA über acht Prozent. Doch für die Schweiz sind 2,5 Prozent im historischen Vergleich viel, wie Rudolf Minsch, Chefökonom des Wirtschaftsdachverbands Economiessuisse, zu 20 Minuten sagt.

«Seit 30 Jahren kennt die Schweiz tiefe Inflationsraten, was für die Wirtschaft und die Menschen in diesem Land sehr vorteilhaft war», sagt Minsch. Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann von der Uni Zürich rechnet zudem mit weiter steigenden Preisen, wie er auf Anfrage sagt.

2200 Franken Kaufkraftverlust

Für Familien bedeutet die Teuerung schon jetzt bis zu 2200 Franken Kaufkraftverlust, wie Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB), sagt. Der SGB setze deshalb alles daran, dass es bei der Lohnerhöhung einen Teuerungsausgleich und eine Reallohnerhöhung gibt. Dies sei realistisch, da die Schweizer Firmen die hohen Preise verlangen und deshalb auch eine Marge für höhere Löhne hätten.

Je nach Verbrauch sind die Haushalte aber unterschiedlich stark von steigenden Preisen betroffen, da sich die Preise auch unterschiedlich entwickelt haben. Mit dem Online-Teuerungsrechner des BFS lässt sich vergleichen, ob es den eigenen Haushalt stärker oder schwächer trifft als den Durchschnitt (siehe Box).

So funktionierts

Der BFS-Teuerungsrechner verwendet die gleiche Preisentwicklung wie für den Landesindex der Konsumentenpreise, gewichtet diese aber in einer vereinfachten Modellrechnung gemäss den eigenen gemachten Ausgabenanteilen. Beispielwert für einen geschätzten monatlichen Konsumausgabenbetrag pro Haushalt sind 5500 Franken.

20 Minuten macht die Rechnung und zeigt, wie gross der Teuer-Schock für drei Konsumententypen von April 2021 zu April 2022 ist (Krankenkassenkosten und sonstige Waren und Dienstleistungen wie Versicherungen nicht eingerechnet).

Die Studentin

Sie ist sparsam, kauft wenig und wohnt in der WG. Sie hat kein Auto und fährt nur Velo. Auch den ÖV nutzt sie in der Regel nicht. Pro Monat zahlt sie:

  • Wohnen und Energie: 630 Fr.

  • Nahrungsmittel und (alkoholische) Getränke: 540 Fr.

  • Kleider und Schuhe: 100 Fr.

  • Freizeit und Kultur: 100 Fr.

  • Restaurants und Hotels: null Fr.

  • Verkehr (inkl. Benzin und Unterhalt): null Fr.

  • Teuerung: +1,6 Prozent, Differenz zum Durchschn.: -0.9 Punkte

Die Autofahrerin

Sie kauft viel, hat sich gerade ein teures Auto zugelegt und lebt in einer grossen Wohnung. In der Freizeit geht sie auch gerne an Konzerte und auf Reisen.

  • Wohnen und Energie: 2500 Fr.

  • Nahrungsmittel und (alkoholische) Getränke: 1500 Fr.

  • Kleider und Schuhe: 500 Fr.

  • Freizeit und Kultur: 300 Fr.

  • Restaurants und Hotels: 1000 Fr.

  • Verkehr (inkl. Benzin und Unterhalt): 3000 Fr.

  • Teuerung: +4,5 Prozent, Differenz zum Durchschn.: +1.9 Punkte

Der ÖV-Nutzer

Er reist immer mit dem Zug oder anderen öffentlichen Verkehrsmöglichkeiten und hat darum ein GA. Er wohnt alleine, isst und übernachtet manchmal auswärts, lebt sonst aber relativ sparsam. 

  • Wohnen und Energie: 1800 Fr.

  • Nahrungsmittel und (alkoholische) Getränke: 400 Fr.

  • Kleider und Schuhe: 100 Fr.

  • Freizeit und Kultur: 300 Fr.

  • Restaurants und Hotels: 400 Fr.

  • Verkehr (inkl. Benzin und Unterhalt): 320 Fr.

  • Teuerung: +2,3 Prozent, Differenz zum Durchschn.: -0.2 Punkte

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