Aktualisiert 10.06.2009 12:06

HTC G1So gut ist das Google-Handy

20 Minuten Online hat das erste Handy mit dem Google-Betriebssystem Android auf Herz und Nieren geprüft. Fazit: Das G1 ist gut, verdammt gut, fast so gut wie das iPhone.

von
Manuel Bühlmann

Seit dem 22. Oktober gibt es das Google-Handy in den USA zu kaufen. Der grosse Ansturm vor den Filialen wie beim iPhone blieb der Markteinführung allerdings aus. Kann sein, dass dies am wenig spektakulären Aussehen liegen mag. Die inneren Werte des HTC G1 brauchen jedoch den direkten Vergleich mit dem iPhone nicht zu scheuen.

Was die Optik anbelangt, hätten sich die Designer tatsächlich ruhig ein bisschen mehr ins Zeug legen können. Das HTC G1 kommt milde gesagt doch sehr unaufgeregt daher, es wirkt fast schon plump. Als erstes fällt der etwas gewöhnungsbedürftige Knick auf. Darauf sind fünf Buttons (Menü, Gespräch annehmen, Auflegen, Startbildschirm, Weiterblättern) und ein Trackball platziert. Das Handy ist zwar schmaler als das iPhone, dafür etwas dicker und knapp 20 Prozent schwerer. Der grösste Unterschied ist jedoch die Tatstatur, die sich hinter dem per Slider beweglichen Display versteckt. SMS und E-Mails lassen sich damit wesentlich flüssiger als mit dem iPhone verfassen – gerade für User mit Wurstfingern ein wahrer Lichtblick.

Ohne Google-Account läuft nichts

Bei der ersten Inbetriebnahme muss zwingend ein Google-Mail-Account angegeben oder neu erstellt werden. Die Kontakte aus der Mailbox werden danach automatisch ins Adressbuch importiert. Die Navigation mit dem Google-Betriebssystem Android geht einfach vonstatten. Die beigelegte Gebrauchsanweisung braucht gar nicht erst zur Hand genommen zu werden. Das Display hat mit 320 x 480 Pixeln die gleiche Auflösung wie das iPhone, ist jedoch eindeutig kleiner.

Inklusive Multitouch-Screen, der eigentlich gar keiner ist

Trotz Synaptic-Touchscreen, der eigentlich Multitouch (es können mehrere Eingaben gleichzeitig verarbeitet werden) verstehen sollte, lässt sich das HTC G1 nur mit einem Finger aufs Mal bedienen. Das praktische Heranzoomen durch Spreizen der Finger, wie es beim iPhone möglich ist, entfällt somit. Wieso die Anwendung blockiert wird, bleibt rätselhaft. Blogger spekulieren, dass es an den Patentrechten liegt, die Apple für sich beansprucht. Dafür erweist sich im Zusammenspiel mit der Tastatur der Trackball als nützlicher Helfer.

MMS: Kein Problem für das Google-Handy

Die mit der 3,2-Megapixel-Kamera aufgenommenen Testfotos vermögen in punkto Qualität nicht zu überzeugen. Bilder und Videos wirken unterbelichtet und zu pixelig. Wie beim iPhone können unverständlicherweise keine bewegten Bilder aufgenommen werden. Dafür können mit dem HTC G1 MMS verschickt werden - sicherlich ein grosser Pluspunkt.

Einfacher Datentransfer

Der interne Speicher fasst gerade mal 256 MB, ein Micro-SD-Card-Slot für zusätzliche Speicherkarten lässt diesen jedoch auf das Vielfache anwachsen. Der Datenaustausch mit Macs und PCs ist problemlos mit dem mitgelieferten USB-Kabel möglich. MP3s lassen sich damit per Drag-and-Drop ohne das vorherige Installieren einer Software auf das Gerät übertragen – undenkbar für iPhone-User, bei denen ohne iTunes gar nichts läuft.

GPS, StreetView und Multitasking

Das G1 beherrscht schnelle Datenverbindungen per 3G und WLAN sowie die Positionsbestimmung per GPS. Um die Batterie zu schonen, ist das

GPS-Modul standardmässig deaktiviert. Mit Google-StreetView lassen sich Städte aus der Fussgängerperspektive erkunden. Dieses Feature bietet das iPhone allerdings seit seinem letzten Firmware-Update auch (20 Minuten Online berichtete). Im Gegensatz zum Apple-Konkurrenten erlaubt das G1 Multitasking, sodass durchaus mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen können. Und wer mehr als ein Browser-Fenster öffnen will, hat ebenfalls kein Problem. Die Instant-Messaging-Anwendung unterstützt neben GoogleTalk auch AIM, Windows Live Messenger und Yahoo! Messenger.

Fazit

Das HTC G1 gewinnt keinen Schönheitspreis, ist aber ein einfach zu bedienendes Smartphone, das dank dem Betriebssystem Android ein ernstzunehmender Konkurrent für das iPhone ist. Im «Android Market» (Pendant zum AppStore für das iPhone) finden sich zahlreich Programme von Drittanbietern, mit denen sich das Gerät individualisieren lässt. Beim Surfen im Internet hinkt es in Sachen Komfort dem iPhone noch hinterher.

Schon in der Schweiz erhältlich

Obwohl das HTC G1 offiziell erst 2009 nach Europa kommt, gibt es das Gerät schon jetzt hierzulande zu kaufen. Digitec.ch führt das Handy bereits im Angebot und verkauft es mit einem Abo von Swisscom, Orange und Sunrise ab 269 Franken. Ohne Abonnement kostet es 849 Franken. Das HTC G1 gibt es in den Farben Schwarz, Weiss und Braun.

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