ADAC-Test – So gut schützen Bremsassistenten wirklich

City-Notbremsassistenten können Kollisionen verhindern oder zumindest abmildern. Ab 2024 sind sie in neuen Modellen obligatorisch.

City-Notbremsassistenten können Kollisionen verhindern oder zumindest abmildern. Ab 2024 sind sie in neuen Modellen obligatorisch.

ADAC
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ADAC-TestSo gut schützen Bremsassistenten wirklich

Der ADAC hat die Zuverlässigkeit der Notbremssysteme in 42 Automodellen getestet. Grundsätzlich funktionieren die Assistenten gut, doch es gibt Ausnahmen. 

von
Dave Schneider

Fast alle Neuwagen sind heute mit einem Notbremsassistenten ausgestattet – ohne ist die Bestnote im Crashtest von Euro-NCAP gar nicht erreichbar. Sie können Kollisionen zwischen Fahrzeugen sowie auch zwischen Auto und ungeschützten Verkehrsteilnehmern wie Velofahrern und Velofahrerinnen sowie Fussgängern und  Fussgängerinnen verhindern oder zumindest das Tempo vor dem Aufprall entscheidend verringern, damit die Unfallfolgen deutlich milder ausfallen.

Ab 2024 müssen alle neu homologierten Autos einen solchen City-Notbremsassistenten an Bord haben. Doch wie gut funktionieren die unterschiedlichen Systeme wirklich? Das hat der ADAC in mehreren Testreihen in den vergangenen zwei Jahren ergründet.

Zentrale Rolle für die Sicherheit

Für den ADAC ist der Nutzen solcher Systeme unbestritten. «Moderne Notbremsassistenten spielen eine ganz zentrale Rolle für die Sicherheit im gesamten Strassenverkehr», schreibt der deutsche Automobilclub. Doch weil die Bewertung im Euro-NCAP-Test etwas untergehe, habe der ADAC nun eine Sonderauswertung der Notbremsfunktion erstellt – losgelöst von den restlichen Kriterien zur Vergabe der Crashtest-Sterne.

So könne ein Auto mit einer 4-Sterne-Bewertung ein besseres Notbremssystem an Bord haben als ein Fahrzeug mit der Höchstnote von fünf Sternen, da die Bewertung des Notbremsassistenten nur ein Teil der erzielbaren Punkte in den Kriterien Insassenschutz, Fussgängerschutz und Sicherheitsassistenten sei und im Gesamtergebnis untergehen könne. Als Beispiele dafür nennt der ADAC den Fiat 500e und den Hyundai Bayon.

In verschiedenen Testreihen hat der ADAC die Zuverlässigkeit der Systeme getestet – hier mit einem Wildschwein-Dummy. 

In verschiedenen Testreihen hat der ADAC die Zuverlässigkeit der Systeme getestet – hier mit einem Wildschwein-Dummy. 

ADAC

Teure Autos sind nicht unbedingt besser

Die Bestenliste des Bremsassistenten-Tests des ADACs ist bunt durchmischt – insgesamt flossen die Bewertungen von 42 getesteten Modellen in die Auswertung ein. Dabei zeigt sich: Teure Autos haben nicht unbedingt ein besseres System an Bord als günstige Kleinwagen. Sieger ist der BMW iX, dicht gefolgt von Nissan Qashqai, Subaru Outback und Mercedes EQS. Auf Platz fünf schafft es der Honda Jazz. Auch neue Marken können punkten: Der Polestar 2 schaffte als einziger die 100-Prozent-Marke in der Bewertung Car-to-Car, erreichte beim Fussgängerschutz hingegen nur 68 Prozent, weil er beim Zurücksetzen nicht automatisch für Fussgänger und Fussgängerinnen hinter dem Auto abbremst und auch nachts nicht fehlerfrei reagiert.

Mit Kamera- und Radarsignalen kann das Auto andere Verkehrsteilnehmer und kreuzenden Fussgänger erkennen und eine Notbremsung einleiten. 

Mit Kamera- und Radarsignalen kann das Auto andere Verkehrsteilnehmer und kreuzenden Fussgänger erkennen und eine Notbremsung einleiten. 

ZF

Auf Platz 17 und damit im vorderen Mittelfeld erreichte der Nio ES8 ein gutes Ergebnis – das chinesische Elektroauto liegt noch vor dem VW ID.3 und dem Audi A3, wenn auch nur knapp. Der ES8 ist in Europa bisher erst in Norwegen erhältlich. Ganz am Ende des Feldes befinden sich Automodelle, deren Notbremsassistenten nicht dafür ausgelegt sind, wegen Fussgängern oder Velofahrern zu bremsen – die letzten drei Ränge belegen die Franzosen Citroën C4, Dacia Spring und Renault Zoé. Der ADAC fordert diese Hersteller auf, die betroffenen Modelle schnellstmöglich technisch aufzurüsten.

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