Aktualisiert 08.02.2010 19:36

«Eine Medaille ist Pflicht»So gut war Ammann vor Olympia noch nie

Simon Ammann (28) redet nicht lange um den heissen Brei herum: «Eine Medaille ist Pflicht.» Schreibt er nach 2002 ein zweites Mal Olympia-Geschichte?

von
Marcel Allemann

Die Form stimmt und das Potenzial, die Kaltblütigkeit und die Routine bringt der in Schindellegi SZ wohnhafte Toggenburger sowieso mit. Ammann geht bereits seine vierten Winterspiele an. Zweimal (1998, 2006) waren diese ein Schlag ins Wasser. 2002 hatte er es dagegen als fliegender Harry Potter weltweit zu Ruhm und Ehre gebracht, indem er sowohl auf der Normal- als auch auf der Grossschanze siegte. Ammanns Doppelgold-Coup stellte damals eine riesige Überraschung dar. Deshalb lässt sich festhalten: Unter so guten Voraussetzungen wie dieses Mal ist er noch nie eine Olympia-Operation angegangen. Der dreifache WM-Medaillengewinner führt im Gesamtweltcup, feierte in dieser Saison schon fünf Siege und landete sieben weitere Male auf dem Podest.

Seine grössten Widersacher kommen aus Österreich – namentlich in der Person seines aktuellen Dauergegners Gregor Schlierenzauer. Aber auch Vierschanzentournee-Sieger Andreas Kofler, Thomas Morgenstern und Wolfgang Loizl darf man nicht vergessen. Während Ammann bereits seit Samstag im Olympia-Ort Whistler weilt und den Jetlag abbaut, standen die Österreicher am Wochenende noch am Weltcup-Springen in Willingen im Einsatz. «Ich will vollständig erholt sein, um die bestmögliche Tagesform aufzubauen», begründet Ammann seine vorzeitige Anreise und wagt eine Prognose: «Wer in Willingen gesprungen ist, wird nicht Olympiasieger.»

Behält der Doppel-Olympiasieger von Salt Lake City mit dieser Aussage Recht, dann sind die Chancen gross, dass er zum zweiten Mal nach 2002 Olympia-Geschichte schreibt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.