Aktualisiert 09.03.2020 13:36

Kugel-RegenSo gut wie seit 28 Jahren nicht mehr

Die Schweizer Skifahrerinnen und Skifahrer hamstern diesen Winter Weltcupkugeln wie verrückt. Der Rekord bleibt aber unangetastet.

von
Herbie Egli
Mauro Caviezel freut sich mit der Kugel für den Gewinner der Super-G-Wertung. (Bild: EPA)

Mauro Caviezel freut sich mit der Kugel für den Gewinner der Super-G-Wertung. (Bild: EPA)

Mauro Caviezel wurde am Sonntag kampflos Disziplinensieger in der Super-G-Wertung. Das Rennen im norwegischen Kvitfjell konnte wegen schlechtem Wetter nicht stattfinden. Bei der Ehrung musste wie am Samstag mit Abfahrts-Disziplinensieger Beat Feuz improvisiert werden. Weil die Originalkugeln nach der Absage des Weltcupfinals in Cortina d'Ampezzo nicht vor Ort sind, bekam der 31-jährige Bündner die gleiche Kugel wie Feuz. Jene von Henrik Kristoffersen als Sieger der Slalom-Gesamtwertung aus der Saison 2015/16. Der Norweger half dem Ski-Weltverband FIS mit seiner Kugel aus, damit eine Ehrung doch über die Bühne gehen konnte.

Caviezels Kugel ist neben jener von Feuz in der Abfahrt bereits die fünfte für die Schweiz in diesem Winter. Loïc Meillard gewann die Disziplinenwertung der Parallel-Wettbewerbe. Bei den Frauen heimste Corinne Suter gleich zwei Kugeln ein. Jene in der Abfahrt und im Super-G. Es könnte gar noch eine sechste hinzukommen. Eine im Slalom von Daniel Yule. Allerdings müsste der Schweizer am nächsten Wochenende im slowenischen Kranjska Gora die vor ihm liegenden Henrik Kristoffersen und Clément Noël noch abfangen, was nicht ganz einfach ist. Yule liegt 57 Punkte hinter dem führenden Norweger.

Eine Hand voll Kugeln in einem Winter gab es für die Schweiz letztmals vor 28 Jahren. In der Saison 1991/92 triumphierte Paul Accola im Gesamtweltcup und den Wertungen Super-G und Kombination. Franz Heinzer sicherte sich den Abfahrtsweltcup. Bei den Frauen gewann Vreni Schneider die Slalomwertung. Sechs Kugeln, wie sie mit etwas Glück noch möglich sind, gab es für die Schweiz in den Saisons 1983/84 und 1985/86. Dafür verantwortlich waren Pirmin Zurbriggen, Urs Räber, Joël Gaspoz, Erika Hess, Maria Walliser und Vreni Schneider. Sogar sieben Kugeln gewann die Schweiz in den Weltcupwintern 1987/88 und 1988/1989. Bei den Männern trug Zurbriggen dazu bei, bei den Frauen Michela Figini, Schneider und Brigitte Oertli.

Der Schweizer Highlight-Kugel-Winter war jener in der Saison 1986/87. Elf von zwölf Wertungen gewannen die Athleten und Athletinnen von Swiss-Ski. Neben den oben bereits erwähnten Namen, die auch dafür verantwortlich waren, kommt jener von Corinne Schmidhauser im Slalom hinzu. Nur bei den Männern im Slalom musste die Schweiz Bojan Krizaj aus dem ehemaligen Jugoslawien den Vortritt lassen. Es war auch jener Winter, in dem die Schweizer an der Heim-WM in Crans-Montana 14 Medaillen abräumten.

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