Aktualisiert 11.03.2018 16:43

Ostschweiz

So haben sich Polizeiautos seit 1937 verändert

Das erste Bild eines Polizeiautos wurde in St. Gallen 1937 geschossen. Seither haben die Fahrzeuge eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht.

von
viv
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Das älteste Bild von einem Polizeiauto in der Ostschweiz: Die Kantonspolizei St. Gallen bei einem Sportanlass am 12. März 1937 in St.Gallen.

Das älteste Bild von einem Polizeiauto in der Ostschweiz: Die Kantonspolizei St. Gallen bei einem Sportanlass am 12. März 1937 in St.Gallen.

Facebook/Kantonspolizei St. Gallen
Patrouillenautos und Motorräder der Kantonspolizei St.Gallen vor dem Klosterhof 12 in den 50er Jahren.

Patrouillenautos und Motorräder der Kantonspolizei St.Gallen vor dem Klosterhof 12 in den 50er Jahren.

Facebook/Kantonspolizei St. Gallen
Motorräder Universal der Kantonspolizei St.Gallen im Jahr 1952.

Motorräder Universal der Kantonspolizei St.Gallen im Jahr 1952.

Facebook/Kantonspolizei St. Gallen

Von den ersten motorisierten Fahrzeugen über den VW Käfer bis hin zu modernen Elektroautos: Die Ostschweizer Polizeiautos haben in ihrer langen Geschichte eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. «1921 fuhr das erste Polizeiauto in der Stadt St. Gallen», sagt Dionys Widmer, Sprecher der St. Galler Stadtpolizei. Es sei jedoch nicht nur für Polizeieinsätze genutzt worden. «Es wurde auch als Krankenwagen verwendet», erzählt Widmer.

Zudem mussten damals Polizisten eigens als Chauffeure geschult werden. Heute unvorstellbar: «Heute ist der Fahrausweis eine Voraussetzung für den Polizeiberuf», so Widmer.

Heute viel mehr Stauraum nötig

Sowohl früher als auch heute sind die Automarken VW, Audi und Volvo am häufigsten vertreten. Damals seien die Fahrzeuge jedoch viel schwerer gewesen, obwohl man viel weniger Material darin verstauen musste, erklärt Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. In den Anfängen seien die Polizisten teilweise nur mit Taschenlampe, Funkgerät, Kelle und Notizblock unterwegs gewesen.

«Heute sind unsere Fahrzeuge robust, haben gute Bremsen, eine starke Motorisierung und viel Stauraum, um alle Materialien und Werkzeuge transportieren zu können.» Je nach Einsatztyp gehören zu den Materialien etwa ein Computer, Funkgeräte, verschiedene Signalisierungen, teilweise auch eine Hundebox. Eine starke Motorisierung sei besonders wichtig, um trotz grosser Last im Notfall schnell voran zu kommen.

Früher erkannte man Polizei nicht

Auch äusserlich veränderte sich die Fahrzeuge massiv, wie Mario Christen, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, erklärt: «Damals erkannte man die Polizeiautos nicht auf den ersten Blick – sie waren schwarz-weiss und dezent beschriftet.» Mit den Jahren haben die Autos dann einen Schriftzug, orange Bemalungen und neuerdings einen reflektierenden Streifen aufgeklebt bekommen.

«Ein fix fertiges Polizeiauto kann man nicht ab Stange kaufen – den Feinschliff gibt es in der eigenen Polizeigarage», so Christen. Es gebe nämlich die eine oder andere Sache, die man einbauen müsse: «Jedes Auto wird individuell mit Material ausgerüstet, braucht ein Funksystem und einen Computer mit Bildschirm für das polizeiliche Einsatzleit- und GPS-System, damit die Fahrzeuge von der Notrufzentrale geortet werden können. So ist es möglich, die Fahrzeuge im Bedarfsfall effizient einzusetzen. In einem modernen Polizeifahrzeug befindet sich ganz viel Technik.»

In sieben Schritten wird bei der Stadtpolizei St. Gallen ein normaler Skoda zum Polizeiauto. (Video/Facebook Stadtpolizei St. Gallen)

Trend Richtung Elektroautos

Verändert haben sich auch die Sondersignalanlagen der Polizeiwagen. Während in den Anfängen ein drehendes Blaulicht und eine Sirene das höchste aller Gefühle war, ist jetzt viel mehr möglich: «Dank den modernen LED-Dachbalken haben wir nicht mehr nur Blaulicht für Dringlichkeitsfahrten , sondern können das Licht, beispielsweise nach der Absicherung einer Unfallstelle, auf gelb umschalten», so Christen. Auch für die Begleitung eines Ausnahmetransportes ist somit keine zusätzliche Leuchte mehr erforderlich.

In Zukunft wird es wohl immer weniger Diesel-und Benizinautos geben: «Die Tendenz geht in Richtung Elektroauto», so Rezzoli.

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