Aktualisiert 20.04.2019 21:19

Ameisen-EffektSo haben Sie die Schweiz noch nie gesehen

«Switzerland in Miniature» heisst das neue Video von Pirmin Henseler. «Als ob man einen Ameisenhügel beobachtet», porträtiert der Filmemacher die Region.

von
Tunya Koch

Während acht Tagen fotografierte Pirmin Henseler (25) im Sommer 2018 in der Schweiz, um die Landschaften dann in eine Miniaturwelt zu verwandeln. Etwa drei Minuten dauert das neue Zeitraffer-Video vom Goldauer, indem Autos, Schiffe und Menschen durch einen speziellen Effekt wie Spielzeuge aussehen.

Das Video besteht aus 15'000 Fotos

Vor zwei Jahren hat der selbständige Filmemacher seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Sein neustes Video «Switzerland In Miniatur» produzierte Henseler in seinen dreiwöchigen Sommerferien. Für dieses Projekt hat er rund 23'000 Bilder geschossen, davon schafften es 15'000 Fotos ins Video. «Anfangs hatte ich das Gefühl zu wenig gutes Material zu haben, schlussendlich hätte es locker für sechs Minuten gereicht.»

Probleme gab es während seiner Arbeit nicht: «Das Wetter war durchgehend so schön, dass es schon fast ein wenig langweilig wurde und ich mir vorbeiziehende Wolken wünschte.» Am besten habe ihm während seiner Reise das Langwieser Viadukt der Rhätischen Bahn «in der Abendstimmung» gefallen. «Auch die Ankunft des Dampfschiffes in Brunnen war eine wunderbare Momentaufnahme», schwärmt der Schwyzer.

«Man benötigt keine spezielle Kamera dafür»

Insgesamt hat Henseler 180 Stunden an diesem Projekt gearbeitet. Am meisten Zeit habe das Erstellen des Miniatureffekts benötigt. «Dieser wird nachträglich angefügt, somit ist keine spezielle Kamera nötig», sagt der 25-Jährige. «Ich wollte die Schweiz auf gleiche Weise zeigen, wie wenn man einen Ameisenhügel beobachtet.» Er habe im Sinn gehabt, etwas Witziges zu kreieren, aber dennoch die Schönheit der Schweiz zu zeigen.

56'200 Klicks auf seinem Video

Neben diversen Sport und Reise-Videos, richtet Henseler seine Kamera sehr gerne auf die Schweizer Natur: «Man vergisst oft, wie schön unsere Natur ist. Da wir täglich davon umgeben sind, ist es für uns nichts Aussergewöhnliches mehr», so Henseler. Bereits vor zwei Jahren veröffentlichte er ein Video von der Zentralschweiz, welches ihm bis heute 56'200 Klicks bescherte.

Zurzeit sind noch keine neuen Projekte geplant. «Ich habe einige Ideen, die ich umsetzten möchte», so Henseler. Da diese jedoch auch viel Zeit in Anspruch nehmen würden, müsse er den richtigen Moment abwarten. Doch eines bleibt weiterhin gleich: «Ich möchte den Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht zaubern und sie zum Staunen bringen.»

Dieser Artikel erschien erstmals im Oktober 2018. Wir zeigen das Video nochmals für alle, die an Ostern keine Zeit haben, durch die Schweiz zu reisen.

Mit diesem Equipment entstand das Video

Der Miniatureffekt wird nachträglich erstellt und ist somit mit jeder beliebigen Kamera möglich nachzumachen. Für die Fotos hat Henseler eine Sony A7III, ein Stativ, 2-4 Objektive und einen Intervalometer benutzt, um die

Fotos in kurzen konstanten Zeitabständen zu schiessen, was für den Stopmotion-Effekt ausschlaggebend ist. Damit der Effekt auch richtig zur Geltung kommt, muss eine Neigung von mindestens 30 Prozent zwischen Kameraposition und Objekt entstehen. Zuletzt wird der Miniatureffekt entwickelt und auf den Fotos angewendet.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.