Fabian Schär: «So haben wir an der EM nicht viel verloren»
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Fabian Schär«So haben wir an der EM nicht viel verloren»

Zwei Spieler, zwei Gefühlslagen: In einem Punkt sind sich Fabian Schär und Stephan Lichtsteiner nach den beiden Testspiel-Niederlagen aber einig.

von
A. Stäuble & E. Tedesco

Fabian Schär zieht nach den Testspielen gegen Irland und Bosnien-Herzegowina Bilanz. (Video: 20 Minuten)

Am Karfreitag das enttäuschende 0:1 in Dublin, vier Tage später ein 0:2 gegen Bosnien-Herzegowina: Verteidiger Fabian Schär konnte und wollte seine Enttäuschung nicht verbergen. Aus der Sicht des 24-jährigen Innenverteidigers zwei Testspiele zum Abhaken: «Das haben wir uns ganz anders vorgestellt. So haben wir an der EM nicht viel verloren. Da muss auf jeden Fall noch etwas passieren.»

Das gilt auch für ihn persönlich, zumal er in Hoffenheim derzeit um jede Einsatzminute kämpft. Die fehlenden Spielminuten konnte er weder in Irland noch gegen Bosnien-Herzegowina kaschieren. «Man sieht schon, dass nicht jeder vor Selbstvertrauen strotzt und es wäre wichtig, wenn sich das im Hinblick auf Frankreich noch ändert. Jeder muss in seinem Club Gas geben und Selbstvertrauen tanken.»

Schär lässt sich von Dzeko vernaschen

Eine Szene seiner 135 Nati-Minuten, die er von Petkovic in Irland (90) und gegen Bosnien-Herzegowina (45) bekam, schmerzte den 24-Jährigen besonders: Sein Verhalten beim 1:0 der Bosnier durch Stürmer Edin Dzeko. «Ich bin vielleicht etwas zu weit weg und er schiebt den Ball dann schön ins weite Eck. Ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, dass er den Ball aus diesem Winkel so versenkt.»

Einer, der im Club einen Stammplatz hat und sich keinen Kopf über mangelndes Selbstvertrauen machen muss, sieht es nicht ganz so dramatisch wie Schär: Stephan Lichsteiner, in Irland nach einer Wadenverletzung noch geschont, im Letzigrund bis zur 65. Minute als Captain auf dem Platz. «Wir haben überhaupt keine Angst vor der Euro. Wir wissen, was wir drauf haben und es werden zwei, drei Spieler zurückkommen, die für etwas mehr Qualität sorgen werden. Wir sind eine Wettkampf-Mannschaft, keine, die in Testspielen eine hervorragende Leistung zeigt», so Lichtsteiner.

Kritik an Senderos

In einem Punkt waren Lichtsteiner und Schär dann aber doch noch einer Meinung: Am Ursprung der beiden Gegentore gegen Bosnien-Herzegowina standen zwei vermeidbare Fehler der Schweizer Defensive. Der 32-jährige Juve-Verteidiger ärgerte sich über «die kleinen Fehler, die den Unterschied ausmachen.»

Beim ersten Gegentor war es ein kolossaler Fehlpass von Philippe Senderos im Mittelfeld. «Wir sind in der Vorwärtsbewegung und haben den Ball, geben ihn aber wieder zurück. Und daraus entsteht dann das 1:0», so Lichtsteiner. Die Aktion, die dem Treffer zum 2:0 für die Gäste vorausging, gefiel dem 32-jährigen Luzerner noch weniger. Und wieder trifft die Kritik GC-Verteidiger Senderos, der am Dienstag keine EM-Empfehlung abgeben konnte.

«Wir spielen auf ein Tor, haben eine grosse Chance und es kommt zu einem Konter. Dann begehen wir ein dummes Foul, das man nicht machen muss, wenn man weiss, dass Pjanic einer der besten Freistoss-Schützen Europas ist.» Senderos brachte Dzeko an der Strafraumgrenze unnötig zu Fall. Miralem Pjanic unterstrich seine Qualitäten als Freistoss-Schütze eindrücklich.

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